Deutscher Faustballmeister entthront den Seriensieger

Ahlhorner SV holt beim Champions Cup in der Schweiz die Silbermedaille

Janna Köhrmann (hinten von links), Imke Burfeind, Betreuer Benjamin Burfeind, Jordan Nadermann, Mieke Kienast, Sarah Albrecht (vorne von links) Felicia Gißler und Michaela Grzywatz vom Ahlhorner SV feiern ihre Silbermedaille beim Champions Cup im schweizerischen Diepoldsau.
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Feiern ihre Silbermedaille: Janna Köhrmann (h. v. l.), Imke Burfeind, Betreuer Benjamin Burfeind, Jordan Nadermann, Mieke Kienast, Sarah Albrecht (v. v. l.) Felicia Gißler und Michaela Grzywatz vom Ahlhorner SV.

Ahlhorn – Es dauerte eine Weile, bis die erste Enttäuschung bei den Faustballerinnen des Ahlhorner SV verflogen war. „Aber nachdem die Mädels realisiert haben, was sie geleistet haben, ist die Freude nun riesengroß“, berichtete ASV-Faustballabteilungsleiter Ulrich Meiners. Rund zwei Stunden nach ihrer 1:3 (6:11, 12:10, 9:11, 5:11)-Finalniederlage gegen den TV Jahn Schneverdingen beim Champions Cup im schweizerischen Diepoldsau begoss die Crew von ASV-Spielertrainerin Janna Köhrmann ihre Silbermedaille mit Sekt. Aus der Ahlhorner Umkleidekabine dröhnte laute Musik.

Im Endspiel war der Bundesliga-Konkurrent aus dem Heidekreis „einen Tick besser“, wie Meiners zugab. Der strömende Regen, der nach wenigen absolvierten Punkten im ersten Satz einsetzte, begünstigte das Team von Jahn-Trainerin Christine Seitz zusätzlich. Denn ihre Angreiferinnen Helle Großmann und Aniko Müller verfügen gegenüber ASV-Kapitänin Imke Burfeind und U 18-Weltmeisterin Jordan Nadermann über die größere Schlaghärte. Somit schossen Schneverdingens Bälle mit deutlich mehr Tempo über den nassen Rasen. „Es war schwer, dahinter zu kommen“, bestätigte Meiners.

Vor mehr als 300 Zuschauern, darunter sechs „Hardcore-Fans“ aus der Gemeinde Großenkneten, beendete Imke Burfeind mit einer Leinenangabe den ersten Satz. Im zweiten Durchgang legte Ahlhorn eine 5:1-Führung vor, musste aber beim 7:7 den Ausgleich hinnehmen. Doch der amtierende deutsche Feldmeister blieb cool und schaffte mit 12:10 den Satzausgleich. Im dritten Abschnitt kämpfte sich der ASV vom 5:8 bis auf 8:9 und 9:10 heran, hatte aber schließlich mit 9:11 das Nachsehen. Den vierten Satz konnten die Ahlhornerinnen bis zum 5:5 offen gestalten, dann waren ihre Kraftreserven aufgebraucht, und Jahn sicherte sich mit sechs Punkten in Folge den Europapokal.

Den Champions Cup hatte zuletzt fünfmal in Serie der TSV Dennach gewonnen. Doch für die Pink Ladys war diesmal im Halbfinale Endstation. Der Ahlhorner SV hatte den Titelverteidiger mit 3:2 (11:8, 5:11, 5:11, 11:8, 11:9) entthront. Nach dem Verlust des ersten Satzes drehten die Frauen um TSV-Angreiferin Sonja Pfrommer mächtig auf und holten sich die beiden folgenden Durchgänge im Schnelldurchlauf. „Aber wir haben richtig dagegengehalten. Die Abwehrleistung war ganz stark“, lobte Meiners sein Team. Ahlhorn erzwang den Entscheidungssatz, legte ein 6:1 und 7:2 vor. Doch Dennach schlug zum 8:8 zurück. Dementsprechend groß waren der Jubel und die Erleichterung, als Imke Burfeind wenig später mit einem halblang geschlagenen Ball das 11:9 besorgte.

Auch der TV Jahn Schneverdingen musste im Halbfinale gegen den österreichischen Vertreter Union Nußbach über die volle Distanz gehen. „Allerdings hatte Schneverdingen kein Quali-Spiel in den Knochen“, erläuterte Meiners. Während die „Heidschnucken“ als Sieger der Vorrundengruppe B direkt ins Semifinale marschierten, musste der ASV als Zweitplatzierter den Umweg nehmen. Doch die Aufgabe gegen den TSV Jona aus der Schweiz meisterten Weltmeisterin Michaela Grzywatz und ihre Teamkolleginnen beim 3:0 (11:5, 11:7, 11:9) ohne große Probleme.

Ähnlich souverän war der Bronzemedaillengewinner von 2018 und 2019 auch in der Gruppenphase aufgetreten. Gegen ASKÖ Laakirchen (11:9, 11:8), Gastgeber SVD Diepoldsau-Schmitter (11:5, 14:12) und den FBC Linz Urfahr (11:3, 11:4) gab es jeweils Zwei-Satz-Siege. In allen drei Partien standen die Ahlhornerinnen gehörig unter Druck, nachdem sie zum Auftakt mit 3:11, 6:11 gegen Schneverdingen unter die Räder gekommen waren. „Natürlich kann man gegen Jahn verlieren, aber das ging gar nicht. Das mussten wir mental erstmal verdauen und uns wieder aufbauen“, erklärte Meiners.

Das klappte vorzüglich, auch wenn die Revanche im Finale nicht gelang. Trotzdem kann der Ahlhorner SV am kommenden Wochenende mit gestärktem Selbstvertrauen zur DM nach Brettorf fahren. Zum Turnierauftakt geht es in der Qualifikation wieder gegen den TSV Dennach.

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