100 Weggefährten begleiten Lakewand in Harpstedt in den Betreuer-Ruhestand

Ein Abschied wie aus dem Fußball-Bilderbuch

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Ein emotionaler Moment für Johann „Schnietze“ Lakewand (2. v.l.): Die HTB-Spieler Markus Würdemann und Marek Landgraf sowie Spartenleiter Dieter Bunzel (v.l.) danken dem 70-Jährigen für 48 erlebnisreiche Jahre als Betreuer. ·

Harpstedt - Von Harald KellmannDas war es also für Johann Lakewand. Nach 48 Jahren als Fußball-Betreuer des Harpstedter TB macht der 70-Jährige Schluss. Jüngere sollen ran, findet der Mann, den alle nur „Schnietze“ nennen. Seinen Sanitätskoffer übernimmt Sebastian Tillmann. Der muss sich einen Abschied, wie ihn Lakewand am Samstag erlebte, nun erst einmal erarbeiten.

Etwa 100 Weggefährten des Urgesteins waren auf den Harpstedter Schulsportplatz gekommen, um danke zu sagen. „Das ist heute ein einzigartiger Tag. Nicht nur für ‚Schnietze‘, ebenso für den gesamten Harpstedter Turnerbund“, begann Spartenleiter Dieter Bunzel die Laudatio auf seinen Schwager – und führte weiter aus: „Welcher Verein aus der Region und darüber hinaus kann schon einen Betreuer einer ersten Herren aufbieten, der 48 Jahre lang diesem ehrenamtlichen Job nachkam und Ansprechpartner gleichermaßen für den jeweiligen Trainer und die Spieler war?“

Den Worten lauschten all jene Menschen, die Lakewand in nahezu fünf Jahrzehnten schätzen gelernt hatten – ehemalige und aktuelle Trainer, ehemalige und aktuelle Spieler sowie andere Wegbegleiter. Für ein Blitzturnier zu Ehren von „Schnietze“ hatten die Harpstedter drei Mannschaften zusammengestellt – die ältesten Spieler waren so alt wie Lakewand selbst. Jeder Einzelne von ihnen hatte „Schnietze“ als Betreuer oder Mitspieler (227 Spiele für die dritte Mannschaft des HTB) erlebt. Kein Wunder, dass sich nach dem Turnier alle Spieler auf das Foto mit Lakewand drängelten – diesen für den Verein historischen Moment möchte niemand vergessen. Ein halbes Jahrhundert Fußballgeschichte im Harpstedter Turnerbund ist am Samstagabend zu Ende gegangen. Etwa 15 Trainer hat Lakewand kommen und gehen sehen.

Sogar aus dem fernen Berlin meldete sich jemand zu Wort: Werner Kostka. Der Bruder des Ex-HTB-Vorsitzenden Günther Kostka hatte in der A-Jugend gespielt, als Lakewand 1965 seine Betreuertätigkeit begann. „Ich bin so dankbar“, schrieb Kostka in seinem Brief, aus dem zitiert wurde, „dass ich eineinhalb Jahrzehnte in der Mannschaft spielen durfte, in der Du mehr warst als nur ein Betreuer.“

Ab sofort ist Lakewand vor allem eins: Fan. Und als solcher gehört er natürlich in den HTB-Fanclub, dessen Einladung nur noch reine Formsache war. „Deinen alten Campingstuhl kannst du nun entsorgen“, sagte Heiko Spitz vom Fanclub – und übergab einen neuen Regiestuhl. Ein weiteres Geschenk neben vielen anderen: der HTB-Schal mit der Aufschrift „Unser Schnietze der 12. Mann“, den Markus Würdemann von der ersten Herren überreichte.

Was „Schnietze“ selbst zu all den Huldigungen sagte? Nicht viel. Es schien ihm den Hals zugeschnürt zu haben. „Schönen Dank, Leute“, sagte er und zeigte über die Schulter Richtung Vereinsheim: „Drinnen geht’s weiter.“

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