Fußball-Landesliga droht Mammutsaison mit 42 Spieltagen

NFV für Abbruch ohne Absteiger

Welche Variante darf es sein? Der NFV-Vorstand will beim Verbandstag den Saisonabbruch mit Aufsteigern, aber ohne Absteiger beantragen. Foto: Marquart

Wildeshausen – Es kommt ein wenig überraschend, aber der Vorstand des Niedersächsischen Fußballverbandes (NFV) hat sich während seiner jüngsten Videokonferenz mit großer Mehrheit auf einen Saisonabbruch mit Aufsteigern und ohne Absteiger nach der Quotientenregelung verständigt. Dieses Modell wird der Verband als seinen Antrag auf dem außerordentlichen Verbandstag am 27. Juni zur Abstimmung bringen. Die Fortsetzung der aktuell nur unterbrochenen Spielzeit in Niedersachsen dürfte damit vom Tisch sein.

„Das Webinar am vergangenen Samstag hat noch einmal zur umfassenden Information der Vereine beigetragen. Die Resonanz hat gezeigt, wo die Präferenzen der Vereine liegen. Insofern ist der Verbandsvorstand auch nach Empfehlung des Präsidiums einmütig zur Beschlussfassung gekommen. Der Antrag auf einen Saisonbruch nach Quotientenregelung mit Auf-, aber ohne Absteiger wird der Einzige sein, der vonseiten des NFV-Vorstandes auf dem außerordentlichen Verbandstag eingebracht und zur Abstimmung gestellt wird. Unabhängig davon kann jeder Verein einen Antrag im Rahmen der Antragsfrist stellen“, sagte NFV-Präsident Günter Distelrath.

Neben dem einmütigen Votum für das Abbruchszenario sprach sich der aus den Mitgliedern des NFV-Präsidiums und den 33 Kreisvorsitzenden bestehende Verbandsvorstand mit großer Mehrheit dafür aus, dass zusätzlich zu den Regelaufsteigern auch die Teams auf den Relegationsplätzen aufsteigen sollen. Wenn es tatsächlich so kommt, kann der Oberliga-Zweite SV Atlas Delmenhorst für die Regionalliga planen.

Dass die Variante ohne Absteiger spieltechnische Konsequenzen für die kommende Saison hat und eine große Herausforderung für die jeweiligen Spielausschüsse darstellt, ist den Verantwortlichen bewusst. „Wir müssen darauf achten, dass kein Verein und keine Mannschaft überfordert wird. Deshalb wird es zum Beispiel hinsichtlich der Planung der Saison keine Denkverbote geben“, betonte Distelrath. Der NFV behalte sich darüber hinaus vor, Sonderregelungen für die Pokalwettbewerbe zu treffen oder die kommende Saison bis zum Beginn der Sommerferien am 22. Juli 2021 zu verlängern.

Besonders betroffen wäre beispielsweise die Landesliga Weser-Ems, der eine Mammutsaison mit 42 Spieltagen droht. Sollte die Abbruchvariante ohne Absteiger eine Mehrheit bekommen, würde die Landesliga in der Serie 2020/2021 mit 21 Mannschaften spielen (Sollstärke: 16). Der derzeitige Tabellenführer TuS BW Lohne stiege in die Oberliga Niedersachsen auf – die Zulassung haben die Blau-Weißen vor wenigen Tagen erhalten. Zu den dann noch 16 Teams kämen die Meister der fünf Bezirksliga-Staffeln (TuRa 07 Westrhauderfehn, WSC Frisia Wilhelmshaven, SV Sparta Werlte, SV Hansa Friesoythe, SV Bad Rothenfelde). Übrigens müsste der VfL Wildeshausen, momentan noch Landesliga-Achter (1,313), im Falle des Saisonabbruchs und bei Anwendung der Quotientenregel noch den VfR Voxtrup und GW Firrel (beide 1,333) im Klassement vorbeiziehen lassen und würde die Spielzeit 2019/2020 als Zehnter beenden. Diese Platzierung hätte auch regulär zum Klassenerhalt gereicht.

Für den Fußballkreis Oldenburg-Land/Delmenhorst hat der Spielausschussvorsitzende Thomas Luthardt die aktuellen Tabellen ausgewertet und unter Vorbehalt schon einmal die voraussichtlichen Staffeleinteilungen für die Saison 2020/2021 bekanntgegeben. Demnach verabschiedet sich Kreisliga-Spitzenreiter SV Atlas Delmenhorst II nach oben in die Bezirksliga-Staffel 2. Die um die Aufsteiger FC Hude II und SV Achternmeer ergänzte Kreisliga würde dann mit 17 Mannschaften spielen.

Der 1. Kreisklasse würden statt 15 künftig 16 Teams angehören, darunter die drei Neulinge SC Colnrade, TSV Ippener und TSV Großenkneten II. Die 2. Kreisklasse wüchse von 13 auf 14 Mannschaften an. Neu dabei wären der VfL Wildeshausen III, der Delmenhorster TB III, der VfL Stenum III und der VfL Stenum IV. In der 4. Kreisklasse bliebe es durch die vier Aufsteiger TV Jahn III, TV Jahn IV, SV Tur Abdin III und SV Baris III bei 13 Mannschaften. Die 5. Kreisklasse würde von einer Zwölfer- zu einer Neunerstaffel schrumpfen, darunter mit dem TSV Ippener II, dem Harpstedter TB III, dem TuS Vielstedt II und der SG Bookhorn II auch vier Neunermannschaften.

„Das ist alles erst einmal unverbindlich. Mannschaftsmeldungen können voraussichtlich erst nach dem Verbandstag getätigt werden. Vereine, die ihr Aufstiegsrecht nicht in Anspruch nehmen wollen, bitte ich, sich rechtzeitig zu melden“, erläutert Luthardt.  mar

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