Mannschaften bevorzugen Unterbrechung des Handball-Spielbetriebs

2G plus ist für die Teams des TV Neerstedt keine Option

Leonie Voigt vom Handball-Oberligisten TV Neerstedt beim Torwurf.
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War das das letzte Heimspiel in diesem Jahr oder nicht? Leonie Voigt (am Ball) beim 19:28 gegen den Wilhelmshavener HV. Bei einer Fortsetzung des Spielbetriebs müsste die Linkshänderin mit ihren Teamkolleginnen am Sonnabend gegen die HSG Osnabrück ran.

Neerstedt – Eine große virtuelle Runde zu einem wieder mal ernsten Thema: 110 Offizielle aus Reihen der Ober- und Verbandsligisten hatten sich am Montagabend auf Einladung des Handball-Verbandes Niedersachsen (HVN) zusammengeschaltet, um zu beraten, ob und wie es angesichts der Coronalage mit der Saison in diesem Jahr noch weitergehen kann.

„Da wurde kontrovers diskutiert“, berichtet Andreas Müller, der Trainer des Männer-Verbandsligisten TV Neerstedt. „Die einen haben gesagt, es ist kein Problem, die Saison unter 2G-plus-Bedingungen fortzusetzen, die anderen haben gefordert, dass der Spielbetrieb sofort eingestellt wird, weil der Aufwand viel zu groß ist.“ Anhand der Wortmeldungen glaubt Müller unter den Vereinsvertretern „eine leichte Tendenz“ zur Unterbrechung des Spielbetriebs ausgemacht zu haben.

Bis Mittwochabend hatten die Clubs Zeit, um dem HVN ihre Meinung bei einer Umfrage zu übermitteln. Am Donnerstag will der Verband entscheiden, ob am Wochenende noch Spiele in den oberen Klassen ab der Landesklasse aufwärts steigen oder nicht. „Ich bin gespannt, was dabei rumkommt“, sagt Müller.

Der Vorstand des TV Neerstedt hat seinen Mannschaften bei der Abstimmung freie Hand gelassen. „Wir gehen jede Entscheidung mit. Wir unterstützen die Mannschaften, wenn sie weiterspielen wollen. Aber wenn es ihnen zu heikel ist, ist das für uns auch total okay“, erklärt der Vorsitzende Tim Gersner. Diesbezüglich sind sich in seinem Verein jedoch alle auf Verbandsebene spielenden Teams einig. Sowohl die Verbandsliga- und Landesklassen-Männer als auch die Oberliga- und Landesklassen-Frauen hätten sich für eine Unterbrechung des Spielbetriebs ausgesprochen, erläutern Müller und seine Kollegin Cordula Schröder-Brockshus, die das Oberliga-Team trainiert.

Genauso hat Cordula Schröder-Brockshus auch in ihrer Funktion als Jugendwartin des Vereins für die männliche und weibliche A-Jugend, die weibliche B-Jugend sowie die männliche C-Jugend, die jeweils in der Landesliga beheimatet sind, votiert. „Viele Eltern sehen die Ansteckungsgefahr, die von den Schulen ausgeht. Die Bedenken, in der Freizeit noch zusätzlich so viele Kontakte zuzulassen, sind schon sehr groß“, sagt Cordula Schröder-Brockshus.

In Gesprächen mit seinen Führungsspielern ist Müller zu dem Entschluss gekommen, „dass wir in Anbetracht der aktuellen Lage lieber aussetzen würden“. Denn seit Mittwoch muss jeder einzelne Sportler vor sämtlichen Spielen und Trainingseinheiten einen Test machen – egal, ob er nun bereits immunisiert oder von Corona genesen ist. Das sei aus Zeit- und Kostengründen aber nicht zu leisten, meint Müller. „Viele Spieler kommen vom Job direkt zum Training in die Halle und schaffen es nicht, noch 20 Minuten eher da zu sein, um sich selbst zu testen, geschweige denn, zweimal wöchentlich ins Testzentrum zu gehen. Außerdem müssten sie die Tests selbst finanzieren“, erläutert der 44-Jährige.

Da die Verbandsspitze um Präsident Stefan Hüdepohl, Vizepräsident Jens Schoof und Geschäftsführer Markus Ernst den Vereinsvertretern zudem mitgeteilt habe, dass viele Schiedsrichter unter 2G-plus-Bedingungen nicht zur Verfügung stünden, hält es Müller für „die stimmigste Lösung, den Spielbetrieb zumindest bis Anfang Januar zu unterbrechen und wenn es die Infektionszahlen dann erlauben, eine Fortsetzung ins Auge zu fassen“.

Um den Spielbetrieb aufrechterhalten zu können, stehen auch Austragungen der nächsten Partien unter Ausschluss der Öffentlichkeit – sprich: „Geisterspiele“ – im Raum. „Spiele mit Zuschauerbetrieb unter 2G-plus-Bedingungen würden für die Vereine einen Heidenaufwand bedeuten – da brauchst du richtig Manpower“, bestätigt Gersner. Auch vor diesem Hintergrund führte der TVN-Chef kürzlich ein Gespräch mit Dötlingens Bürgermeisterin Antje Oltmanns, „wie die Test- und Impfkapazitäten in der Gemeinde ausgeweitet werden können“.

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