22-Jähriger wird Nachfolger von Georg Zimmermann / Torjäger Niklas Hiegemann wechselt zum TSV Oldenburg

TV Dötlingen installiert Sandkuhl als Trainer

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Hendrik Sandkuhl soll den TV Dötlingen als Trainer in der Fußball-Kreisliga zum Klassenerhalt führen.

Dötlingen - Von Sven Marquart. Der Ausstieg Georg Zimmermanns beim TV Dötlingen kam einer faustdicken Überraschung gleich. Mindestens genauso erstaunlich ist die Nachfolgeregelung auf der Trainerbank des Fußball-Kreisligisten: Hendrik Sandkuhl soll den Tabellenvierzehnten zum Klassenerhalt führen. Sein Vertrag läuft zunächst bis zum Saisonende.

„Hendrik kennt die Mannschaft und hat einen guten Draht zu den Spielern. Das ist schon mal ein Vorteil. Ich denke, dass wir einen guten Griff getan haben“, erklärt der Vereinsvorsitzende Rudi Zingler.

Seit seinem Wechsel vom SC Dünsen im Jahr 2013 steht Hendrik Sandkuhl als Spieler im Kader des TV Dötlingen. Nachdem er sich im April dieses Jahres zum zweiten Mal in seiner Karriere einen Meniskusriss zugezogen hatte, blieb dem Mittelfeldspieler zuletzt jedoch nur die Zuschauerrolle. „Ich will auf jeden Fall wieder spielen“, betont Sandkuhl. „Allerdings werde ich nicht den Spielertrainer geben – ich werde mich auf meine Aufgabe an der Linie konzentrieren.“

In der Coachingzone gab mit dem 61-jährigen Zimmermann, der zum TV Falkenburg in die 1. Kreisklasse wechselt (wir berichteten), bislang ein alter Trainerfuchs den Ton an. Ab sofort läuft dort mit dem erst 22-jährigen Sandkuhl ein Kontrastprogramm. Eben weil der neue Übungsleiter so jung ist, könnte er es schwer haben, von seinen bisherigen Mitspielern akzeptiert zu werden. „Da habe ich keine Bedenken“, wiegelt Vereinsboss Zingler ab. „Hendrik hat die notwendige Qualifikation, und so wie ich ihn kenne, wird er das packen.“ Sandkuhl ist im Besitz der Trainer-C-Lizenz Leistungsfußball. „Die habe ich nicht umsonst gemacht“, bekräftigt der Dünsener. Erste praktische Erfahrungen sammelte er während seines freiwilligen sozialen Jahres beim Harpstedter TB. Dort betreute er eigenverantwortlich eine Jugendmannschaft. „Außerdem habe ich sehr viel von Michael Würdemann und Martin Werner mitgenommen.“ Darüber hinaus leitete er immer mal wieder eine Übungseinheit beim TV Dötlingen, wenn Georg Zimmermann verhindert war.

Als dieser am 20. November seinen Ausstieg zum Jahresende angekündigt hatte, war guter Rat teuer. Die Suche nach einem Nachfolger gestaltete sich schwierig. Deshalb signalisierte Sandkuhl dem mit Kapitän Julian Eilers, Angreifer Gerrit Schüler und Torhüter Hendrik Schulz besetzten Mannschaftsrat, dass er die Aufgabe übernehmen würde – und bekam den Job. „Das wird ein spannendes halbes Jahr für mich und für die Mannschaft“, meint Sandkuhl.

Seine wichtigste Aufgabe wird es sein, den drohenden Abstieg zu verhindern. „Wir haben uns zum Ziel gesetzt, die Klasse zu halten“, bestätigt Rudi Zingler. Mit aktuell 15 Zählern hat der TV Dötlingen lediglich ein Vier-Punkte-Polster auf die Abstiegsplätze. „Das wird eine schwierige Aufgabe, aber die Mannschaft hat das Potenzial für die Kreisliga“, ist sich Sandkuhl sicher.

Nachdem der Club vor der Saison Sebastian Bröcker (14 Treffer in der vergangenen Spielzeit) an den Landesligisten VfL Wildeshausen und Roman Seibel (13) an den Bezirksligisten SV Tur Abdin verloren hatte, hapert es vor allem in der Offensive. Bisher netzten die Dötlinger lediglich 22 Mal – nur zwei andere Teams jubelten noch seltener. Und nun geht neben Coach Zimmermann auch noch der mit fünf Treffern beste Torschütze: Angreifer Niklas Hiegemann zieht es zum Landesliga-Tabellenführer TSV Oldenburg.

Ähnlich wie Zimmermann störte sich Hiegemann an der Entwicklung beim TV Dötlingen. Der Verein sei für ihn „eine Herzensangelegenheit“. Aber schon vor der Saison habe er gesagt: „Wenn sich nichts tut, bin ich weg. Dazu bin ich zu ehrgeizig – ich will was bewegen.“ Als TSV-Coach Andre Schmitz anfragte, ob er es noch mal höherklassig probieren wolle, machte der 22-Jährige Nägel mit Köpfen. Künftig wird er an der Seite von Marco Prießner auf Torejagd gehen, den er noch aus gemeinsamen A-Junioren-Bundesliga-Zeiten bei Werder Bremen kennt. „Wenn Niklas die Chance hat, zwei Klassen höher zu spielen, soll er es versuchen“, sagt Hendrik Sandkuhl. Er hofft, den Verlust „durch das Kollektiv“ kompensieren zu können: „Auch ein Gerrit Schüler oder ein Jan Mewis wissen, wo das Tor steht.“

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