5:4-Siegtor nach hartem Fight gegen St. Jürgen / „Ein Erfolg für die Moral“

Zimmermann reißt Verden aus dem „Albtraum Thiel“

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Nimmt es in dieser Szene mit zwei St. Jürgenern auf: Verdens 5:4-Siegtorschütze Patrick Zimmermann. ·

Verden - Von Ulf von der EltzDiese Extra-Prämie von Chef Andreas Höttler hatten sich die Kicker des FC Verden 04 wahrlich verdient: „Essen und Getränke gehen aufs Haus.“ Mit einer Energieleistung rang die Dreyer-Elf gestern im letzten Bezirksliga-Match des Jahres den TSV St. Jürgen 5:4 (3:2) nieder.

Ein verdienter Erfolg nach einem äußerst heftig umkämpften Spiel, in das die Gäste alles reinwarfen, was sie hatten – inklusive Überhärte. Dass Schiri Yavuz Dag (Celle) erst in der Nachspielzeit in Paul Barton einen St. Jürgener mit Gelb-Rot vom Platz schickte, war nahezu unverständlich.

Angesichts des Verlaufs der 95 Minuten mit allen Begleitumständen fiel den Verdenern ein zentnerschwerer Stein vom Herzen. Coach Jens Dreyer formulierte entsprechend: „Ein Sieg der Moral, den nehmen wir jetzt mit in die Winterpause.“ Dabei fielen die Gastgeber trotz schneller 1:0-Führung durch David Hennig, der nach einem Becker-Freistoß freistehend im Strafraum einnetzte (8.), in einen Albtraum – der trug den Namen René Thiel. Mit seiner robusten, aber auch technisch versierten Spielweise, und vor allem dank seiner drei Treffer durfte der Vorletzte bis kurz vor Schluss auf einem Punktgewinn hoffen.

Erst Patrick Zimmermann riss die Domstädter in der 85. Minute aus diesem Albtraum: Nach starker Balleroberung und Steilpass von Ahmed Leilo setzte sich „Paddy“ im Duell eins gegen eins durch und überwand Keeper Oliver Hans zum viel umjubelten 5:4. Und wenig später hätte Zimmermann sogar noch erhöhen können, wurde aber kurz vorm Strafraum gebremst: „Mit fehlte einfach die Kraft zum Weiterlaufen“, war sein Akku leer.

Trotz des frühen 1:0 bekamen die Verdener keine Sicherheit, Sascha Jütting (11.) und Thiel (15.) feuerten aus der Distanz erste Warnschüsse ab, die Stefan Wöhlke noch parierte. Dann war aber auch der FC-Keeper machtlos, als Leilo den Ball vertendelte, Otto Schmidt gedankenschnell im die Spitze spielte – Thiel vollendete flach zum 1:1 (15.). Tugay Dogru hatte die Antwort parat: Erst scheiterte der Mittelfeld-Mann noch an Hans (25.), sieben Minuten später hämmerte er die Kugel nach Kubiak-Flanke aber zum 2:1 in die Maschen. Und auch Kubiak benötigte zwei Anläufe. Das Talent drosch den Ball aus zwei Metern übers leere Tor (31.), um dann per Schlenzer ins lange Ecke auf Zuspiel von Stefan Twietmeyer auf 3:1 zu erhöhen (36.). Gegen die offene Abwehr verkürzte Thiel auf 3:2 (39.).

Es blieb auch in Hälfte zwei dramatisch: Philipp Breves schien die Dreyer-Elf mit herrlichem Freistoß zum 4:2 (60.) endgültig auf die Siegerstraße zu bringen. Aber St. Jürgen gab auch diesmal nicht auf. Axel Domke markierte aus spitzem Winkel das 4:3 (68.) – und es kam noch bitterer: Thiel entwischte seinem Bewacher Simon Kirsch, legte ein sehenswertes Solo hin, umkurvte auch noch Wöhlke und schob zum 4:4 ein (79.). Glück für Verden, dass der Gast nun drei Punkte wollte – gegen die entblößte Abwehr setzte Zimmermann den „lucky punch“.

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