Für Uphusens Kapitän wäre der Einzug in den DFB-Pokal eine späte Genugtuung

Yildirim – der Urlaub ist vorsichtshalber eingereicht

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Uphusens Kapitän Oktay Yildirim ist immer ein Vorbild an Einsatz. 

Uphusen - Von Kai Caspers. Gefühlt läuft Oktay Yildirim bereits seit einer Ewigkeit für den TB Uphusen auf. Genau genommen sind es aber „nur“ fünf Jahre, die der Defensivallrounder seine Stiefel für den TBU schnürt.

Dennoch ist „Okki“ längst zu einer Institution beim Fußball-Oberligisten geworden und trägt nicht von ungefähr seit nunmehr vier Jahren die Kapitänsbinde. Grund genug, um dem 34-Jährigen vor dem größten Spiel der Uphuser Vereinsgeschichte gegen den BSV Rehden (Ostermontag) mal auf den Zahn zu fühlen.

Herr Yildirim, ein Sieg noch und Sie stehen mit dem TB Uphusen in der ersten Runde des DFB-Pokals. Hätten Sie vor fünf Jahren eine derartige Entwicklung beim TBU für möglich gehalten?

Yildirim:Niemals. Allerdings ist in den letzten Jahren im Uphuser Umfeld auch einiges passiert. Nicht von ungefähr hat es dann ja auch im zweiten Anlauf mit dem Aufstieg in die Oberliga geklappt. Der Einzug ins Halbfinale des NFV-Pokals – er ist für mich eine Bestätigung der guten Arbeit, die wir aktuell in Uphusen machen. Sollte uns jetzt noch die Sensation gelingen, ich glaube dann herrscht im gesamten Ort für eine Woche Ausnahmezustand.

Sie sprechen von einer Sensation. Dabei haben Sie mit Meppen und Wilhelmshaven doch schon zwei Regionalligisten ausgeschaltet. Warum also dieses Mal kleine Brötchen backen?

Yildirim:Rehden spielt nicht nur eine Klasse höher, sondern verfügt gerade in der Offensive über eine enorm hohe Qualität. Zudem ist der BSV im Gegensatz zu uns in der Liga frei von jeglichen Sorgen. Daher kann da schon mal der eine oder andere Spieler für den Pokal geschont werden. Außerdem bin ich davon überzeugt, dass wir dieses Mal definitiv nicht unterschätzt werden. Dafür wurden wir auch zu oft beobachtet.

Warum glauben Sie dennoch an den Coup?

Yildirim:Gerade im Pokal haben wir in der Vergangenheit unsere stärksten Spiele gemacht. Fast hat es da den Anschein, als würden wir dort über uns hinauswachsen. Außerdem wissen alle, dass sie so eine Chance vermutlich nur einmal im Leben bekommen. Mit unseren Fans im Rücken und der nötigen Leidenschaft kann in einem Spiel immer alles passieren. Außerdem liegt der Druck definitiv auf Seiten der Rehdener. Schließlich erwartet doch jeder einen Sieg gegen uns. Mal gucken, wie der BSV bei entsprechender Gegenwehr damit umgeht.

Gesetzt den Fall es klappt mit dem Einzug in den DFB-Pokal. Was würde das für den TBU bedeuten?

Yildirim:Auf jeden Fall hätte der Verein Planungssicherheit für die kommende Saison. Auch in Sachen Neuzugänge wäre der DFB-Pokal natürlich ein riesiges Pfund, mit dem wir wuchern könnten. Was das sonst noch alles bedeuten kann – ich kann und will es jetzt noch nicht abschätzen. Schließlich gilt es erstmal Rehden zu schlagen und dann abzuwarten, welches Los wir bekommen.

Als einziger Uphuser Spieler haben sie den NFV-Pokal ja schon mal gewonnen. Beschreiben Sie mal das folgende Erlebnis DFB-Pokal.

Yildirim:Das stimmt. Ich habe damals bei Cloppenburg gespielt. Allerdings habe ich den Verein dann verlassen und war bei der 0:1-Niederlage gegen den 1. FC Nürnberg nicht mit dabei. Schon deshalb muss klappen, damit ich zumindest noch einmal die Chance auf so ein Highlight habe.

Moment mal. Laut unseren Informationen stehen Sie in der neuen Saison Coach Andre Schmitz als Co-Trainer zur Verfügung. Soll das also heißen, dass Sie ihre Schuhe doch nicht an den Nagel hängen wollen?

Yildirim (grinst):Körperlich bin ich sicherlich noch in der Lage ein bis zwei Jahre auf diesem Niveau zu spielen. Geplant ist jedoch, dass ich meine aktive Karriere nach dieser Saison beende. Doch man soll niemals nie sagen. Von daher werde ich mich natürlich weiterhin fit halten. Und sollten wir es dann tatsächlich gegen Rehden schaffen, wäre ein Spiel im DFB-Pokal für mich nicht nur ein würdiger Abschluss, sondern zudem eine späte Genugtuung. Außerdem habe ich es als Co-Trainer ja selber in der Hand…

Wieso Genugtuung? Worauf spielen Sie an?

Yildirim:Ich habe schon immer für den Fußball gelebt und auch entsprechend an mir gearbeitet. Als 20-Jähriger bin ich 2000 vom VfB Oldenburg zu den Amateuren des Hamburger SV gewechselt und war dort auf dem Sprung ins Bundesligateam. Verletzungen haben dann ein Debüt bei den Profis verhindert. Danach habe ich es dann noch einmal in der Türkei beim Erstligisten Göztepe Izmir versucht. Als es zur Vertragsunterschrift gehen sollte, warteten vor dem Stadion bereits zahlreiche Journalisten. Aber leider nicht auf mich, denn der Verein hatte kurz zuvor Insolvenz angemeldet. Somit war auch mein zweiter Profi-Traum geplatzt.

Noch einmal zurück zum größten Spiel der Uphuser Vereinsgeschichte gegen Rehden. Können Sie abschätzen, was Sie und Ihre Mannschaft Ostermontag erwarten wird?

Yildirim:Nein. Natürlich hoffen wir auf eine große Unterstützung. Ganz toll wäre es, wenn dabei der gesamte Kreis Verden hinter uns steht und mal gewisse Animositäten für zumindest dieses eine Spiel vergessen werden. Sollte es dann sogar zu Fangesängen kommen – das wäre ein absoluter Traum. Klappt es dann am Ende mit einem Sieg, gibt es vermutlich kein Halten mehr. Zumindest garantiere ich dann für nichts mehr. Vorsichtshalber habe ich, und damit bin ich vermutlich nicht der einzige, für die nächsten Tage schon mal Urlaub eingereicht. Daher kann ich auch nur an jeden Fußballfan im Kreis Verden appellieren, dass er sich dieses Spiel nicht entgehen lassen sollte.

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