UNVERGESSEN TV Oyten II steigt nach Relegations-Krimi auf / 13 Bälle machen den Unterschied

Das Wunder von Schwanewede

Auf Dennis Metko war Verlass: Mit drei Siegen hatte er maßgeblichen Anteil am Oytener Aufstieg. Fotos (3): häg

Oyten - Von Kai Caspers. Der 3. Mai 2008 – er ist ganz sicher in die Annalen der Tischtennisabteilung des TV Oyten eingegangen. Daraus machte Protagonist Thomas Mrotzeck auch gar keinen Hehl und bekommt noch immer ziemlich leuchtende Augen, wenn er an die Partie beim FC Hansa Schwanewede zurückdenkt. „Das war eine irre Begegnung der anderen Art. In dieser Form hatte das so noch niemand erlebt. Einfach nur unfassbar, was da alles passiert ist“, bilanzierte der TVO-Vorsitzende nach dem letztlich erfolgreichen Aufstiegskrimi.

Dabei hatte das Relegationsspiel zur 1. Bezirksklasse für die Oytener denkbar schlecht begonnen. „Was sich zum Ende der Rückrunde bereits angedeutet hatte, setzte sich auch in Schwanewede ungehindert fort“, verwies Mrotzeck auf die Doppelschwäche seiner Mannschaft. Erneut gerieten die Gäste in Rückstand und sahen sich einem 0:3 gegenüber. Als sich dann auch noch Frank Mindermann in drei Sätzen geschlagen geben musste, drohten dem TVO die Felle bereits frühzeitig davonzuschwimmen. Was folgte, war an Dramatik jedoch kaum mehr zu überbieten. In den nächsten fünf Einzeln gingen die Gäste nur noch einmal als Verlierer vom Tisch und hatten damit auf 4:5 verkürzt. Für ein Kuriosum sorgte dabei Schwanewedes Gerd Harms. „Aus irgendwelchen Gründen musste er für eine bestimmte Zeit aus der Halle. Daher war klar, dass die Partie kampflos für uns gewertet wird. Die Gastgeber hatten dann irgendein Ergebnis zu unseren Gunsten eingetragen“, erinnerte sich Mrotzeck. „Das war aber nicht korrekt. Daher habe ich darauf bestanden, dass regelkonform alle drei Sätze mit 11:0 für uns gewertet werden müssen.“ Eine Entscheidung, die letztlich das Zünglein an der Waage sein sollte. Auch wenn Oytens Spitzenspieler das zu diesem Zeitpunkt der Partie noch gar nicht wissen konnte.

Nachdem die Gastgeber auf 6:4 erhöht hatten, gab es in der Partie zwischen Hansas Detlef Köhler und Frank Mindermann die ersten kleineren atmosphärischen Störungen. „Auf einmal sind die nervös geworden. Da wurden urplötzlich unsere Aufschläge bemängelt. Dabei war bis zu diesem Zeitpunkt noch keine Rede davon. Aber dafür hat es dann auch einen passenden Spruch von mir gegeben“, erinnerte sich Oytens Mindermann nach seinem völlig ungefährdeten 3:0-Erfolg. Als sich dann aber Klaus Sobing und Kurt Quast geschlagen geben mussten, begannen die Gastgeber in Anbetracht der 8:5-Führung schon zu feiern. „Die hatten sogar schon eine Flasche Sekt entkorkt. Schließlich fehlte ihnen aus den verbliebenen drei Einzeln ja auch nur noch ein Satzgewinn zum Aufstieg. Aber vielleicht war das genau der Ansporn, den wir gebraucht haben“, sagte Mrotzeck. Entsprechend motiviert gingen die Oytener in die abschließenden Spiele. Den Anfang machte Dennis Metko, der zwar in allen drei Sätzen zurücklag, doch letztlich mit 11:8, 13:11, 12:10 gewann. Im Anschluss traf Bernhard Bücher auf Gerd Harms, der von den Gastgebern nach seinem frühzeitigen Abgang eilig in die Halle zurückbeordert wurde. Allerdings zahlte sich das nicht aus, da Bücher Nerven wie Drahtseile hatte. Am Ende wehrte Oytens Linkshänder einige Satzbälle ab und triumphierte knapp mit 13:11, 12:10, 13:11 – 7:8. Somit lag es nun an Thomas Mrotzeck/Dennis Metko, die Kohlen aus dem Feuer zu holen. „In Anbetracht unserer damaligen Doppelschwäche war es für uns eigentlich unvorstellbar, dass wir das Spiel in drei Sätzen gewinnen konnten“, bezifferte Mrotzeck die Chancen im Vorfeld auf ein Minimum. Und bereits im ersten Satz schien sich diese These zu bewahrheiten, da Schwanewedes Staffhorst/Berke ein 10:8 vorlegten. Der nächste Punkt hätte für den TVO also das Aus bedeutet. Doch mit dem Rücken zur Wand drehten die Oytener den Rückstand noch in ein 12:10. Von diesem Zeitpunkt an gab es kein Halten mehr. Während auf Seiten der Gastgeber das große Zittern begann, „haben Dennis und ich wohl unser bestes Doppel aller Zeiten gespielt“, blickte Mrotzeck zurück. Die folgenden beiden Sätze gingen dann mit 11:7, 11:8 an die Oytener, die damit tatsächlich zum 8:8 ausgeglichen hatten. Da beide Mannschaften jeweils 29 Sätze gewonnen hatten, kam es zum Kuriosum, dass die einzelnen Bälle ausgezählt werden mussten. Und da hatte der TVO beim 559:546 nach vier Stunden Spielzeit um 13 Punkte die Nase vorn. Mrotzeck: „Gut, dass ich bei dem kampflosen Spiel zu unseren Gunsten auf die Regeln bestanden habe. Ansonsten hätte es für uns nämlich nicht gereicht. Auf jeden Fall werden wir diese Partie nicht vergessen und erzählen immer wieder gerne davon.“

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