Enjoy-Studio-Manager Heller fordert fixen Termin für Öffnung / Neidischer Blick nach NRW

„Wir wollen Beitrag zur Gesundheit leisten“

Parkplätze leer: Das Enjoy-Studio in Oyten steht seit Mitte März still – ohne genauen Wiederöffnungs-Termin. Foto: vst

Oyten - Von Ulf Von Der Eltz. Der Blick nach Nordrhein-Westfalen erzeugt nicht nur ein bisschen Neid, sondern vor allem richtigen Ärger bei Norman Heller. Im bevölkerungsreichsten Bundesland dürfen ab Montag, 11. Mai, die Fitnessstudios wieder öffen. Zwar unter harten Auflagen – aber sie dürfen immerhin. Davon sind die Kollegen in Niedersachsen noch ein ganzes Stück weit entfernt. „Es war für uns mal der 25. Mai angedacht. Mittlerweile heißt es aber, dass dann nur über die Öffnungen gesprochen wird und wir uns wohl noch bis in den Juni hinein gedulden müssen“, erläuterte der Leiter des Fitnessstudios Enjoy in Oyten am Freitag auf Nachfrage.

Mitte März hatte die Bundesregierung aufgrund der Corona-Pandemie die Türen aller „Muckibuden“ in Deutschland geschlossen. „Wir gehen also bald in den dritten Monat, da brechen die Beiträge weg. Schlimm ist, dass mittlerweile viele Sportarten wieder aktiv sein dürfen oder ihren genauen Termin für die Wiederaufnahme kennen – wir werden aber weiterhin im Unklaren gelassen“, hadert Heller. Sicher hat auch der 45-Jährige Verständnis für die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie, mittlerweile fühlt er sich und seine Kollegen jedoch quasi im Stich gelassen: „Fast alle anderen haben einen Stufenplan, der seit dem 4. Mai fertig ist. Fitnessstudios stehen aber offensichtlich ganz hintenan.“

Der Oytener fordert ein fixes Datum für die Wiedereröffnung und detaillierte Infos über die zu treffenden Maßnahmen: „Gerade in dieser Beziehung konnte uns bisher niemand weiterhelfen, wir sind von Gesundheitsamt zu Gesundheitsamt verwiesen worden, ohne Klarheit zu bekommen. Wenn alles weiter so schwammig bleibt, ist es langsam nicht mehr tragbar für uns.“ Heller wisse also überhaupt nicht, wie er sich auf den Tag X vorbereiten soll – es brauche eine Perspektive, einen deutlichen Fahrplan mit allen Maßnahmen.

„Ich habe mir schon überlegt, ob wir Schutzwände aufbauen sollen. Aber auch in dieser Frage bekomme ich keine Antwort“, so der Enjoy-Manager. Schutzmasken habe er vorsorglich schon bestellt, obwohl er es für völlig abwegig hält, dass seine Kunden damit trainieren können – so wie es an Rhein und Ruhr zur Pflicht gemacht wurde: „Beim Einkaufen geht es ja, aber bei körperlicher Anstrengung ist dann Schluss.“

Andere Anforderungen könne man von Nordrhein-Westfalen übernehmen, als da wären Einweghandschuhe, Abstand der Geräte, begrenzte Teilnehmerzahl im Studio, Verzicht auf Duschen, Umkleiden oder Sauna – wenn es denn nur bald wieder losginge. Zumindest haben die Enjoy-Betreiber aus der Not eine Tugend gemacht und nehmen eine umfangreiche Renovierung vor. Am Freitagabend kam zudem das Okay, im Laufe der nächsten Woche in Kleinstgruppen zu je fünf Aktiven Kurse auf dem Parkplatz anzubieten – das ist zumindest etwas.

Dass seine Branche überhaupt so stiefmütterlich behandelt werde, versteht Heller schon mal gar nicht. Schließlich zeigten die Zahlen, dass Fitness- und Gesundheitsstudios durchaus als systemrelevant einzuordnen seien. Fast zwölf Millionen Deutsche trainieren regelmäßig in knapp 10  000 Einrichtungen, wie der Deutsche Sportstudio-Verband (DSSV) ermittelte. Mehr als 217 000 Beschäftige stünden bei den Unternehmen in Lohn und Brot.

Das allein treibt Heller nicht zur Verzweiflung: „Man muss darüber hinaus auch den Beitrag zur Gesundheit der Menschen berücksichtigen.“ Der DSSV beruft sich auf eine Studie von Dr. med. Kurt Mosetter (Experten-Allianz für Gesundheit), in der unter anderem erklärt wird: „Das Muskelsystem in Aktion oder mit anderen Worten trainierende Muskeln sind der Dynamo für die Batterie des Immunsystems.“ Vorsorge für alle gefährlichen Erkrankungen sei also ein ganz wichtiger Baustein zur Aufrechterhaltung der Gesundheit der Bevölkerung.

Somit erscheint der Appell von Hellers Berufsstand allzu verständlich, wobei der Enjoy-Manager betont: „Wir nehmen uns des Themas bewusst an und kämpfen dafür, wollen kommunizieren und sensibilisieren. Sicher auch aus finanziellen Gründen. Aber schließlich wollen wir einen großen Beitrag für die Gesundheit der Gesellschaft leisten.“ Ihm bleibt die Hoffnung, in Niedersachsen rasch erhört zu werden.

Die wichtigsten Beschlüsse zum Schutz vor Infektion mit dem Coronavirus bei Öffnung von Fitnessstudios in NRW:

• Masken- und Einweghandschuhpflicht für Studiobesucher (selbstmitgebrachte Trainingshandschuhe sind nicht erlaubt)

• Ausreichend Desinfektionsmittel für die Sportler

• Duschen, Umkleiden und Saunen dürfen nicht benutzt werden

• Handtuchpflicht

• Begrenzte Teilnehmeranzahl

• Das Training soll auf eine Stunde begrenzt sein

• Es müssen 1,5 Meter Abstand zwischen den Sportlern gewährleistet sein

• Studiomitarbeiter sind angehalten, Masken zu tragen

• Die Studios müssen gut durchlüftet werden

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