INTERVIEW Bassens Bezirksliga-Coach blickt zurück und nach vorn

Uwe Bischoff: „Wir sind die Jäger Nummer eins“

Es täuscht ein wenig: Bassens Uwe Bischoff blickt keinesfalls sorgenvoll in die Zukunft.

Bassen - Fußball-Bezirksligist TSV Bassen blickt auf ein ungemein erfolgreiches Jahr zurück. Nur drei Niederlagen (FC Hambergen, TSV Achim, TSV Etelsen) in 34 Punktspielen in 2019 – eine sicherlich außergewöhnliche Bilanz. Großen Anteil hat daran Coach Uwe Bischoff, der vor vier Jahren das Amt von Marco Holsten übernahm und das Team in der Folgezeit ordentlich umkrempelte. An welchen Stellschrauben er gedreht hat, was er seinem Team noch zutraut und wie der 59-Jährige seine eigene Zukunft sieht, schildert der Übungsleiter im Interview mit dieser Zeitung.

Es gibt sicherlich nur wenige Fußball-Klubs, die solch eine Jahresbilanz vorlegen können.

Definitiv. Ich habe das in meiner Laufbahn als Spieler sowie auch Trainer noch nicht erlebt. Mit dem MTV Riede war ich mal vor Jahren in einer ähnlichen Situation als Coach. Aber so erfolgreich dann doch nicht.

Woran machen Sie den Lauf Ihrer Mannschaft fest?

Da gibt es viele Faktoren. Es lief einfach vom 1. Januar an. Erst Platz drei beim Supercup war motivierend, dann ist uns ein Rückrundenstart nach Maß gelungen. Die Sommervorbereitung lief dann so gut wie schon lange nicht mehr, da konnte das Team hart trainieren und so die Grundlagen schaffen.

Sie zählen da nur sportliche Punkte auf.

Ich bin ja auch noch längst nicht fertig! Der Zusammenhalt ist da ebenfalls ein ganz wichtiger Punkt. Auf und vor allem auch neben dem Platz. Dann...

Moment, bitte. Gibt es da Spieler, die sich in dieser Form besonders hervortun?

Mark Moffat, Heiko Budelmann und Kai Wessel sind nicht nur unsere Routiniers, sondern sind auch quasi die Zündhölzer, die in jeglicher Form das Feuer entfachen können. Deshalb sind sie Drei ungemein wichtige Spieler für uns.

Okay. Sie waren bei der Begründung für den Lauf noch nicht fertig.

Richtig. Zu nennen ist da auch die überdurchschnittlich verlaufene Entwicklung unserer vielen Youngster, dann die wahre Explosion von Daniel Wiechert im Sturm. Dass die Mannschaft sich ganz schnell an drei, vier verschiedene Spielsysteme gewöhnen konnte, dass sich die Neuen ohne Probleme eingewöhnen würden, ist ebenfalls so nicht unbedingt zu erwarten gewesen. Von unseren genialen Fans, dem ruhigen Umfeld und den vielen helfenden Händen im Hintergrund von Vorstand bis Betreuer will ich da gar nicht mehr sprechen.

Nun rangieren Sie mit ihrem Team als heißester Verfolger hinter dem TSV Etelsen auf Platz zwei. Geht da noch was?

Man muss so ehrlich sein und sagen, dass der TSV Etelsen schon die kompletteste Mannschaft der Liga hat. Es müsste schon mit dem Teufel zugehen, wenn sie erneut den Aufstieg verpassen würden. Doch sie sollen unseren Atem spüren. Und sollte Etelsen schwächeln, dann müssen wir bereit sein!

Ist das das Ziel, was Sie für die Rückrunde an Ihre Mannschaft weitergeben werden – Etelsen-Jäger?

Natürlich. Wir können doch nicht ohne weitermachen. Jeder Sportler braucht Ziele. Sonst kann er auch aufhören! Die Jungs müssen davon überzeugt sein, dass noch eine reelle Chance besteht, den TSV Etelsen zu ärgern. Das wird sie vorantreiben und wird dafür sorgen, dass sie auch weiterhin im Training immer ans Maximum gehen. Ohne Ziele könnten wir den Spielbetrieb doch einstellen!

Sollte es dann nicht klappen, müsste der TSV Bassen ergo für die kommende Saison den Hut im Kampf um die Meisterschaft in den Ring werfen.

Ja, das wäre die logische Konsequenz. Denn wir dürfen nicht sagen, es wäre schön wenn... – Ziele in weite Ferne zu stecken, ist nicht richtig. Es gibt zu viele Unwägbarkeiten. Junge, talentierte Spieler wären nicht mehr zu halten, wenn uns die Bezirksliga reichen würde. Außerdem hat diese Liga langsam ihren Reiz verloren, weil sie längst nicht mehr so stark ist, wie noch vor drei, vier Jahren. Fakt ist aber auch, dass man einen Aufstieg nie planen kann. Man kann nur die Voraussetzungen dafür schaffen, mehr nicht.

Was fehlt Ihrer Mannschaft noch, um tauglich für die Landesliga zu sein?

Gar nicht so viel. Den jungen Spielern sicher noch die Erfahrung. Aber wir haben uns bei meinem Amtsantritt vor vier Jahren im Verein darauf verständigt, dass die Verjüngung mit so vielen eigenen Talenten wie möglich das oberste Gebot sein sollte. Das haben wir geschafft, haben nur punktuell auswärtige Spieler geholt. Doch die passen optimal zu uns. Und so werden wir es weiterhin halten.

Sie haben es angesprochen: Sie würden bei einer weiteren Verlängerung ins fünfte Jahr beim TSV Bassen gehen. Wollen Sie?

Ja, ich würde den Weg gerne noch weitergehen. Wenn es die Mannschaft auch will. Auch wenn ich sagen muss, dass es dann irgendwann Zeit wird für einen Anderen, um neue Reizpunkte zu setzen.

Sie haben aber noch nicht die Nase voll vom Trainerdasein, oder?

Auf gar keinen Fall! Ich brauche das, mindestens dreimal die Woche auf dem Platz zu stehen. Aber ich sage es mal so – und da sind wir wieder bei den Zielen: Der TSV Bassen muss es sich auf die Fahnen schreiben, in naher Zukunft in die Landesliga aufzusteigen, und sollte dann die Grundlagen gelegt haben, diese auch längerfristig zu halten. Dann aber eben mit einem anderen Trainer. Ich würde mir dann ein neues Aufgabenfeld suchen. Doch soweit sind wir noch längst nicht. Machen wir einen Schritt nach dem anderen. Jetzt sind wir erst einmal die Jäger Nummer eins. Und wie gesagt: Schwächelt der TSV Etelsen, sollten wir da sein!

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

„Bauernball“ im Gasthaus Hartje in Varrel

„Bauernball“ im Gasthaus Hartje in Varrel

Wie werde ich Pharmazeutisch-kaufmännische Angestellte/r?

Wie werde ich Pharmazeutisch-kaufmännische Angestellte/r?

Welche Art der Solarthermieanlage ist richtig?

Welche Art der Solarthermieanlage ist richtig?

Bäume auf Privatgrundstücken sind oft geschützt

Bäume auf Privatgrundstücken sind oft geschützt

Meistgelesene Artikel

Nico Grasshoff mit neuer Bestleistung zum Titelgewinn

Nico Grasshoff mit neuer Bestleistung zum Titelgewinn

Ungeschlagen zum Titel

Ungeschlagen zum Titel

Eric Böhlke spielt jetzt für Dannenberg

Eric Böhlke spielt jetzt für Dannenberg

Sascha Kunze: „Verstecken müssen wir uns auf keinen Fall“

Sascha Kunze: „Verstecken müssen wir uns auf keinen Fall“

Kommentare