„Wir haben es geschafft!“

Badens Volleyballer halten nach 3:2-Krimisieg in Moers die 2. Bundesliga

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Geburtstagskind und in Moers wertvollster TVB-Spieler: Ole Seuberlich.

Moers/Baden - Von Frank Von Staden. Was für ein dramatisches Saisonfinale in der 2. Volleyball-Bundesliga! So schob der TV Baden durch einen 3:2-Krimisieg beim Moerser SC doch noch den USC Braunschweig auf einen Abstiegsplatz und feierte am späten Sonnabendabend den zuvor kaum noch für möglich gehaltenen Klassenerhalt. Die Gäste vergaben dabei in einem spektakulären Match über 141 Minuten sage und schreibe sechs Matchbälle im vierten Satz.

„Das war ein echtes Drama“, schüttelte später Badens Trainer Fabio Bartolone immer wieder nur noch den Kopf und brüllte dann aber regelrecht heraus: „Wir haben es geschafft! Aus eigener Kraft. In einem Spiel, das keiner, der es miterlebt hat, jemals in seinem Leben vergessen wird. Ich nicht, die Spieler nicht und auch unsere 45 mitgereisten Fans nicht, die auf der Tribüne wirklich alles gegeben haben. Es gab 1000 Gründe im Vorfeld, warum wir es nicht schaffen würden. Wir haben jeden einzelnen entkräftet in einem Spiel, das aus purem Adrinalin bestand!“

Im ersten Durchgang allerdings sah es noch ganz nach dem Geschmack der gut 450 Moerser Fans aus, die einen ordentlich aufspielendes Heimteam sahen, das am Ende ein 25:22 einfahren konnte. Danach allerdings spielten sich die Badener immer tieffer in einen wahren Rausch, pushten sich bei jeder Aktion und konnten so Satz zwei ebfalls mit 25:22 dominieren. „Jetzt haben wir gespürt, dass etwas geht. 

So jubeln Sieger: Groß war die Freude bei Badens Volleyballern, als am späten Sonnabendabend der Klassenerhalt perfekt war.

Und wir merkten, wie nervös Moers wurde, das ja unbedingt noch auf Platz drei in der Tabelle wollte“, so Bartolone, dessen Pendant im Laufe der Partie noch die Rote Karte sehen sollte, weil er sich zu sehr mit den Unparteiischen anlegte. „Sie haben allerdings auf beiden Seiten einige unglückliche Entscheidungen getroffen“, hob da später Badens Manager Peter-Michael Sagajewski hervor, wollte das aber nicht als Kritik wissen. „Es war eben ein sehr emotionales Match – auf allen Ebenen!“ Als dann Satz drei ebenfalls an den TVB (25:17) ging und Durchgang vier den Moersern immer mehr aus den Händen glitt, tobten auf den Rängen nur noch die Badener Fans, „die uns wirklich einmalig unterstützt haben“, war da Sagajewski völlig hin und weg.

Dann wurde es richtig dramatisch. Konnten die Hausherren den ersten Matchball des TVB noch mit Bravour abwehren, so rissen die Badener dann Sekunden später jubelnd die Arme hoch, glaubten sich nach einem Ausball der Moerser schon am Ziel. „Doch zum Entsetzen aller wollten die Unparteiischen den Ball im Feld gesehen haben. Sie waren die einzigen“, verstand Sagajewski auch nach dem Spiel die Welt nicht mehr. Und Bartolone fügte an: „Wahnsinn! Erst waren wir im Himmel, dann schickten sie uns in die Hölle.“ 

So ging die Partie also weiter, mussten sich die Mannen um Ole Seuberlich, der am Ende zum wertvollsten Badener Spieler gekürt wurde und später zünftig in seinen 25. Geburtstag reinfeiern durfte, neu konzentrieren und motivieren. „Dass sie das geschafft haben, zeigt, wie reif sie in diesem einen Jahr geworden sind“, war da Sagajewski voll des Lobes. Am Ende aber konnten die Badener trotz weiterer Matchbälle diesen Satz nicht für sich entscheiden – 31:33. „Nach solch einem Verlauf wären viele Mannschaft in sich zusammengebrochen und hätten auch den Tiebreak abgegeben. Nicht aber meine Jungs, die alle 110 Prozent gegeben und sich einen Abend beschert haben, den sie nie mehr vergessen werden“, war der Trainer auch viele Stunden nach Beendigung der Begegnung voll elektrisiert. „Doch ich muss hier auch Fabio loben. Genau in diesem so wichtigen Moment ist er mit kühlem Kopf vorangegangen und hat die richtigen Worte vor dem alles entscheidenden Tiebreak gefunden“, so Sagajewski.

Zwar brauchten die Gäste einen Moment, mussten sich etwas schütteln und lagen auch schnell klar zurück. Doch peu á peu kämpften sie sich zurück, trieben ihren Gegner zur Verzweiflung und brachten jetzt alles zurück, was zurückgebracht werden konnte. Als dann endlich der Sieg feststand, ein 20:18 eingetütet war, brachen bei Spielern, Verantwortlichen und Fans alle Dämme. Verriet Bartolone: „In der Kabine und unter der Dusche flossen Bier und Sekt in Strömen. Da ist von allen die ganze Last einer enorm anstrengenden Saison von den Schultern gefallen. Was wir geschafft haben, darauf können wir unglaublich stolz sein!“

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