„Wie Werder ohne Weserstadion“

Comebackrenntag in der Bremer Vahr nach mehr als drei Jahren

Freuen sich auf die Wiedereröffnung der Rennbahn in der Bremer Vahr: Turftrainer und Vorstandsmitglied Pavel Vovcenko (l.) sowie der Präsident Frank Lenk.
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Freuen sich auf die Wiedereröffnung der Rennbahn in der Bremer Vahr: Turftrainer und Vorstandsmitglied Pavel Vovcenko (l.) sowie der Präsident Frank Lenk.

Bremen/Achim – Erst am vergangenen Montag bekam der Bremer Rennverein endlich grünes Licht für seinen geplanten Renntag am 13. November auf der Galopprennbahn in der Bremer Vahr. Seit mehr als drei Jahren fand auf dem Areal keine Veranstaltung und schon gar kein Pferderennen mehr statt. Eine Bürgerinitiative kam den Bebauungsplänen der Stadt zuvor und erzwang in einem Volksentscheid den Erhalt des Geländes.

Nach einigem Tauziehen ist nun klar: Die Pferde kehren auf die Rennbahn in der Vahr zurück, wenn auch erst einmal nur für diesen einen Renntag. Mitten drin ist Pavel Vovcenko, der in Achim-Bollen wohnt. Erst zu Beginn dieses Jahres wurde der 51-jährige hauptberufliche Trainer von Galopprennpferden in den Vorstand des Bremer Rennvereins gewählt. Einer Berufung, der Vovcenko selbst zunächst mit gemischten Gefühlen gegenüberstand. „Ich wollte zuerst nicht in den Vorstand, da ich nicht so gerne im Mittelpunkt stehe. Allerdings ist es natürlich toll, dass man nun sieht, was man alles mit großem Einsatz erreichen kann. Ich hoffe nun einfach nur auf einen reibungslosen Ablauf – und dass wir zeigen können, wie wichtig die Rennbahn auch für die Stadt Bremen ist“, erklärt er. Mittlerweile haben im neuen Vorstand bestehend aus Frank Lenk, Andreas Sponbiel, Thomas Maruhn und eben Vovcenko alle ihren Platz gefunden.

Der Bollener wird sich fortan vor allem um den renntechnischen Teil kümmern. „Wir sind sehr stolz, dass wir jemanden wie Pavel im Vorstand an Bord haben. Nicht nur, weil er ein sehr erfolgreicher Trainer ist, sondern auch, weil er die nötige Expertise mitbringt, die so eine Veranstaltung braucht. In Eigenregie hat er außerdem bei der Wiederherstellung des Geländes, vor allem des Geläufs, mit angepackt. Er kennt hier wirklich jeden Grashalm“, erklärt Frank Lenk, Präsident des Bremer Rennvereins.

Renntage in der Bremer Vahr waren schon immer eine Veranstaltung für die ganze Familie. Und genau dahin wollen wir auch zurück.

Frank Lenk

In seiner bisherigen Trainerkarriere gewann Pavel Vovcenko 439 Rennen auf der Flachen und 84 Rennen auf der Hindernisbahn. Zu seinen größten Erfolgen zählt der dritte Platz von It’s Gino im Prix de’l Arc de Triomphe, dem wichtigsten Pferderennen Europas, im Jahr 2008 oder der Sieg von Kazzio im Gran Premio Merano auf Gruppe I-Niveau im Jahr 2005, einem über 5000 Meter führenden Jagdrennen.

In Bremen werden am kommenden Samstag nun acht Rennen zur Austragung kommen. Das Hauptereignis ist ein Ausgleich III über 2200 Meter, das mit 8000 dotiert ist. Diese Prüfung wird aufgrund des hohen Nennungsergebnis geteilt werden. „Wir haben bewusst kein Zweijährigen-, Listen- oder Grupperennen ausgeschrieben. Wir wollen den Basissport mit gut dotierten Rennen unterstützen“, erklärt Vovcenko. Insgesamt 25 Pferde aus diesem Aufgebot könnten vor dem allerersten Heimspiel ihrer Karriere stehen, denn sie werden aus der heimischen Trainingszentrale aus dem Stadtteil Bremen-Mahndorf anreisen. Dort trainiert nicht nur Pavel Vovcenko, sondern auch die in Achim wohnhaften Trainer Toni Potters, Werner Haustein, Jördes-Ina Meinecke und Kamila Harms.

Am 13. November fällt der Startschuss

Der Achim-Bollener selbst versah zwölf seiner Schützlinge aus seinem 42 Pferde starken Quartier mit einem Engagement auf der Heimatbahn. Darunter auch Lovely Dream, die im Besitz des Galopp Club Bremen steht, der schon seit 1983 Bestand hat. Die sechsjährige Stute gewann bereits sechs Rennen für den gebürtigen Tschechen. Besondere Hoffnungen gelten auch Feuerblume, die im Bumperrace über 3400 Meter an den Start kommen wird. „Ein Bumper ist ein Rennen, das extra für Pferde ausgeschrieben ist, die in Hindernisrennen laufen – nur eben ohne Sprünge“, erklärt Pavel Vovcenko, dessen Leidenschaft immer noch der Hindernissport ist. Fünfmal war er deutscher Championtrainer in diesem Metier, als aktiver Jockey gewann er sogar an die 50 Rennen über Sprünge in Deutschland.

„Ich freue mich sehr auf das Comeback in der Vahr. Es wird ein Feiertag für den ganzen Galopprennsport werden, der hoffentlich eine Signalwirkung hat. Bremen ohne Galopprennbahn, das ist wie Werder ohne das Weserstadion“, lacht Pavel Vovcenko. „Renntage in der Bremer Vahr waren schon immer eine Veranstaltung für die ganze Familie. Und genau dahin wollen wir auch zurück. Wir arbeiten daraufhin, im nächsten Jahr traditionell am Karfreitag zu veranstalten“, ergänzt auch Frank Lenk.

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