Von den Dreyers bis zu den Duddas

Wenn das Talent in der Wiege liegt

Jens Dreyer steht zwischen seinen Söhnen Cedric (links), wie er Fußballer in Etelsen,  und Noah, Handbaler bei Achim/Baden verschrieben hat.
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Die drei Dreyers: Vater Jens, dem Cedric (links) als Fußballer in Etelsen folgte, während sich Noah dem Handball verschrieben hat.

Verden – Dass Eltern nur das Beste für ihren Nachwuchs wollen, versteht sich quasi von selbst. Wenn dann auch noch die sportliche Leidenschaft übergeht, stellt das eine ganz besondere Verbindung zwischen den Generationen dar. So gibt es im Kreis Verden zahlreiche Beispiele, wo Talent und Begeisterung den Kindern praktisch mit in die Wiege gelegt wurden.

Das gilt speziell für den Fußball und für den Handball.

Sievers, Hoins, Breves und Pércani als Vorreiter im Kreis Verden

Sei es nun der einst in Osnabrück und Meppen zweitligaerprobte Profi-Kicker Jan Sievers, dessen Sohn Ole jüngst vom FC Verden 04 II zum SVV Hülsen wechselte und sein Potenzial sicher noch nicht ausgeschöpft hat. Ein weiteres Paradebeispiel zeigt die Familie Hoins aus Neddenaverbergen, wo die Leistungsdifferenzierung anders verläuft. Sohn Dennis hat den brandgefährlichen Ex-Stürmer und Vater Torsten, der einst für den TSV Verden und Germania Walsrode auf Torejagd ging, quasi noch überholt und es bis zum Profi beim VfB Lübeck und zum Aufstieg Liga Drei gebracht.

Genauso wie Henning Breves hat es Filius Philipp bis in die erste Verdener Herrenvertretung geschafft und verfügt wie der Vater über eine exzellente Schusstechnik. Hinzu kommt, dass sich beide im Abwehrbereich zu Hause fühlten oder fühlen. Identisch sieht es bei den Pércanis aus Achim aus: Vater Bujar führte der Weg als gefürchteten Angreifer einst sogar bis zu Werder Bremen, die Söhne Egzon sowie Auron laufen als Stürmer derzeit zusammen beim Heeslinger SC auf.

In der 2. Liga: Die Ex-Oytenerin Wiebke Meyer.

Dass der Apfel nicht weit vom Stamm fällt, zeigt sich auch im Hause Dreyer aus Cluvenhagen: Vater Jens war in seiner aktiven Zeit über zehn Jahre als Libero beim TSV Etelsen unterwegs und hat sich in seiner 20-jährigen Trainertätigkeit, zuletzt beim TSV Achim, einen Namen gemacht. Der 53-Jährige ist stolz, dass seine Sprösslinge Cedric und Noah sportlich den gleichen Weg gehen. Der 23-jährige Cedric ist im Tor des Landesligisten vom Schlosspark bestens unterwegs und betreibt seine Leidenschaft quasi unmittelbar vor der Haustür. Bereits mit 17 absolvierte er seine erste Partie im Seniorenbereich.

Eine vergleichbare Konstellation besteht bei den Warnkes in Brunsbrock, wo einst Andreas als Libero seine Elf auf den Platz führte und Sohn Alexander den Weg ins Tor fand. Dreyer muss schmunzeln: „Da gaben die Väter sicher auch ein Stück ihrer Gene weiter.“

Väter und Söhne: Torhüter-Duos stechen hervor

Gerne erinnert sich Dreyer senior an seine aktive Zeit, in der er unter anderem mit Heiner Jäger oder Gerd Meyer um Punkte kämpfte – deren Söhne Max und Nico kicken jetzt zusammen mit Cedric im Etelser Team. Cedric und Nico standen dabei schon seit frühester Kindheit zusammen auf dem Rasen. „Gerade in der Jugendzeit sollte man keinen Druck aufbauen und seine Kinder einfach laufen lassen. Denn sonst geht der Schuss schnell nach hinten los“, weiß der erfahrene Dreyer.

Bei der Stange blieben über das Jugendalter hinaus auch Nico und Matthis Bochinski sowie Eric und Jan Nienstädt, deren Väter Thomas und Jörg noch heute zusammen in Etelsen kicken und Jörg Nienstädt obendrein als Torwarttrainer in der ersten Herrenvertretung fungiert. Hinzu gesellt sich Ingo Bengsch, der ebenfalls in mehreren Funktionen bei den Blau-Weißen aktiv ist und seine Jungs Sören und Ole am Schlosspark spielen sieht.

Stand der in vielen Vereinen im Achimer Raum aktive Olaf Nientkewitz im Tor, so tut es ihm Sohn Moritz gleich und hütet das Gehäuse beim FSV Langwedel/Völkersen. Bruder Paul hingegen ist Feldspieler in Langwedel geworden. Noch eklatanter hat Detlef Meyer vom TV Oyten seine Torwartgene weitergegeben, denn gleich beide Söhne Leon und Fabian haben ebenfalls den Weg zwischen die Pfosten gefunden.

Ist halt eine coole Sache, zu sehen, wie talentiert beide sind. Und ich bin natürlich megastolz.

Mutter Nadja über die Söhne Cedric und Noah Dreyer

Zurück zu den Dreyers: Der jüngere Sohn Noah trat das Erbe seiner Mutter Nadja an, die einst beim TV Oyten Handball spielte und dort auch als Trainerin fungierte. Im Trikot der Nordkreisler agierte der 21-jährige in der A-Jugend-Bundesliga und stieg auf einen starken dritten Platz in der Liga-Torjägerliste auf. „Ist halt eine coole Sache, zu sehen, wie talentiert beide sind. Und ich bin natürlich megastolz“, so Mutter Nadja.

Zwei Fußballer-Generationen vom Etelser Schlosspark: Nico Meyer und Vater Gerd.

Nach zwei Jahren beim Oberligisten SG Achim/Baden schloss sich Noah jetzt wieder dem TV Oyten an und will mit vielen Ex-Kollegen aus der Bundesliga sowie dem Trainerduo Winter/Müller-Dormann etwas aufbauen. Handball spielte übrigens auch Cedric sehr gut – nicht umsonst hatte er einst ein Angebot des Zweitligisten HSV Hamburg für die Bundesliga-A-Jugend vorliegen.

Auch bei anderen Handballern sind die weitergegebenen Gene praktisch an der Tagesordnung. Seien es die zweitligaerfahrenen Väter Cord Katz und Tobias Naumann, deren Sprösslinge Peo und Jakob ihren Vätern nacheifern. Auch der einst gefürchtete Rückraumriese Ingo Wehrkamp aus Cluvenhagen hat mit dem durchsetzungsstarken Niklas, der beim Verbandsligisten TSV Daverden in der Kreismitte zu finden ist, einen Nachfolger auf der Platte. Sein Mannschaftskollege, Torwart Sebastian Bohling, Sohn des früher starken Keepers Jens Bohling, hat ganz sicher auch Gene des Vaters mitbekommen. Nicht umsonst steht er beim Team von Übungsleiter Ingo Ehlers zwischen den Pfosten – im Gegensatz zum impulsiven Torwartspiel seines Vaters liegt bei Sebastian eher in der Ruhe die Kraft.

Ex-Oytenerin Wiebke Meyer spielt schon in der 2. Liga Handball

Das nächste Torwartduo ist Vater Heiko und Sören Schmincke, der zusammen mit Sebastian Bohling die grün-weiße Kiste vernagelt. Dagegen ist die Familie Rosilius von der HSG Verden-Aller im Feld verortet. Rechtshänder Jannik hatte sogar Angebote von höherklassigen Teams vorliegen, hielt aber dem Landesligisten HSG Verden-Aller die Treue. Vater Jörg war als Linkshänder beim TSV Intschede sowie bei den Allerstädtern ein gefürchteter Unruheherd aus der zweiten Reihe.

Auch Heiner Sievers und Filius Jannik waren oder sind nicht ohne Zufall als spielintelligente Gehirne ihrer Mannschaften gefragt. Nicht zu vergessen natürlich die Duddas. Susanne und Ulfert spielten in Liga Drei – ihre Tochter Jette will noch höher hinaus und jetzt im Internat des Bundesligisten Thüringer HC die Karriereleiter in die Bundesliga erklimmen.

In der Hinsicht ist Juniorennationalspielerin Wiebke Meyer schon einen Schritt weiter. Die Linkshänderin spielt bereits für den Zweitligisten HC Leipzig. Bruder Malte, der mit zum goldenen Kader beim TV Oyten in der A-Jugend-Bundesliga zählte, gehört mittlerweile zu den Stammkräften beim Oberligisten SG Achim/Baden. Da ist es nicht verwunderlich, dass die Eltern Jana sowie Andreas Meyer ebenfalls durch und durch Handballer sind.

Von Björn Lakemann

Mit der anderen Hand: Verden-Allers Jannik Rosilius ist „Rechtspfote“ – im Gegensatz zu Vater Jörg.

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