Achimer Jockey Patrick Gibson hat trotz seiner erst 28 Jahre schon viel gesehen

Weltenbummler im Rennsattel

Hat im Rennsattel schon viele Metropolen gesehen: Patrick Gibson. Fotos (2): imago-images

Von Jürgen Honebein

Achim/München – Der erfolgreiche Achimer Jockey Patrick Gibson feierte vor wenigen Tagen seinen 28. Geburtstag. Erstmals im allerkleinsten Kreise, wie es sich derzeit in der Coronakrise gehört.

Der junge Mann hat bisher nicht nur über 80 Rennen auf allen deutschen Galopprennbahnen gewonnen, sondern auch weltweit einige andere Metropolen dieser spannenden Sportart kennengelernt. So kehrte er vor wenigen Wochen von einem einjährigen Gastspiel aus den USA in seine Wahlheimat München zurück. Zuvor waren seine Stationen unter anderem der Japan-Cup in Tokio, der World Cup Carnival in Dubai und im vergangenen Jahr die berühmte Rennbahn in Saratoga Springs bei New York. Er hatte an den genannten Rennplätzen einige Vollblüter in bedeutenden Rennen zu betreuen beziehungsweise durfte einige von ihnen auch im Training reiten. Im vergangenen Jahr war er in den USA in Indiantown (Florida) beim französischen Trainer Christophe Clement beschäftigt, der vor wenigen Wochen auf der Rennbahn in Gulfsteam Park seinen 2000. Sieger gesattelt hat. Seit dem 1. April ist der 28-Jährige nun wieder am Rennstall von Trainerin Sarah Steinberg in München und hofft dort in den nächsten Monaten, wenn in Deutschland der Rennbetrieb nach der Coronakrise hoffentlich wieder aufgenommen wird, möglichst viele Rennen zu reiten. „Ich bringe trotz meiner Größe immer noch konstant 57 Kilo auf die Waage! Ein Gewicht, das mir als Jockey weiterhin Chancen geben sollte“, hofft Patrick Gibson 2020 auf attraktive Ritte.

Normalerweise sind Jockeys zwischen 1,50 und 1,60 Meter groß und wiegen 52 bis 55 Kilo. Gibson misst jedoch 1, 81 Meter. Dennoch hat der Wahl-Münchener eine beeindruckende Karriere hingelegt. Er hatte schon in frühester Kindheit Kontakt zu Pferden, denn sein Vater Tim Gibson zählte nicht nur zu den besten Hindernisjockeys in Deutschland, sondern war auch ein sehr erfolgreicher Trainer. Sohnemann Patrick durfte zunächst Vaters Pferde im Schritt reiten. „Mit sechs Jahren bekam ich aber eine Pferdehaarallergie und durfte nicht mehr in den Stall. Folge davon war, dass ich mich anderen Sportarten wie Basketball, Tennis und Fußball zugewandt habe. Beim Fußball habe ich mir dann eine sehr schwere Sprunggelenkverletzung zugezogen. Daher kehrte ich mit 13 Jahren in den Rennstall zurück, da ich zwischen die Allergie überwunden hatte“, erzählt der 28-Jährige. Dort fing er an richtig zu reiten. Nach einigen Monaten bekam Patrick Gibson vom Racing-Manager des Gestüts Fährhof, Simon Stokes, das Angebot, als Amateur bei ihm zu beginnen. „Das Angebot habe ich gern angenommen und viel bei ihm gelernt“, erinnert sich Gibson heute zurück. Gleichzeitig begann er auf dem Fährhof nach einem Anfragevon Gestütsherr Dr. Andreas Jacobs eine Ausbildung bei Simon Stokes. Nach eineinhalb Jahren wechselte Gibson aber nach Mahndorf zu Trainer Pavel Vovcenko, wo er die große Chance erhielt, mehr Rennen zu reiten. Zudem schloss er bei Vovcenko erfolgreich seine Lehre ab. Gleich sein erster Ritt im Rennsattel war in Bremen mit der Stute Indian Sun ein Sieg in einem Ausgleich IV. Um weitere wertvolle Erfahrung zu sammeln, wechselte der Achimer nach Ende der Ausbildung zu Trainer Sascha Smrczek nach Düsseldorf und im Anschluss daran zu Trainer Andreas Löwe nach Köln, wo er seine besten Jahre als Jockey hatte und viele Rennen auf allen großen Bahnen wie Baden-Baden, Hannover, Köln, Dortmund, Bremen, Frankfurt oder Düsseldorf gewann. Seinen 50. Sieg feierte Patrick Gibson übrigens in Magdeburg auf dem Wallach Black Cool Cat in einem Ausgleich II über 1300 Meter, der ebenfalls bei Pavel Vovcenko im Training war.

Nach Dubai ging Gibson Ende 2013, wo er einige Pferde von Faisal Al Mutawa betreute. „Ein Highlight für mich war, als ich in Meydan am Hauptrenntag in einem Gruppe I Rennen einen Ritt hatte. Obwohl ich mit dem Außenseiter nicht platziert war, werde ich mich immer an diesen Tag erinnern“, sagt der 28-Jährige. 2014 wechselte er dann zzum Stall von Trainer Peter Schiergen nach Köln, wo er vier Jahre blieb. Dort bekam er zwar nicht so viele Reitangebote wie erhofft, durfte aber oft die Cracks auf ihren großen Auslandsreisen begleiten. So war er dabei, als die Stute Nightflower beim Japan-Cup in Tokio lief oder aber der Hengst Ross in der „Godolphin Mile“ einen hervorragenden zweiten Platz belegte.

Patrick Gibson will noch möglichst lange Rennen reiten. Geht das aber einmal aus welchen Gründen auch immer nicht mehr, möchte er dennoch gern weiterhin mit Pferden zusammenarbeiten: „Super wäre es, wenn ich irgendwann einmal eine Stelle als Assistenztrainer bekommen würde und so eventuell eine Trainerkarriere starten könnte.“ Doch soweit ist es noch lange nicht.

Gibson hofft inständig, dass bald der Rennbetrieb wieder aufgenommen werden kann und er für Sarah Steinberg noch viele Sieger reitet. „Wenn man im Rennsattel erfolgreich ist, kommen die Rittangebote fast von alleine. Ich hoffe, dass ich ein gutes Jahr vor mir habe und oft in den Sattel steigen darf“, sagt der sympathische 28-jährige Achimer, der dank seines Sports schon viel von der Welt gesehen hat.

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