Hülsen-Coach Jan Twietmeyer für Annullierung

„Weiterspielen ergibt keinen Sinn“

Klare Kante: Hülsen-Coach Jan Twietmeyer ist für eine Annullierung der Saison. Foto: häg

Hülsen - Von Ulf Von Der Eltz. Untätig zu Hause sitzen lassen will Jan Twietmeyer seine Schützlinge in der Corona-Krise zwar nicht – der Trainer des Fußball-Bezirksligisten SVV Hülsen ist aber kein Verfechter zu vieler Anordnungen zum Erhalt der körperlichen Leistungsfähigkeit: „Sicher sollen meine Jungs nicht auf dem Sofa liegen, sondern sich schon fit halten. Aber wir wollen es nicht übertreiben.“

Amelie Finger, Physiotherapeutin bei den Vorwärts-Kickern, hat Übungen aus einer entsprechenden App an sämtliche Aktiven geschickt. „Ob das aber auch alle mitmachen, bleibt fraglich“, schränkt Twietmeyer indes ein. Zumal sich das aus seiner Sicht nicht so einfach überprüfen lasse. Anders als zu Saisonbeginn, als jeder Hülsener während der Vorbereitungszeit seine Tracking-Daten übermitteln musste.

Nun ist es nicht so, dass den Coach überhaupt nicht interessiert, ob sich die Spieler fithalten. Was für Profis oder höhere Amateurklassen gilt, sieht er in der Bezirksliga aber als eher irrelevant an: „Ich kenne sowieso meine Pappenheimer und weiß, wer sich eher mal auf die faule Haut legt. Nicht alle sind da so emsig wie zum Beispiel Felix Wolf, der ohnehin jeden zweiten Tag laufen geht.“ Auch Florian Funke sei ein Kandidat, der schon auf seine körperliche Fitness achte.

Dass Twietmeyer die Mannschaft nicht kontrolliert, hat aber noch einen weiteren Grund. Der 33-Jährige glaubt an ein Saisonende, das bald feststehen werde: „Ich gehe davon aus, dass diese Runde annulliert wird, so wird der Verband wohl entscheiden.“ Bei der bisher letzten offiziellen Aussage hatte der Niedersächsische Fußball-Verband vergangene Woche verkündet, die ursprünglich bis einschließlich 19. April beschlossene Aussetzung des Spielbetriebs bis auf Weiteres für unbestimmte Zeit zu verlängern – wir berichteten. Hülsens Übungsleiter meint: „Da wird der Verband sich mit einem Saisonabbruch einen Gefallen tun. Schließlich dürfte kaum jemand in der Corona-Krise wissen, ob und wann überhaupt wieder gekickt werden kann. Somit dürfte es auch kaum hinzubekommen sein, alle Spiele noch durchzuprügeln.“ Beim SVV stehen übrigens noch 15 Partien aus.

Da der Zeitpunkt einer Wiederaufnahme völlig unbekannt ist, steht für den Delmenhorster fest, dass die Akteure sich auch nicht vernünftig auf den Tag X vorbereiten könnten: „Hinzu kommt, dass es eine Doppelbelastung durch Wochenspiele geben müsste. Da wäre das Verletzungsrisiko immens, durch Schichtarbeiter würde der Wettbewerb zudem verzerrt werden und somit nicht mehr fair sein.“ Eine für Twietmeyer logische Folgerung aller zu berücksichtigen Umstände: „Weiterspielen ergibt keinen Sinn.“

Diese Prozedere käme auch dem Wunsch des Hülseners gleich, die Saison nicht zu werten und im August genauso anzufangen wie zwölf Monate zuvor – also gäbe es weder Auf- noch Absteiger. „Sicher ein Tiefschlag für viele Tabellenführer wie zum Beispiel den TSV Etelsen in unserer Bezirksliga. Aber es würde auf der anderen Seite Mannschaften auf Abstiegsplätzen zum Vorteil gereichen. Letztlich kann man es sowieso nicht allen recht machen“, meint Twietmeyer. Wobei es ohnehin schon schwierig genug sei, die nächste Saison zu planen, und man sich etliche Gedanken machen müsse. Untätigkeit also gibt es trotz allen Stillstandes zumindest in diesem Bereich nicht.

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