Ottersbergs Eggert und Rotenburgs Ebersbach heizen das „Oberliga-Endspiel“ an

Tim warnt Tim: „Wir wissen, wie Derby geht“

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Tim Eggert und Tim Ebersbach standen sich in den vergangenen Jahren in zahlreichen Derbys gegenüber. Ein Tor musste der Ottersberger vom Rotenburger aber noch nie schlucken.

Verden - Von Frank von Staden. Wer hätte das gedacht? Vor wenigen Monaten trennten beide in der Oberliga-Tabelle quasi noch Welten, vor dem anstehenden Nachbarschaftsduell am kommenden Sonnabend zwischen dem Rotenburger SV und dem TSV Ottersberg ist der Abstand auf nur noch fünf Punkte und zwei Plätze zusammengeschmolzen.

Nicht umsonst stilisiert Ottersbergs Coach Axel Sammrey das Fußball-Spiel zu einem „Sechs-Punkte-Knaller“ hoch. Und auch sein Keeper Tim Eggert sowie Rotenburgs Kapitän Tim Ebersbach zeigen im folgenden Interview auf, welche Brisanz dieses Wümme-Derby birgt.

Es heißt, die Tabelle lügt nicht. Nehmen wir nur die der Rückrunde, dann steht der RSV mit fünf Siegen aus acht Partien auf Rang fünf, der TSV Ottersberg mit nur einem Erfolg auf Abstiegsplatz 14. Was läuft bei Ihrer Mannschaft derzeit falsch, Herr Eggert?

Tim Eggert: Ganz klar, wir machen vorne einfach die Hütten nicht! Wenn wir von fünf 100-Prozentern kein Ding versenken, ist es schwer, hinten auch die Null halten zu können. Löst sich bei uns im Sturm die Blockade, dann wird es auch definitiv wieder flutschen.

Und was läuft bei Ihnen momentan so gut, Herr Ebersbach?

Tim Ebersbach:Bei uns ist es genau das Gegenteil. In der Hinrunde haben wir die Buden nicht gemacht, dann haben wir im Winter auf Abwehrpressing umgestellt, stehen jetzt hinten sehr gut und verwerten fast jeden Nadelstich, den wir setzen. Die Gehaltskürzungen und der personelle Aderlass in der Winterpause konnten uns nichts anhaben. Doch ich glaube, unser wahres Erfolgsgeheimnis liegt darin, dass wir jetzt in der Kabine nicht mehr House oder Rock hören, sondern Volksmusik von Helene Fischer oder auch Wolfgang Petri.

Quatsch!

Tim Ebersbach:100 Prozent, kein Spaß.

Derbys sind immer etwas Besonderes. Doch das anstehende dürfte richtungsweisend für beide Clubs sein.

Tim Eggert:Es wird eines der wichtigsten, wenn nicht das wichtigste Spiel für uns. Und in dem sind wir nicht der Favorit. Denn wer gegen Egestorf und Braunschweig gewinnt, Teams, die uns abgefiedelt haben, dann sind die Rollen ganz klar verteilt. Wir müssen einfach wissen, dass es jetzt nur noch um den Klassenerhalt geht, auch wenn wir noch ein Fünf-Punkte-Polster haben!

Tim Ebersbach: Wir sind einfach heiß, Ottersberg unten mit reinzureißen. Noch ein Dreier, und wir haben alles wieder in eigener Hand. Doch einen Favoriten gibt es in solch einem Endspiel-Fight einfach nicht!

Sie sind beide quasi die Urgesteine in Ihren Teams, wissen, welchen Stellenwert dieses Match auch in beiden Ortschaften hat. Doch wissen auch alle Ihre Mitspieler, dass es jetzt nicht allein nur um Punkte geht?

Tim Eggert:Bei uns weiß ich das nicht einmal genau. Nach dem 1:5 gegen Heeslingen im Testturnier in Oyten musste ich den meisten bei uns erst einmal den Kopf waschen. In solchen Spielen wie gegen Rotenburg, Heeslingen und jetzt auch Uphusen lässt man sich niemals abschlachten. Wer da nicht 120 Prozent gibt, sollte die Fußballschuhe gleich zu Hause lassen!

Tim Ebersbach: Ich mache mir da keine Sorgen. Bei uns weiß jeder, wie Derby geht! Wir haben den Vorteil, dass wir nur noch Spieler aus der Region haben, keine Legionäre wie Ottersberg. Wir identifizieren uns mit der Stadt.

Das Hinspiel spricht da eine etwas andere Sprache. Immerhin siegte Ottersberg deutlich mit 4:0.

Tim Eggert:Das war viel zu hoch! Zur Pause stand es noch 0:0, unser Führungstor fiel erst nach 75 Minuten, strittige Szene fielen fast alle zu unseren Gunsten aus. Nein, das war schmeichelhaft . . .

Tim Ebersbach: . . . und spiegelt den wahren Spielverlauf überhaupt nicht wider. Aber das passte damals zu unserem Negativlauf. Doch keine Angst Eggi, diesmal wird es kein zu Null – zumindest nicht für dich!

Sie beide kennen sich seit Jahren, haben auch schon gemeinsam für den Rotenburger SV gespielt. Ruht die Freundschaft in den 90 Minuten am Sonnabend?

Tim Eggert:Ebbe (Anm.d.Red.: Spitzname von Ebersbach) und ich sind damals immer gemeinsam zum Training gefahren, wir wohnten ja nicht weit auseinander. Unser Respekt füreinander ist groß. Doch vom Anpfiff bis zum Abpfiff ist die Rivalität noch viel riesiger. Da gönne ich ihm nicht den Dreck unterm Fingernagel!

Tim Ebersbach: Da hast du vollkommen Recht, Eggert. Du bist zwar einer der besten Keeper der Liga, doch wenn ich dir endlich mal einen reinhauen kann, dann kriegst du ihn von mir mit Genuss!

Was wünschen Sie sich beide für dieses Knaller-Derby?

Tim Eggert:Drei Punkte und Eggert spielt zu Null.

Tim Ebersbach: Auch drei Punkte und Ebersbach macht das 1:0. In solch einem Endspiel treffen – wäre das geil. Hoffentlich wird es ein Spiel mit offenem Visier und vor einer großen Zuschauerkulisse. Eine, die uns zum Sieg peitscht.

Ihr Tipp?

Tim Ebersbach: Wir gewinnen 2:0, weil wir derzeit den Lauf haben, den die Ottersberger in der Hinrunde hatten. Unser Vorteil: Wir sind elf Freunde auf dem Platz.

Tim Eggert: Ich tippe auch 2:0 – für uns natürlich. Und dafür gebe ich alles, habe heute sogar meinen Dienst verschoben, um mein Gesicht auf dem Trainingsplatz zu zeigen. Ich hoffe, die Jungs wissen damit, dass man für dieses Derby jedes Opfer bringen muss!

Letzte Frage: Glauben Sie, dass Sie sich auch in der nächsten Saison sportlich wieder begegnen werden?

Tim Eggert:Das wünsche ich mir, und zwar in der Oberliga – egal, in welchem Verein. Bist willkommen, Ebbe!

Tim Ebersbach: Es wäre unglaublich cool, wenn beide Clubs den Klassenerhalt schaffen würden. Wir haben zwar in Rotenburg noch keine Gespräche geführt, doch wenn sich abzeichnet, dass ich hier keinen Vertrag mehr bekommen sollte – du kennst meine Nummer.

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