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Warnke/Becker – eine Ära ist beim TSV Fischerhude-Quelkhorn beendet

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Von: Ulf Horst von der Eltz

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Sketischer Blick: Matthias Warnke links und Yannick Becker sind nicht mehr Trainer in Fischerhude.
Skeptischer Blick: Matthias Warnke (links) und Yannick Becker sind nicht mehr Trainer in Fischerhude. © von Staden

Nach fast viereinhalb Jahren ist eine Ära beendet: Matthias Warnke und Yannick Becker sind nicht mehr Trainer beim TSV Fischerhude-Quelkhorn. Das 2:3 im Bezirksliga-Kellerduell in Riede gab den letzten Ausschlag für die Trennung, am Sonntag gegen Hülsen steht Kapitän Kevin Sammann in der Verantwortung.

Fischerhude – Mit dem 2:3 am Sonntag beim MTV Riede gipfelte nicht nur die sportliche Talfahrt des TSV Fischerhude-Quelkhorn – die Pleite im Kellerduell beendete gleichzeitig die Ära der beiden Trainer: Das Duo Matthias Warnke/Yannick Becker und der Fußball-Bezirksligist haben sich getrennt. Auf das Heimspiel gegen den SVV Hülsen am Sonntag bereitet Kapitän Kevin Sammann die Mannschaft vor und ist dann auch im Match verantwortlich.

„Letztlich ist es eine einvernehmliche Entscheidung von uns dreien. Wir bedauern sie sehr, aber wir wollen dem Team die Chance geben, sich mit neuen Impulsen aus der Krise herauszuspielen“, erläuterte Fußball-Boss Julian Kallhardt am Mittwochnachmittag den Beschluss: „Natürlich tut es auch sehr weh, dass wir den Weg nicht gemeinsam weitergehen. Schließlich haben beide in mehr als vier Jahren nicht nur sportlichen Erfolg mit dem Aufstieg gebracht, sondern auch viele Dinge im Verein angestoßen, die weiter aufgebaut werden sollten.“

Ebenso emotional wirkt die Trennung auf Matthias Warnke, der ja auch in Fischerhude arbeitet: „Für Yannick und mich war es nicht nur ein Trainerjob, wir haben einiges für die Infrastruktur des Klubs geleistet. Da ist die Verbundenheit natürlich riesengroß, also kommt es uns jetzt brutal hart vor – doppelt hart.“

Laut Kallhardt habe man nach dem Ottersberg-Match (1:6) zusammen entschieden, die Entwicklung der folgenden vier Partien zu beobachten und dann neu zu beraten. Drei wurden verloren. „So war es“, bestätigt der 29-jährige Warnke, der aus dem Trainer-Innenleben berichtet: „Yannick und ich haben vorm Riede-Match gesagt, dass wir beide uns zusammensetzen wollen, wenn wir nicht gewinnen. Das haben wir Montagabend getan, sind dann aber davon ausgegangen, dass trotz der Talfahrt alle im Verein hinter uns stehen und wir weiter versuchen, den Karren aus dem Dreck zu ziehen.“

Sonntag verantwortlich: Fischerhudes Kapitän Kevin Sammann.
Sonntag verantwortlich: Fischerhudes Kapitän Kevin Sammann. © von Staden

Das Duo wusste vor der gleichzeitigen Unterredung zwischen Kallhardt und dem fünfköpfigen Mannschaftsrat. Als es dann bis Dienstagmorgen kein Ergebnis dieses Gespräches erhalten hatte, fragte es bei Kapitän Sammann nach. „Kevin hat uns berichtet, dass der Mannschaftsrat nicht voll hinter uns stehen würde, sondern eher zerrissen wäre“, so Warnke: „Somit haben Yannick und ich uns gesagt, dass wir besser den Weg freimachen und nicht an unserem Stuhl kleben wollen.“

Fußball-Boss Kallhardt widerspricht der Darstellung nicht: „Klar gab es viele Pluspunkte im Gespräch mit dem Rat. Wäre auch komisch, wenn es anders gewesen wäre, nachdem so viel in den Jahren entstanden ist. Aber ich habe auch einzelne Kritikpunkte vernommen, die das Auseinandergehen aus sportlicher Sicht erforderten.“ Dass das Kampfspiel in Riede den letzten Anstoß gegeben habe, räumt Kallhardt ebenfalls ein.

Der TSV-Vorstand entschied sich für Sonntag für eine mannschaftsinterne Lösung („da sprach alles für Kevin als Kapitän mit seiner Routine“), sucht danach für den Rest des Jahres einen Interimstrainer aus den eigenen Reihen. „Es ist sinnvoll, erst für 2023 nach einem neuen Coach zu fahnden, jetzt wird ohnehin keiner zu bekommen sein“, so der Boss.

Dass die bisherige sportliche Bilanz Kritik hervorrief, kann Matthias Warnke komplett nachvollziehen, hätte aber gerne in der Konstellation weitergemacht: „Bei dieser großen Verbundenheit wäre aus meiner Sicht sogar ein Versuch in Frage gekommen, im Notfall in der Kreisliga die Rückkehr zum Erfolg zu suchen.“ Wo genau die Gründe für das Abrutschen liegen, weiß das Ex-Trainer-Duo laut Warnke nicht, dann hätte ja früher gegengesteuert werden können. Nur so viel: „Es hat sich ab Sommer ein Stück weit angedeutet. Wir haben viele junge Spieler aufgestellt, da ist durch den schlechten Start auch Druck auf den Kessel gekommen. Es fragten viele, warum zum Beispiel Jan Schröder nicht immer spielen würde. Nach der Umstellung auf Dreierkette lief es Riede weitgehend gut, es wurden nur dicke Chancen versemmelt. Der Fußball-Gott wollte uns wohl gesagt: Lasst es sein.“

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