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Paukenschlag: TV Baden zieht Mannschaft aus der 2. Bundesliga in die Regionalliga zurück.

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Von: Kai Caspers

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Coach Werner Kernebeck mit vier seiner Spieler, die dem Kader eventuell erhalten bleiben könnten, v.l.: Aaron Warneken. Nils Mallon, Benedikt Gerken sowie Alexander Decker.
Coach Werner Kernebeck mit vier seiner Spieler, die dem Kader eventuell erhalten bleiben könnten, v.l.: Aaron Warneken, Nils Mallon, Benedikt Gerken sowie Alexander Decker. © von Staden

Nach vier Jahren in der 2. Bundesliga ist für die Volleyballer des TV Baden am Saisonende definitiv Schluss. Zwar liegt das Team von Werner Kernebeck noch aussichtsreich im Rennen im Kampf um den Klassenerhalt, doch personelle Engpässe führen zu einem Rückzug in die Regionalliga.

Baden – Das Telefongespräch ist Peter-Michael Sagajewski alles andere als leicht gefallen. Daraus macht der Manager des Volleyball-Zweitligisten TV Baden auch kein Geheimnis. „Wir haben nächstes Jahr leider zu wenig Leute, mit denen wir in der 2. Liga bestehen können. Daher müssen wir der Realität ins Auge blicken und haben gemeinsam eine Entscheidung gefällt. Mit dem Ergebnis, dass wir unsere Mannschaft aus der Bundesliga zurückziehen werden“, erklärt Sagajewski. „Und das nicht in die 3. Liga, da die für uns auch nicht zu schaffen ist. Nein, für uns geht es dann in der Regionalliga weiter.“

David Weiß: Nach dem Abitur geht es in Ausland.
David Weiß: Nach dem Abitur geht es in Ausland. © vst

Das Umfeld und die Sponsoren waren für weitere Jahre in der Bundesliga bereit

Entgegen den sonstigen Gepflogenheiten sind in Baden jedoch nicht finanzielle Engpässe für die unpopuläre Entscheidung verantwortlich. Im Gegenteil. „Vom Umfeld und den Sponsoren hätten wir das Projekt Bundesliga sicherlich noch einige Jahre weiter machen können“, so Sagajewski. „Leider brechen uns aber nun die Spieler weg. Natürlich haben wir in Gedanken die anderen Vereine durchgespielt. Aber auch da sind wir maximal auf zwei Spieler gekommen, die uns hätten helfen können. Dem stehen aber gleich sechs Abgänge gegenüber. Zwar verfügen wir über eine gute Reserve, doch die Spieler haben einfach noch nicht das nötige Zweitligaformat.“

Ole Sagajewski muss in der kommenden Saison studiumsbedingt passen.
Ole Sagajewski muss in der kommenden Saison studiumsbedingt passen. © von Staden

Wir hatten also keine andere Wahl. Trotzdem haut mich das um und macht mich total fertig. Denn ich sehe mein Baby sterben.

Peter-Michael Sagajewski

Verzichten müssen die Badener künftig auf Björn Hagestedt und Moritz Wanke, die beide Vater werden und kürzertreten wollen. Aus beruflichen Gründen können zudem Nick Sörensen und Jannik Haats den hohen Aufwand nicht mehr betreiben. Da David Weiß nach seinem Abitur für ein Jahr ins Ausland geht und Ole Sagajewski aufgrund seines ersten Staatsexamens eine Pause einlegen muss, verbleiben mit Alexander Decker, Nils Mallon, Ole Seuberlich und Benedikt Gerken nur noch vier Spieler aus der Stammformation. Denn auch hinter der Personalie Aaron Warneken steht noch ein Fragezeichen, da er nicht weiß, wo es ihn nach dem Studium hinzieht. „Wir hatten also keine andere Wahl. Trotzdem haut mich das um und macht mich total fertig. Denn ich sehe mein Baby sterben“, erinnert Sagajewski an seine Anfänge vor 17 Jahren in der Bezirksklasse. „Daher hoffe ich, dass sich trotzdem alle noch einmal zusammenreißen und sich auch im vierten Jahr in der Bundesliga mit dem sportlichen Klassenerhalt belohnen“, wäre das für Badens Manager zumindest noch ein kleiner Trost. Wie es künftig mit ihm weiter geht – Sagajewski war sich noch nicht sicher. „Mal gucken, ob ich eine schöpferische Pause einlege.“

Berufsbedingt muss Jannik Haats kürzertreten.
Berufsbedingt muss Jannik Haats kürzertreten. © von Staden

Trainer Werner Kernebeck lässt seine Zukunft offen

Werner Kernebeck ließ seine Zukunft ebenfalls offen. „Natürlich ist das alles traurig. Aber die Situation hat uns ja nicht völlig unvorbereitet getroffen, da wir frühzeitig mit den Spielern gesprochen haben. Daher habe ich die Entscheidung natürlich mitgetragen. Was meine Person angeht, mache ich mir noch keine Gedanken. Zunächst wird die Saison beendet“, erklärt Badens Trainer.

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