Quartett im Stützpunkt Oyten Trainer aus Leidenschaft – trotz ausbleibendem Mai-Honorar

Volker Hopp: „Eine wunderbare Aufgabe“

Eins der vielen erfolgreichen Oytener Stützpunkt-Teams: Mit dem Jahrgang 2006 erreichten die Trainer Volker Hopp (2.v.l.), Andreas Kierath (daneben) und Torsten Eberst (r.) vor zwei Jahren die Endrunde des Avacon-Cups. Foto: privat

Oyten - Von Ulf Von Der Eltz. Rafael Czichos vom Bundesligisten 1. FC Köln, Lucas Höler vom Konkurrenten SC Freiburg oder Dennis Diekmeier, einstiger Erstligaspieler des Hamburger SV und mittlerweile in Diensten des Zweitligisten SV Sandhausen – sie führen die Liste der Fußballer an, die Volker Hopp einst unter seinen Fittichen gehabt hatte. „Wenn man daran zurückdenkt, wird einem immer klar, welch wunderbarer Aufgabe man sich verschrieben hat“, schlägt das Herz des 58-jährigen Bremers höher. Als DFB-Stützpunkttrainer an seinem ehemaligen Wohnort Oyten, wo der Nachwuchs aus den Kreisen Verden und Osterholz geschult wird, befindet sich Hopp gerade in der 20. Saison.

Übertroffen nur vom Bremer Torsten Eberst, der ein Jahr länger als Hopp in dieser Funktion arbeitet. Komplettiert wird das Quartett vom Ostereistedter Andreas Kierath (14 Jahre dabei) und vom Bremer Gregor Badstübner – der ehemalige Keeper des TB Uphusen trainiert seit sechs Jahren die Torhüter des Stützpunktes. Dass diese Vier nun im Mai wegen der Coronakrise auf ihr Gehalt von 307 Euro brutto, die ihnen der Deutsche Fußball-Bund monatlich überweist, verzichten müssen, erfreut sie natürlich keineswegs. Eine Summe übrigens, die für die Honorar-Trainer seit 20 Jahren gleichgeblieben ist.

Aber sie nehmen es sportlich. Hopp, der stellvertretend für seine drei Kollegen spricht: „Der DFB sagt, wir hätten kein Training und keine Sichtungen und bekämen daher kein Honorar. Das gilt für ganz Deutschland.“ Ein Fass will er deshalb aber keineswegs aufmachen – nur so viel: „Wir haben das zur Kenntnis genommen und daran die Wertschätzung gemerkt.“ Und der kaufmännische Angestellte macht einen anderen Aspekt deutlich: „Wenn es uns ums Geld gehen würde, wären wir ohnehin fehl am Platze.“

Die Leidenschaft für den Fußball-Nachwuchs treibt das gleichberechtigte Quartett an und lässt somit den Stress quasi vergessen. Sie machen auch keinen Dienst nach Vorschrift, „denn das hilft ja allen nicht, besonders den Spielern.“ Trotz gleichbleibendem Salär habe die Arbeit durch Sachen wie Datenbank allerdings enorm zugenommen. Und trotz ausgebliebenem Honorar seien die Übungsleiter im Mai ja nicht untätig. Hopp: „Wir haben über Internet zu den normalen montäglichen Trainingszeiten in Arbeitsgruppen Inhalte kommuniziert, Übungen an die Spieler geschickt. Schließlich ist das DFB-Ziel die individuelle Ausbildung. Und auch Nachfragen der Eltern haben wir behandelt.“ In die „richtige“ Arbeit wollen die Stützpunkttrainer am 8. Juni zurückkehren, „wir hoffen zumindest, dass es zu diesem Termin klappt.“ Zum Re-Start soll dann auch wieder Geld fließen, „in welcher Höhe auch immer, das weiß ich jetzt noch nicht. Aber ich gehe davon aus, dass es etwas geben wird“, so Hopp.

Dann kicken wieder die Jahrgänge 2006 bis 2008 auf der Oytener Anlage, „wo wir eine Super-Zusammenarbeit mit dem TVO haben, sodass es richtig Spaß macht“, wie der 58-Jährige betont. Für die zwölf Stützpunkte aus dem Bereich Nord/Ost/Bremen finden hier auch die wichtigsten Turniere statt. Höhepunkt war jedoch 2016 ein Besuch der U16-Nationalmannschaft im Rahmen ihrer Länderspiele in Delmenhorst und Rotenburg. Hopp: „Dieser Besuch in Oyten hinterließ glänzende Augen bei unseren Jungs. Auch für sie das absolute Highlight schlechthin, wobei selbst Bundestrainer Michael Prus ein dickes Lob für unsere Basisarbeit aussprach.“ Die Organisation dieser Stippvisite leisteten – natürlich – in erster Linie Hopp und Co. „Aber es hat uns riesig Spaß gemacht. Wie übrigens alles, weil wir es als Team leisten.“ Da schlägt Volker Hopps Herz wieder höher.

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