Landgericht Verden entscheidet im Fall gegen Springreiterin Linn Zakariasson auf eine Ordnungswidrigkeit

Verstoß gegen das Tierschutzgesetz – aber keine Straftat

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Springreiterin Linn Zakariasson wurde zu einer Geldstrafe von 1000 Euro verurteilt.

Verden - Von Wiebke BrunsEs war ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz, jedoch keine Straftat, sondern eine Ordnungswidrigkeit. So entschied gestern das Landgericht Verden in dem Prozess gegen die Springreiterin Anna Linn Zakariasson aus Blender.

Die gebürtige Schwedin hatte im Mai 2012 bei einem Turnier des Reitvereins Aller-Weser ein Pferd geschlagen und mit Sporen getreten. Im Mai war die 32-Jährige in erster Instanz zu einer Geldstrafe in Höhe von 3200 Euro verurteilt worden. Das Landgericht reduzierte die zu zahlende Summe auf 1000 Euro.

Weil Springreiterin Berufung gegen das Urteil des Amtsgerichts eingelegt hatte, wurde der Fall noch einmal verhandelt. Das Gericht folgte am Ende zwar nicht den Anträgen der beiden Verteidiger, die einen Freispruch gefordert hatten. Allerdings auch nicht der Staatsanwaltschaft, die gefordert hatte, es bei dem erstinstanzlichen Urteil zu belassen. „Sie wusste, dass sie dem Pferd Schmerzen zufügt und hat dies in Kauf genommen. Sie wollte maßregeln“, so der Vorsitzende Richter Jürgen Seiffert. Die entscheidende Frage war, ob es länger anhaltende oder sich wiederholende erhebliche Schmerzen oder Leiden im Sinne des Tierschutzgesetzes waren. Anders als die Staatsanwältin und die mit dem Fall befasste Amtstierärztin, verneinte das Gericht dies.

Neues hatte sich im Grunde in der zweiten Instanz nicht ergeben. Gehört wurden die gleichen Zeugen wie im ersten Prozess, darunter Augenzeugen des Vorfalls. Diese hatten weitestgehend übereinstimmend geschildert, wie die Reiterin an einem Hindernis nach vorne von der Stute Graf Magna abgeworfen worden war. Anschließend habe sie das Pferd aus dem Parcours geführt. Auf dem Abreiteplatz war sie dann erneut aufgestiegen und hatte unter „starkem Sporen- und Gerteneinsatz den Schimmel dazu gebracht, zu springen“, so eine Zeugin. Auf Kopf und Hals soll die 32-Jährige das Tier mehrfach geschlagen und mit den Sporen dermaßen getreten haben, dass blutige Stellen zu erkennen waren.

Zwei Frauen hatten sich noch vor Ort an die Turnierleitung gewandt. Ein anderer Augenzeuge hatte am nächsten Tag das Veterinäramt informiert. „Es ging mir nicht aus dem Kopf. Das war wirklich krass“, erklärte der 27-Jährige aus Osnabrück gestern. Bei einer Kontrolle war der Amtstierärztin dann zunächst ein falsches Pferd gezeigt worden. Als sie eine Woche später auf den richtigen Schimmel stieß, stellte sie Abheilungen fest, die zu den Schilderungen des Zeugen passten.

„Es war nie meine Absicht, das Pferd zu quälen“, hatte die 32-Jährige in dem Prozess erklärt. Bestritten hat sie, das Pferd auf den Kopf geschlagen zu haben. Der Besitzer des Pferdes aus Twistringen sagte gestern aus, dass er bei dem Turnier war und das Pferd selbst kontrolliert habe. Doch er habe keine Verletzungen bemerkt. Das Gericht hatte jedoch keinen Zweifel an den Schilderungen der Amtstierärztin.

„Sie hat sich über den Abwurf geärgert. Vielleicht auch, weil sie erkannte, dass die Zeiten des erfolgreichen Duos Zakaraiasson/Graf Magna vorüber sind“, so der Vorsitzende. Ihrer Wut habe sie dann mehr oder weniger freien Lauf gelassen und mehrfach mit der Gerte auf den Kopf der Stute geschlagen und massiv mit den Sporen zugetreten.

Das Gesetz unterteile die Frage der Strafbarkeit in drei Bereiche. Dieser Fall sei mittig im Bußgeldbereich einzustufen. „Es waren sehr bedauerliche vier bis fünf Minuten, jedoch nur ein Vorgang“, so Seiffert. Außerdem habe man keine Hinweise, dass das Pferd noch Tage später unter Schmerzen gelitten habe.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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