Vereinssterben im Kreis Verden

Bisher nur Gerüchte - KSB-Chef Gerhard Behling winkt ab

Verden – Die Fußballplätze gesperrt, fast alle Hallen geschlossen – nichts geht momentan in diesen schwierigen Corona-Zeiten im Amateursport. Heißt damit auch, dass die zahlreichen Vereine keine Einnahmen durch Veranstaltungen generieren können, allerdings Kosten wie Versicherungen oder auch Strom für das Vereinsheim, um nur diese zwei Punkte aufzuzählen, weiterhin Bestand haben. Droht da nicht nur im Kreissportbund Verden auf lange Sicht ein Vereinssterben? Wir sprachen mit dem KSB-Vorsitzenden Gerhard Behling.

  • Gerüchte über Vereine, die aufgrund der Corona-Pandemie Insolvenz anmelden müssen, mehren sich
  • Der KSB-Vorsitzende Gerhard Behling winkt derzeit noch ab
  • Einzelne Vereine haben aber schon finanzielle Unterstützung beantragt
Gerhard Behling weiß, dass einige Amateurvereine knapp bei Kasse sind.

Immer öfter hört man in diesen Wochen, dass Vereine im Raum Verden schon jetzt finanziell am Stock gehen. Wie hoch ist da der Wahrheitsgehalt dieser Gerüchte?

Wir haben aktuell keine konkreten Informationen darüber, dass Vereine in ihrer Existenz gefährdet sind, obwohl bei dem einen oder anderen Verein wahrscheinlich die Vereinskasse knapp gefüllt ist.

Wir haben kürzlich berichtet, dass der Landessportbund in Not geratene Vereine, Klubs, sportlichen Organisationen unter die Arme greifen würde. Musste schon ein Verein aus dem Kreis Verden finanzielle Hilfen in Anspruch nehmen?

Nur wenige Vereine aus dem Kreis Verden haben Unterstützungsleistungen beantragt und erhalten, obwohl nach vorherigen Umfragen bei unseren Mitgliedsvereinen angeblich ein großer Bedarf angefallen war.

Nur wenige Vereine aus dem Kreis Verden haben Unterstützungsleistungen beantragt und erhalten, obwohl nach vorherigen Umfragen bei unseren Mitgliedsvereinen angeblich ein großer Bedarf angefallen war.

Gerhard Behling

Geben Sie uns einen Einblick: Was müsste passieren, um Hilfen in Anspruch nehmen zu können? Und wie hoch wäre die Summe, mit der ein Verein rechnen könnte?

Es gibt sowohl Förderprogramme des Landes Niedersachsen als auch vom LSB; und zwar für bestimmte Verwendungsbereiche. Hierzu gehört zum Beispiel der Niedersachsen-Schnellkredit für gemeinnützige Vereine, das Sonderprogramm für Jugend- und Familienbildung, die Förderung der Digitalisierung usw. Das Präsidium des LSB hat im übrigen erst vor wenigen Tagen weitere Förderbereiche festgelegt, die durch überplanmäßige Einnahmen von 1,8 Millionen Euro finanziert werden sollen. Bei individuellen Anfragen können wir hierzu gern detaillierte Auskünfte geben.

Fördermittel stehen bereit

Können eigentlich nur Vereine finanzielle Mittel geltend machen oder auch Individualsportler, denen aufgrund der Pandemie Sponsoren abgesprungen sind? Viele Athleten, wie zum Beispiel im Triathlon, haben schließlich von Firmengeldern ihr Material, ihre Bekleidung und auch die Fahrten zu den Wettkämpfen bezahlt. Und ein abgesprungener Sponsor kehrt im Grunde nie wieder zurück.

Die Fördermittel stehen grundsätzlich nur unseren gemeinnützigen Vereinen zur Verfügung! Ausnahmen gibt es nicht.

Die ersten Vereine sollen bereits einen Mitgliederschwund verspüren? Haben Sie solche Vorkommnisse auch im Kreis Verden schon vernommen?

Nicht nur die Sportanlagen im Kreis sind gesperrt, . . .

Mitgliederschwund ist sicherlich eine drastische Definition. Wir wissen von unseren 20 mitgliederstärksten Vereinen den Entwicklungsstand per September 2020. Die Lage bei diesen Vereinen ist sehr unterschiedlich. Im Durchschnitt erwarten wir einen Mitgliederrückgang von drei bis fünf Prozent zum Jahresende 2020. Genaue Ergebnisse haben wir nach der Bestandsmeldungen aller Vereine zu Anfang Februar 2021.

Haben Sie eine Erklärung dafür, warum das so ist?

Die Vereine haben im ersten Halbjahr 2020 die im Vergleich zu den Vorjahren üblichen Vereinsaustritte erlebt, eine normale Fluktuation. Allerdings sind die bisher erlebten Neueintritte ausgeblieben, die dann den Rückgang ausgeglichen hätten; sicherlich weil unsere Vereine keinen regelmäßigen Sportbetrieb anbieten konnten.

Haben Sie eine Blaupause für die Vereine, wie sie ihre Mitglieder halten können?

Einige Vereine sind bereits digital mit ihren Mitgliedern in Kontakt getreten und haben sich so in Erinnerung gebracht. Druckreife Anleitungen für die Überbrückung der schwierigen Zeit gibt es da nicht. Wir können nur an die Vereinsvorstände und die zahlreichen Übungsleiter appellieren, weiterhin ideenreich und engagiert für die Mitglieder da zu sein.

. . . sondern auch die zahlreichen Turnhallen.

Der gesamte Amateursport muss ruhen, die Profis allerdings dürfen weiter dem Ball nachjagen, dürfen sich mit ihren Skiern von den Schanzen stürzen oder mit ihren Boliden auf den Rennstrecken dieser Welt ihre Runden drehen. Wie stehen Sie ganz persönlich als Chef aller Amateursportler im KSB Verden dazu?

Wir können so natürlich nicht den Profisport mit unserem Breitensport unter Corona-Aspekten vergleichen. Mir persönlich macht allerdings der Profisport im Fernsehen ohne Zuschauerkulissen und die dadurch fehlende Atmosphäre derzeit keinen Spaß.

Von Frank Von Staden

Rubriklistenbild: © von Staden

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