AKTUELLES INTERVIEW zum Jahreswechsel mit dem KSB-Vorsitzenden Gerhard Behling

Vereine werden die Pandemie überstehen

Auch wenn die Vereine im Landkreis Verden aktuell alle unter der Corona-Pandemie leiden, ist KSB-Boss Gerhard Behling ganz fest überzeugt davon, dass sie diese Krise überstehen werden.
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Auch wenn die Vereine im Landkreis Verden aktuell alle unter der Corona-Pandemie leiden, ist KSB-Boss Gerhard Behling ganz fest überzeugt davon, dass sie diese Krise überstehen werden.

Verden/Achim – Noch zu Beginn des Jahres waren die hiesigen Sportler aufgrund der Corona-Pandemie zur Pause gezwungen. Erst im Sommer kehrte langsam wieder etwas Normalität ein, ehe die Pandemie doch wieder die Oberhand gewann und in den jeweiligen Sportarten zur Unterbrechung der Saison führte. Kein Wunder, dass Gerhard Behling, Vorsitzender des Kreissportbundes Verden, im obligatorischen Jahresabschluss-Interview auch dazu Stellung nahm.

Herr Behling, im vergangenen Jahr war Ihr größter Wunsch, dass sich das Leben wieder normalisiert. Inwieweit ist die Normalität denn rückblickend zurückgekehrt?

Von Frühjahr bis zum Herbst war fast wieder ein normales Leben gegeben, auch wenn die Pandemie in fast allen Lebenslagen – auch im Sport – zumindest hintergründig weiter schwelte.

Nachdem der Sport auf lokaler Ebene nach den Sommerferien zurückgekehrt ist, musste er im Dezember doch wieder eine unfreiwillige Pause einlegen. Und ein Ende ist noch nicht in Sicht. Befürchten Sie, dass sich die Szenerie aus dem vergangenen Jahr wiederholen könnte?

Hierauf heute eine schlüssige Antwort zu geben, ist mir fast unmöglich, da ich den weiteren Verlauf der Pandemie nicht abschätzen kann. Insofern kann ich vorerst nur dazu aufrufen, sich unbedingt gegen die Virusinfektion impfen zu lassen. Hieran geht nach meiner Überzeugung kein Weg vorbei.

Sollte es dazu kommen, könnte das auch Auswirkungen auf die Mitgliederzahlen in den Vereinen haben. Oder sind Sie überzeugt davon, dass die Vereine das erneut überstehen werden?

Unsere Vereine werden auch diese Corona-Welle nach den Erfahrungen aus der jüngsten Vergangenheit überstehen; da bin ich mir schon sicher.

Wie ist es denn aktuell um die Anzahl der Mitglieder im KSB bestellt? 2021 haben Sie Rückgänge befürchtet. Sind die im Rahmen geblieben, oder gab es doch deutlich negative Tendenzen?

Die aktuellen Zahlen liegen uns erst Ende Januar nach Meldung aller Vereine vor. Zwischenergebnisse haben wir in diesem Jahr nicht angefordert. Ich glaube nicht, dass sich die Mitgliederabgänge wie gegen Ende letzten Jahres wiederholen werden. Zu dem Zeitpunkt hatten wir immerhin ein Minus von 2153 Mitgliedern (./. 4 %) zu verzeichnen. Die Rückgänge hatten wir dabei mit 1403 Mitgliedern aus den größeren Vereinen mit über 500 Mitgliedern zu verzeichnen; also eindeutig der Löwenanteil. Viele dieser Vereine haben im Verlauf des Jahres ihre Sportangebote auch virtuell dargestellt und intensiven Kontakt mit den Mitgliedern gepflegt.

Wenn ja, muss es dann eventuell ein Umdenken geben? Geht der Weg dann noch mehr in Richtung Einzelsport im Wohnzimmer, oder müssen die Vereine ihr Online-Angebot deutlich erhöhen?

Ich glaube nicht, dass ein grundsätzlicher Richtungswechsel im Sport notwendig wird. Schließlich kann der Sport in Gemeinschaft in der Halle oder auf dem Platz nicht die ‘einsame’ Aktivität im Wohnzimmer ersetzen. Da vertraue ich im Übrigen voll und ganz unseren Vereinen mit ihren Vorständen und Übungsleitenden, die sich mit jeweils passenden Vereinsangeboten in geeigneter Kommunikation mit ihren Mitgliedern auseinandersetzen werden.

Nachdem Sie 2020 als KSB-Vorsitzender kaum eine Veranstaltung besuchen konnten, gab es in diesem Jahr deutlich mehr Möglichkeiten. Gab es da besondere Highlights für Sie?

Ja, das Jahr 2020 war von Terminabsagen geplanter Veranstaltungen stark geprägt. Viel besser war das Jahr 2021 in dieser Hinsicht aber auch nicht. Besonders erinnern möchte ich gern an unseren Freiluft-Kreissporttag im Sommer auf den Tribünen des Verdener Stadions, den wir im ungewohnten Rahmen vor guter Kulisse und zahlreicher Teilnahme unserer Vereinsvertreter durchgeführt haben.

So gab es also auch in diesem Jahr die eine oder andere Absage. Sowohl auf nationaler als auch auf lokaler Ebene. Waren da welche dabei, um denen es Ihnen besonders leidgetan hat?

Ich bleibe da einfach mal auf unserer lokalen Ebene. Da möchte ich zuallererst unsere geplante Jubiläumsfeier anlässlich des 75-jährigen Jubiläums Kreissportbund Verden nennen sowie natürlich die leider schon zum zweiten Mal abgesagte Sport & Schau mit der Ehrung der Sportler, Sportlerinnen und Mannschaft des Jahres und die Ehrung unserer Meister und Meisterinnen, die wir für 2021 in einem besonderen Rahmen vorgesehen hatten. Aber auch diverse Jubiläumsfeierlichkeiten unserer Vereine sind der Pandemie zum Opfer gefallen.

Blicken wir mal auf das nationale Fußballgeschehen. Als bekennender Fan des FC Bayern München muss Ihnen in Anbetracht der jahrelangen Dominanz doch auch schon etwas langweilig geworden sein. Oder sind Sie auch schon ein großer Fan der besten 2. Liga aller Zeiten geworden und haben eventuell einen neuen Lieblingsverein entdeckt?

Es fällt mir schon seit einiger Zeit schwer, Fan des FC Bayern München zu sein. Die vermehrten Negativschlagzeilen stören wahrscheinlich nicht nur mich. Dennoch ist die sportliche Dominanz unübersehbar. Sicherlich ist die 2. Bundesliga durch den Abstieg von Werder Bremen aufgewertet worden. Aber auch der Hamburger Sportverein und der momentane Spitzenreiter St. Pauli machen die zweite Liga bestimmt interessant. Ich bedaure dennoch, dass sich der Profifußball in der Pandemiezeit über bestimmte Erwartungen hinweggesetzt hat, und mit sogenannten Geisterspielen in den großen Stadien offensichtlich nur auf der Jagd nach TV-Einschaltquoten war. Atmosphäre wie gewohnt war auf keinen Fall zu spüren. Auch der Profihandball ist dieser Linie leider gefolgt.

Blicken Sie mal voraus: Auch wenn uns die vierte Corona-Welle derzeit voll im Griff hat, sollen die Lokalsportler ihre Saison zum Teil Mitte Januar schon wieder aufnehmen. Ist das für Sie ein realistisches Ziel?

Ich sehe das besonders für die Hallensportarten sehr skeptisch. Die Vorbereitungszeit nach den Ferien bis zum geplanten Start ist ausgesprochen knapp bemessen. Ob außerdem der Impfstatus in den Mannschaften ausreichend ist, erscheint mir ebenfalls noch fraglich.

Was sind die Ihre Wünsche für 2022 – sowohl als KSB-Vorsitzender als auch privat?

Ich wiederhole da mit Nachdruck meinen Wunsch vom letzten Jahr nach einem normalen Leben ohne Einschränkungen und Belastungen; natürlich Gesundheit und Glück, besonders den Menschen in meinem Umfeld. Für den Sport wünsche ich, dass unsere Vereine die Corona-Blessuren überwinden mögen und wieder in geordneten Bahnen den Blick in eine hoffnungsvolle Zukunft richten können.

Von Kai Caspers

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