Verband schlägt Abbruch ohne Absteiger vor / Mammutligen die Konsequenz

Vereine haben endlich Klarheit

Der Saisonabbruch ist beschlossen: Auf dem außerordentlichen Verbandstag stellt der Verband den Deligierten die Variante ohne Absteiger zur Abstimmung. Foto: imago

Verden - Von Kai Caspers. Jetzt haben auch die Fußballer endlich die erhoffte Klarheit: Auf dem außerordentlichen Verbandstag am 27. Juni wird der Vorstand des Niedersächsischen Fußballverbandes (NFV) seinen Vereinen das Modell eines Saisonabbruchs nach Quotientenregelung mit Aufsteigern, aber ohne Absteiger zur Abstimmung stellen. Das ist das Ergebnis einer Videokonferenz am Mittwochabend.

„Das Webinar am vergangenen Samstag hat noch einmal zur umfassenden Information der Vereine beigetragen. Die Resonanz hat gezeigt, wo die Präferenzen liegen. Insofern ist der Verbandsvorstand auch nach Empfehlung des Präsidiums einmütig zur Beschlussfassung gekommen. Der Antrag auf einen Saisonbruch nach Quotientenregelung mit Aufsteigern aber ohne Absteiger wird der Einzige sein, der zur Abstimmung gestellt wird. Unabhängig davon kann jeder Verein einen Antrag im Rahmen der Antragsfrist stellen“, erklärte NFV-Präsident Günter Distelrath.

Dass es dabei in irgendeiner Weise noch zu Problemen kommen könnte – für Kurt Thies, Vorsitzender des Kreises Verden, im Grunde genommen undenkbar: „Natürlich müssen die Delegierten noch ihre Zustimmung geben. Aber da müsste schon einiges passieren, dass die Variante nicht abgenickt wird. Das wäre nur der Fall, wenn irgendein Bezirk komplett umschwenkt.“ Für Thies war das Ergebnis ohnehin keine große Überraschung mehr. „Am Dienstag hatten wir uns mit den Kreis-Kollegen aus dem Bezirk Lüneburg schon vorab zu einer Online-Versammlung getroffen. Auf der war bereits eine klare Mehrheit bezüglich der nun getroffenen Entscheidung des NFV zu erkennen gewesen. Und die Vereine aus unserem Kreis hatten ja ohnehin für einen Abbruch ohne Absteiger plädiert.“

Sollte auf dem Verbandstag die Abbruchvariante ohne Absteiger eine Mehrheit der Delegierten bekommen (weitere Vorschläge von Vereinen sind bis drei Wochen vorher möglich), werden die höheren Klassen teilweise aber proppevoll. Verstärkt wird der Effekt dadurch, dass sich eine klare Mehrheit im Verbandsvorstand ebenfalls dafür aussprach, die auf den Relegationsrängen liegenden Teams aufsteigen zu lassen. Das hätte auch für die Bezirksliga 3 Auswirkungen. Neben den Meistern der Kreisligen Verden, Rotenburg und Osterholz würden auch die Tabellenzweiten hochgehen. Das wäre im Verdener Fall der TSV Thedinghausen. Damit müsste die Bezirksliga mit 21 Teams starten. Deshalb sei angedacht, die kommende Saison bei Bedarf bis zu den Sommerferien (22. Juli 2021) zu verlängern, so der Verband. „Das wird für die entsprechenden Teams natürlich ein echtes Mammutprogramm. Denn es wird definitiv nicht ohne englische Wochen gehen. Daher wird auch an die Vereine appelliert, dass sie eine gewisse Eigenverantwortung tragen. Soll heißen: Sie können, müssen aber nicht aufsteigen, wenn sie für sich entscheiden, dass es unter den jeweiligen Bedingungen besser ist“, hofft Thies auf die entsprechende Vernunft. Definitiv nicht beneiden wird der Verdener Kreisvorsitzende die jeweiligen Spielausschüsse. „Das habe ich ja schon mal betont. Auf sie warten extrem viel Arbeit. Vermutlich müssen die beteiligten Personen im Anschluss erst einmal Urlaub einreichen.“

Nicht betroffen vom Saisonabbruch sind indes die Pokalwettbewerbe. Denn wie Thies verlauten ließ, will der NFV an ihnen festhalten und sie, wenn möglich, zu Ende spielen. Darüber hinaus stellte Thies in Aussicht, dass zeitnah das Meldefenster für die Vereine aufgeht und auch die Wechselfristen bekannt gegeben werden. „Das ist für alle von Vorteil, denn dann haben die Vereine endgültig Planungssicherheit.“

Apropos kommende Saison: Zumindest auf Bezirksebene gibt es aus dem Kreis Verden keine Verlierer, sondern nur Gewinner. Denn der TSV Etelsen steht damit als Aufsteiger in die Landesliga fest. Damit kommt es zu zwei spannenden Derbys gegen den FC Verden 04 und den TSV Ottersberg. Aufatmen auch beim 1. FC Rot-Weiß Achim und MTV Riede. Zwar rangieren beide auf einem Abstiegsplatz, können nun aber für eine weitere Saison in der Bezirksliga planen. Ranghöchstes Team aus dem Kreis Verden bleibt der TB Uphusen, der allerdings auch dann in der Oberliga geblieben wäre, wenn es trotz Quotientenregelung Absteiger gegeben hätte.

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