SG-Torhüter Handballer des Jahres / Hencken und Malte Meyer auf den Plätzen

Verdienter Lohn für Arne von Seelen

Mit dem entsprechenden Abstand und ohne den obligatorischen Handschlag nahm Arne von Seelen (links), Torhüter des Oberligisten SG Achim/Baden, von Sportredakteur Kai Caspers den Pokal für seine Wahl zum Handballer des Jahres im Landkreis Verden entgegen.
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Mit dem entsprechenden Abstand und ohne den obligatorischen Handschlag nahm Arne von Seelen (links), Torhüter des Oberligisten SG Achim/Baden, von Sportredakteur Kai Caspers den Pokal für seine Wahl zum Handballer des Jahres im Landkreis Verden entgegen.

Achim/Baden – Während viele seiner Torhüterkollegen ihre Paraden oftmals mit emotionalen Ausbrüchen feiern und zu regelrechten Vulkanen mutieren, gilt Arne von Seelen eher als ruhiger Vertreter seiner Zunft. Daher passte es auch bestens ins Bild, dass er zur Ehrung zum Handballer des Jahres im Kreis Verden ganz gemütlich mit Fahrrad angefahren kam. Erst, nachdem „Seele“ den Pokal lange und ausgiebig gemustert hatte, kam es dann doch zu einer gewissen Art von Gefühlsausbruch. Allerdings war die sehr verhalten. „Echt? Das hätte ich nicht gedacht. Denn meistens liegt der Fokus ja nicht gerade auf den Torhütern. Aber ich freue mich natürlich riesig“, erklärte der Keeper des Oberligisten SG Achim/Baden.

Schon im vergangenen Jahr hatte sich von Seelen über seinen zweiten Platz sehr gewundert. „Sonst hatten die Torhüter meistens nur zwei oder drei Punkte. Lediglich Ariel Panzer bildete da mal eine Ausnahme, da er bis dato der einzige Torhüter gewesen ist, der schon mal gewonnen hat“, erinnert der 30-Jährige an seinen ehemaligen Teamgefährten. Dass die Wahl dieses Mal nun auf ihn gefallen ist – für den Landmaschinenmechaniker-Meister einer Achimer Firma auch eine Bestätigung für die gute Arbeit seines Trainers Tobias Naumann. „Bei Tobi liegt der Fokus auf dem Zusammenspiel zwischen Abwehr und Torhüter. Und das kommt mir natürlich sehr gelegen. Denn wenn die Deckung steht, ist es für mich auch deutlich einfacher“, haben seine Vorderleute für von Seelen auch einen großen Anteil an der Auszeichnung. „Aber auch Martin Dybol, der vom Typ ganz anders ist, hat mir geholfen. Zudem hat Matthias Schröder wieder das Torwart-Training übernommen. Und das hilft ebenfalls enorm. Daher hoffe ich, dass er dabei bleibt.“

Denkt Arne von Seelen an seine bisherige Laufbahn zurück, hätte diese ereignisreicher wohl nicht verlaufen können. Als 17-Jähriger feierte er seinen Einstand bei den Herren der SG. „Danach habe ich alles mitgemacht und vor allen Dingen auch viel durchgemacht“, erinnert sich „Seele“ neben glorreichen Zeiten in der 2. Bundesliga auch an den Zwangsabstieg. Unvergessen ist für ihn auch die folgende perfekte Saison in der Oberliga, denn auf dem Weg zum Titel gab die SG seinerzeit in 26 Spielen keinen Zähler ab. In den vergangenen Jahren mauserte sich der 30-Jährige dann mehr und mehr zu einem echten Führungsspieler und Leistungsträger. Dabei bestach der Embser in erster Linie durch seine Konstanz. Kein Wunder, dass er auch immer mal wieder Anfragen von anderen Vereinen bekam. „Das war aber nie ein großes Thema für mich und hatte sich meistens schnell wieder erledigt. Schließlich weiß ich, was ich in Achim habe. Hinzu kommt, dass ich beruflich auch stark eingespannt bin. Vor einem Jahr hätte ich gerne noch einmal in der 3. Liga gespielt. Mittlerweile habe ich mich davon aber verabschiedet, da der zeitliche Aufwand einfach zu groß ist“, verdeutlicht das SG-Urgestein. „Außerdem ist die Oberliga auch sehr stark besetzt. Das haben wir zu Saisonbeginn mit den acht Niederlagen in Folge leidvoll erfahren müssen. Aber zum Glück haben wir ja so gerade noch die Kurve gekriegt. Daher war es auch bitter, dass die Saison wegen der Corona-Pandemie vorzeitig abgebrochen werden musste“, ärgert sich von Seelen. „Denn mit unseren guten Leistungen hatten wir wieder so etwas wie Begeisterung in Achim entfacht. Daher wäre es toll, wenn es dann auch bald wieder losgeht und alle so Handballverrückt sind, dass sie genauso zahlreich wieder in der Halle erscheinen.“

War die Wahl zum Handballer des Jahres im vergangenen Jahr noch ziemlich eindeutig ausgefallen, gab es dieses Mal einen echten Dreikampf. Zwar hatten mit Tobias Naumann, Ralf Wesemann und Gerd Meyer gleich drei beteiligte Trainer von Seelen (26 Punkte) in erster Linie wegen seiner konstanten Leistungen ganz oben auf dem Zettel, doch auch die beiden Youngster Robin Hencken (TV Oyten) und Malte Meyer (SG Achim/Baden) waren ebenfalls fast immer in den jeweiligen Wertungen vertreten. Letztlich belegte der Oytener Rückraumspieler Hencken (22), der in seinem ersten Jahr bei den Herren maßgeblichen Anteil am Verbandsliga-Aufstieg des TVO hatte, mit nur vier Punkten Abstand den zweiten Platz. Sein Trainer Lars Müller-Dormann bezeichnet den 150-fachen Torschützen dann auch als kompletten Spieler. Nur knapp dahinter folgte SG-Kreisläufer Malte Meyer (20). „Malte hat sich unfassbar weiterentwickelt und sowohl im Angriff als auch in der Abwehr super gespielt“, lobt unter anderem Verden-Allers Trainer Sascha Kunze den Youngster.

Von Kai Caspers

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