Verdener Kanute verpasst bei Weltmeisterschaft in Mailand im K4 die Olympia-Qualifikation

Schmudes Traum von Rio geplatzt

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Konnte sich den Traum von Olympia nicht erfüllen: Der Verdener Kanute David Schmude.

Mailand/Verden - Von Frank von Staden. Es sollte der große Coup werden, am Ende aber stand der Verdener David Schmude, der bei der Kanu-Weltmeisterschaft in Mailand im deutschen Kajak-Vierer saß, mit leeren Händen da. So blieb dem deutschen Aushängeschild über die 1000-Meter-Distanz am Ende nur Platz zehn – und viel Frust.

Nach 2014, als schon in Moskau bei der WM nur Blech heraussprang, war es so erneut ein herber Rückschlag für den schwächelnde Kajak-Vierer der Männer, der das A-Finale am Sonntag nur von der Tribüne aus sah und damit zugleich vier deutsche Olympia-Quotenplätze für Rio 2016 verspielte. Felix Landes (Neckarsulm), David Schmude (Essen/Verden), Martin Schubert (Friedrichshafen) und Kai Spenner (Essen) fuhren in ihrem Halbfinallauf am Sonnabendnachmittag nur auf Rang vier und zogen somit lediglich ins B-Finale ein. Um die internationale Norm zu knacken, hätte das Großboot in Segrate zumindest in den A-Endlauf kommen müssen. 2.56 Minuten reichten über die 1000 Meter für das Quartett am Ende nicht. „Mit 2,54 wäre die Endlaufteilnahme möglich gewesen. Die Enttäuschung ist bei uns allen riesengroß“, gab sich später David Schmude zerknirscht.

Das WM-Abschneiden des Großbootes ist deshalb so bedeutungsvoll, da es in dieser Disziplin keine Möglichkeit mehr für eine nachträgliche Olympia-Qualifikation gibt. Für die Spiele in Brasilien haben die deutschen Männer-Kanuten im Kajakbereich damit zurzeit nur fünf Quotenplätze ergattert. Maximal ein weiterer könnte über eine Nachqualifikation im Frühjahr 2016 in Duisburg hinzukommen. Heißt: In Rio de Janeiro darf nur ein Mini-Aufgebot starten. „Das ist ein Wermutstropfen. Jetzt muss ein Plan B her“, erklärte da Verbandschef Thomas Konietzko in einem ersten offiziellen Statement.

Woran es liegt, dass andere Nationen der deutschen Vertretung im K4 derzeit einfach überlegen sind, Schmude weiß es nicht: „Ich kann mir und meinen drei Mitstreitern eigentlich keinen Vorwurf machen. Die Vorbereitung lief gut, auch im Vor- und Zwischenlauf sind uns keine größeren Fehler unterlaufen. Es wäre vermessen von mir zu sagen, es liegt daran oder anderswo dran. Wir haben alles rausgehauen was ging. Ich weiß gar nicht, ob wir in der Lage wären, noch schneller zu fahren. Doch reicht das scheinbar nicht, um in der Weltspitze ganz vorne mitzumischen.“

Zumindest am Sonntagmorgen konnte sich der K4 des Deutschen Kanuverbandes (DKV) dann noch einen Trostbonbon abholen, gewann er da zumindest das Finale des B-Endlaufes vor den Booten aus Kasachstan und Brasilien. Die Flinte ins Korn wirft Schmude, der für die KG Essen fährt, aber auch nach dem Mailand-Flop nicht. Bis März 2016 gehört der Verdener nun wieder dem B-Kader des DKV an. „Olympia war der große Traum – doch er hat nicht sollen sein. Nun arbeite ich hart für die Europameisterschaft. Sie ist mein nächstes großes Ziel.“

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