Berliner Jörg Pervelz startet beim Stadtlauf

„Verden? Weil ich mich verbunden fühle“

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Jörg Pervelz

Verden - Von Jürgen ThieleEin warmer Sommerabend vor einigen Jahren in Cannero Rivera am Lago Maggiore. Der Berliner Jörg Pervelz entschließt sich aus einer Laune heraus einen Sieben-Kilometer-Berglauf mitzumachen.

Allein unter etwa hundert Italienern entwickelt er als einziger Ausländer enormen Ehrgeiz. Bei 30 Grad und etwa 300 Höhenmetern wird der Lauf zum Gipfel immer mehr zur Qual, er denkt ans Aufgeben. Aber den Triumph wollte der den Einheimischen nicht gönnen. Er hält durch und wird mit einem unvergesslichen Ausblick über den See und in die Abendsonne belohnt. Das alles ist ihm in bester Erinnerung geblieben, als er über sein schönstes Erlebnis im Sport berichtet. Ein ähnlich schönes Erlebnis erwartet er in diesem Jahr: Beim Start des Uncle-Ben`s-Lauf über rund 12 Kilometer beim 15. Verdener Stadtlauf am 23. August in der Reiterstadt.

Hier ist der 52-Jährige geboren, zum Domgymnasium gegangen und hat hier Sport getrieben: Bei den Verdener Leichtathleten, im Handball beim TSV Borstel und beim MTV Langwedel. Seit 2001 spielt er Hockey bei den Zehlendorfer Wespen, nebenher läuft er dreimal die Woche sieben Kilometer zur Entspannung. Die braucht der Jurist neben seinem Beruf als Richter im Amtsgericht für Jugendstrafsachen und als Leiter der Jugendarrestanstalt Berlin. Dieser Ausgleich hat ihm viele schöne Momente beschert. So beim Dresdener Halbmarathon. „Da ging der Lauf über eine Elbbrücke zum Glockenklang der Frauenkirche – ein unheimlich schönes Gefühl!“

Zum Stadtlauf kommt er in diesem Jahr zum zweiten Mal nach 2011 aus Berlin (im letzten Jahr hatte er sich leider verletzt). „Ich nehme am Stadtlauf teil, weil ich mich mit meiner Heimatstadt verbunden fühle.“ Die Platzierung ist ihm dabei egal. Aber er wünscht sich für diesen Start die Teilnahme weiterer laufbegeisterter „alter Hasen“, allein unter „jungen Wilden“ bereitet ihm das keinen Spaß. Sportliche Ziele hat er eigentlich keine, außer dass er möglichst lange fit bleiben möchte. Fit ist er, vor zwei Jahren hat er den Halbmarathon erstmalig unter zwei Stunden gelaufen und in diesem Jahr hat er die zehn Kilometer erstmalig unter 48 Minuten geschafft. Egal wie warm es beim Verdener Lauf wird, er freut sich danach auf ein kühles Weizen (alkoholfrei). Das wird vom Veranstalter LAV und LGK Verden zwar nicht gestellt, aber für ein kühles Getränk für Läufer und Zuschauer steht ein Schankwagen im Start- und Zielbereich am Lugenstein.

Von da ist es nicht weit zu seiner Mutter, die ganz in der Nähe wohnt. Für den Sonnabend darauf freut er sich auf das Wiedersehen mit alten Mitschülern, wenn er als Mitglied am Treffen des Fördervereins des Domgymnasiums teilnimmt. Ein weiterer Beleg für seine Heimatverbundenheit.

Im Gespräch über das Laufen kommt ihm ein Spruch von Laufikone Emil Zátopek in den Sinn, der auch sein Motto sein könnte: „Wenn Du laufen willst, laufe eine Meile. Wenn Du ein neues Leben kennenlernen willst, dann laufe Marathon.“ Da hat der Berliner Jörg Pervelz noch ein schönes Ziel vor sich.

Informationen zum Verdener Aller-Stadt-Lauf im Internet unter http://www.lgkv.de, auf der Seite Ausschreibungen. Meldungen bei: Helmut Behrmann (04202- 3638) oder Email: HBehrmann@t-online.de.

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