Kevin Gadmann berichtet

Jagdszenen in Hönisch - nun meldet sich der Schiri: „Und plötzlich fliegen Fäuste“

Auf einem Fußballplatz sind tumultartige Szenen zu sehen.
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Die Jagdszenen in Hönisch haben auch Schiri Kevin Gadmann nicht kaltgelassen.

Rudelbildung, Schlägerei und rassistische Beleidigungen. Ein Fußballspiel im Landkreis Verden eskalierte völlig. Nun meldet sich der Schiedsrichter.

Hönisch/Borstel – Die Aussagen des Borsteler FC sowie des SV Hönisch, dass neutrale Zuschauer die Jagdszenen am Sonntag nach dem Fußball-Spiel der 2. Kreisklasse zwischen dem SVH II und dem BFC durch Provokationen und rassistische Äußerungen auf dem Hönischer Sportplatz angezettelt haben sollen, scheinen sich zu bestätigen. Sie decken sich in vielen Punkten mit denen des leitenden Unparteiischen Kevin Gadmann, der sich Donnerstag zu Wort meldete.

Landkreis Verde: Schiedsrichter kommentiert Schlägerei und Rassismus beim Fußballspiel

„Ich bin der festen Überzeugung, dass der Auslöser für die handfeste Schlägerei, die sich nach dem Spiel ereignet hat, nicht aus dem Spiel heraus resultierte. Denn in den 90 Minuten haben beide Teams meine Linie zu pfeifen akzeptiert – und auch alle Entscheidungen, wie die Gelb/Rote sowie beide roten Karten“, so der 17-jährige Auszubildende. Der junge Mann konnte auch die Aussagen von Hönischs Pressesprecher Philipp Zehl bestätigen, „dass ich während der Begegnung eine kleine Gruppe von Zuschauern ernsthaft ermahnen musste, ihre Pöbeleien nachzulassen.“

Dabei sollen laut Gadmann unter anderem Sprüche wie „Orange-Trikot – die Müllabfuhr“ gefallen sein. In Baden, zwei Wochen zuvor, will Borstels 1. Vorsitzender Serkan Yakar, dessen Team ein orangefarbenes Dress trägt, von derselben Gruppe auch den Satz „wegen so was wie euch wählen wir AfD“ und sehr viel hässlichere Sprüche vernommen haben.

In der Pause findet Fußball-Schiri Gadmann klare Worte

„In der Halbzeitpause habe ich dann dieser Gruppe mitgeteilt, dass sie sich zu mäßigen habe, ansonsten würde ich das Spiel abbrechen. Wenig später habe ich dann dem Trainer der Hönischer signalisiert, dass er dafür sorgen solle, dass diese Gruppe den Platz zu verlassen habe. Letztlich konnte ich dann die Partie ohne weitere verbale Entgleisungen beenden“, erinnert sich der Unparteiische, der aus dem Kreis Diepholz stammt, und der sich nach dem Abpfiff Richtung kleinem Kiosk begab, um sich dort sein obligatorisches Schiedsrichtergetränk abzuholen.

Kevin Gadmann

Von dort aus beobachtete er, wie es zu einer Rudelbildung kam, „in der dann plötzlich Fäuste von Borsteler Spielern gegen die Zuschauergruppe flogen. Es entwickelte sich eine richtige Schlägerei. Im Tumult befanden sich allerdings auch Hönischer Akteure. Ich bin dann dort hingelaufen, habe mir erst die Trikotnummern derjenigen Spieler notiert, die sich aktiv an der Schlägerei beteiligt haben und habe dann versucht, durch laute Pfiffe die Situation zu deeskalieren.“

Nachdem sich die Lage dann etwas beruhigt hatte, soll die in Hönisch unbekannte Zuschauergruppe durch den SVH-Vorstand vom Sportgelände komplementiert worden sein. „Ich habe danach ordnungsgemäß einen Bericht verfasst und ihn der Staffelleitung zukommen lassen“, so Kevin Gadmann später, dessen Aussage sicherlich vor dem Sportgericht eine wichtige Rolle spielen dürfte.

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