JFV wird nach nächster Saison aufgelöst

Verden/Brunsbrock: Das Ende kommt 2022

Thomas Bartling, Vorsitzender des JFV Verden/Brunsbrock, im Porträt..
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Bedauert das JFV-Ende, muss es aber akzeptieren: Vorsitzender Thomas Bartling.

Das Ende naht: Der JFV Verden/Brunsbrock wird nach der kommenden Saison aufgelöst, im Sommer 2022 ist Schluss mit dem Erfolgsmodell. Auf Initiative des TSV Brunsbrock, der sich nicht zu 100 Prozent glücklich fühlte, wurde das Aus beschlossen.

Verden/Brunsbrock – Vor fünf Jahren gegründet, zu einer Erfolgsstory geworden – aber im Sommer 2022 ist schon wieder Schluss: Der Jugendförderverein (JFV) Verden/Brunsbrock wird im Anschluss an die kommende Saison aufgelöst. „Ja, der JFV geht in seine letzte Punktrunde“, verkündete Vorsitzender Thomas Bartling am Sonntag. Und auch Jörg von Ahsen, Chef des TSV Brunsbrock, bestätigte auf Nachfrage dieser Zeitung das Ende des Modells.

Jörg von Ahsen: „Das Wir-Gefühl hat sich nicht entwickelt“

Letztlich auf Initiative der Roten Teufel, wie von Ahsen erläutert: „Es war eine Super-Zeit. Aber wir haben uns jetzt dazu entschieden, unser eigenes Ding zu machen. Denn wir sind nicht zu 100 Prozent glücklich gewesen. Entscheidender Punkt für uns war, dass sich trotz aller Erfolge das Wir-Gefühl nicht richtig entwickelt hat.“ Und gerade das Herzblut sei elementar für einen Verein wie den TSV Brunsbrock.

Nach dem Vorstoß der Roten Teufel haben die Vorstände der Mitgliedsvereine FC Verden 04 und TSV Brunsbrock in mehreren digitalen Runden über die Zukunft des JFV gesprochen und sind zu dem Entschluss der Auflösung gelangt – vorbehaltlich der Entscheidungen in den nächsten Jahreshauptversammlungen beider Clubs.

Thomas Bartling: „Lieber ein Ende mit Schrecken“

„Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende“, bezeichnet Bartling die Entscheidungsfindung: „So ist es besser, als die Zusammenarbeit schleichend enden zu lassen. Denn so haben alle Gewissheit und können die Zukunft planen“, meint auch Jörg von Ahsen. Und noch ein Punkt spricht für ein Aus erst im kommenden Jahr: In der anstehenden Saison können den Teams ihre Leistungsklassen – die U19 spielt als Niedersachsenligist am höchsten – erhalten bleiben.

Danach wird durch eine Abstimmung unter allen Spielern entschieden, ob die Mannschaften ab Bezirksebene als FC Verden 04 oder als TSV Brunsbrock weiter in ihren Ligen an den Start gehen. So müssen die einzelnen Jahrgänge nicht auf Kreisebene neu anfangen, was beiden Vereinen in den Diskussionen äußerst wichtig war.

Höher spielende Teams behalten ihre Leistungsklassen

Es wird sicherlich auch eine Rolle gespielt haben, dass der 52-jährige Bartling nach der von vielen gewünschten Rückkehr nach sechsmonatiger Pause als Vorsitzender im Mai 2020 verkündet hatte, Ende 2022/Anfang 2023 das Amt endgültig niederlegen zu wollen. Was laut Bartling übrigens ebenso wir Schatzmeister Stefan Diekelmann gelte: „Das wurde von beiden Stammvereinen als schwerwiegend betrachtet.“

Bartling betont, dass die Clubs keinesfalls im Streit auseinandergehen werden: „Die Gespräche waren zu jedem Zeitpunkt von gegenseitigem Respekt und gegenseitiger Wertschätzung geprägt.“ Allerdings lässt der JFV-Chef auch durchblicken, „dass sich Dinge im Leben nun einmal in unterschiedliche Richtungen entwickeln. Das müssen wir so akzeptieren. Als Vorsitzender und Wegbereiter des JFV sehe ich persönlich das mit einem lachenden und einem weinenden Auge.“

Ihm fehlte das Wir-Gefühl im JFV: Jörg von Ahsen, Chef des TSV Brunsbrock.

Soll heißen, dass sich der Steuerberater durchaus ein intensiveres Miteinander gewünscht hätte, wie folgende Aussage untermauert: „Der TSV Brunsbrock hat keine Trainer und Betreuer akquiriert, die kamen alle vom FC Verden 04.“ Zwar steigt Bartling in einem Jahr als Funktionär aus, übernimmt aber schon für die anstehende Saison eine Aufgabe im sportlichen Bereich – als Trainer der U19 II in der Landesliga, unterstützt von Betreuer Timon Bothe, bisher Coach der U18.

Die Verdener hätten den JFV auch gerne ohne Beteiligung des TSV Brunsbrock fortgeführt, aber ein anderer Verein habe sich für das Projekt nicht finden lassen. Bartling: „Es ist kein anderer Partner in Sicht.“ Der Vorsitzende abschließend ein wenig ernüchtert: „Ich kann nur hoffen, dass sich die Stammvereine nicht irgendwann in der Zukunft fragen lassen müssen, warum man den JFV Verden/Brunsbrock nicht gerettet hat.“

Für Jörg von Ahsen bedauerlich, aber nicht zu umgehen

Für Brunsbrocks Jörg von Ahsen eine bedauerliche Entwicklung, die aber nicht zu umgehen war: „Für uns war es total schwer, Trainer und Betreuer zu finden, die mit Herz und Seele dabei sind und die Spieler beisammenhalten. Da trug natürlich auch die Corona-Pandemie ihren Teil bei.“ Auf Dauer hätte es keinen Weg an einer Ausblutung vorbei gegeben.

Auch der 54-Jährige unterstreicht, „dass alle Beteiligten sauber aus der Geschichte herausgekommen sind und die Gespräche auf Augenhöhe stattgefunden haben.“ In den folgenden zwölf Monaten müssten sich alle die Karten legen, wie es danach weitergehen könne: „Denn das wichtigste ist doch, dass wir Nachwuchskicker nicht im Stich lassen und sie weiter in ihren Mannschaften spielen können.“

Von Ulf Von Der Eltz

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