Handball-A-Jugend durch 21:19 am Ziel

Verden-Aller: Bundesliga-Traum wird wahr

Die HSG Verden-Aller bejubelt den Aufstieg in die Handball-A-Jugend-Bundesliga.
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Abfeiern ohne Ende: Die HSG Verden-Aller bejubelt den Aufstieg in die Handball-A-Jugend-Bundesliga.

Das große Ziel ist erreicht: Die Handball-A-Jugend der HSG Verden-Aller erfüllte sich mit einem 21:19 beim TSV Anderten ihren Traum und löste das Ticket zur Bundesliga. Danach kannte der Jubel keine Grenzen mehr.

Hannover – Als der Abpfiff in der Sporthalle Misburg ertönte, brachen bei den A-Jugend-Handballern der HSG Verden-Aller alle Dämme. Kein Wunder, denn gerade hatte das Team von Übungsleiter Sascha Kunze den Sprung in die Beletage dingfest gemacht. Nach einer überragenden Vorstellung in der Abwehr stand am Mittwochabend nach 60 Minuten ein 21:19 (11:15) gegen den TSV Anderten im Spielprotokoll.

Coach Sascha Kunze: „Alle haben überragend gespielt“

„Wir haben unsere Mission Bundesliga-Aufstieg vor zwölf Wochen gestartet und heute haben alle überragend gespielt. Den Schwung aus der Partie gegen Elbflorenz konnten wir mitnehmen“, resümierte ein überglücklicher Kunze nach diesem spektakulären Match. Das bestätigte auch Keeper Niklas Kriegel, der einmal mehr eine bärenstarke Partie aufs Parkett zauberte: „Wir haben wir unser bestes Spiel abgeliefert.“

Dabei waren die Voraussetzungen alles andere als gut gewesen. Neben dem Haupttorschützen Lukas Seliger (Gelenk am Knöchel abgelöst), der mit Kumpel Kjell Lüders an der Trommel reichlich Alarm machte, fiel auch noch Keeper Mattis Döhle (Haarriss am Ringfinger) aus, der sich einen Tag vor der Partie im Training verletzt hatte. „Dennoch haben wir nichts zu verlieren und hoffentlich agieren wir nicht so schlecht wie in der ersten Qualirunde beim 16:28 gegen Anderten. Wir haben uns das Video gegen Dresden noch mal angeschaut und unsere Schlüsse gezogen“, erklärte Co-Trainer Lars Blatt vor dem Alles- oder Nichts-Spiel.

Lasse Metzing erleidet Gehirnerschütterung

Bereits der erste Angriff der Allerstädter ließ hoffen, als der quirlige Aktivposten Louis Beyer einen Siebenmeter mit Zeitstrafe gegen Andertens Julian Schieb herausholte. Tom Lasse Blatt, der klug Regie führte, blieb eiskalt vom Punkt und traf zur Führung. Doch die Hannoveraner schüttelten sich, nach drei Treffern am Stück von Fynn Brandes hieß es 10:6 (19.). Viel schlimmer wog für die Gäste, dass nach dem 6:8 Aktivposten Lasse Metzing nach einem (unabsichtlichen) Ellenbogenschlag ins Krankenhaus gebracht werden musste. „Lasse hat eine Gehirnerschütterung erlitten. Aber noch am Abend wurde er wieder entlassen“, atmete Kunze durch. Dadurch zogen die Allerstädter jedoch noch Energie und ließen den Rückstand bis zum Wechsel nicht weiter anwachsen. Auch ein Verdienst des reaktionsschnellen Keepers Kriegel, der mit sehenswerten 17 Paraden seinen Gegenüber klar ausstach.

Keeper Niklas Kriegel glänzt mit 17 Paraden

Gleiches Bild zunächst auch im zweiten Abschnitt: Anderten war am Drücker, offensichtlich motiviert durch eine Step-Aerobic-Formation, die bis zur 45. Minute sichtbar ihren Sport oberhalb der Spielfläche in einem Glaskasten durchzog. Doch als diese ihren schweißtreibenden Sport eine Viertelstunde vor Abpfiff beendeten, nahmen sich auch die Hannoveraner ihre Auszeit bis zum Schluss. Die Gastgeber von Übungsleiter Nenad Pancic bekamen nichts mehr auf den Zettel und wurden zusehends nervöser. Nach dem 15:18 (44.) schafften die Gäste aus der Reiterstadt, unter anderem nach drei krachenden Kanonenschlägen von Rückraumriese Kevin Bröcker, die Wende. Nach seinem 19:18 (56.) ließ die HSG nichts mehr anbrennen und hatte noch Energie, den Überraschungscoup in der Fremde kräftig abzufeiern. Damit ist der Bundesliga-Aufstieg dem Kunze-Team nicht mehr zu nehmen. Am Sonnabend wird in Dresden noch der Wegbegleiter der Allerstädter zwischen Elbflorenz und Anderten ermittelt.

Die Stimmen zum Bundesliga-Aufstieg

Coach Sascha Kunze: Erstmal bin ich sprachlos über diese phänomenale Leistung. Doch plötzlich sind wir in der Bundesliga und alle haben überragend gespielt. Mit einem unfassbaren Willen haben wir diese Partie trotz Verletzungspech noch gedreht. Wir haben den Schwung aus der unglücklichen Pleite gegen Elbflorenz nach Hannover transportieren können. Allerdings war die Verletzung von Lasse Metzing für uns ein Riesenschock.

Co-Trainer Lars Blatt: Ich kann es immer noch nicht glauben. Entscheidend, dass wir unser Ding durchgezogen haben.

Kevin Bröcker, vierfacher Torschütze: Wir haben als Team zusammengearbeitet und eben die entscheidenden Dinger gemacht. Die Leistung im zweiten Durchgang, als wir weiter Gas gaben und Andertens Schwächephase ausnutzten, war der Knackpunkt. Aber die Hauptsache ist doch, dass es dem verletzten Lasse wieder gut geht.

Niklas Kriegel, bärenstarker Keeper: Wir haben unser bestes Spiel abgeliefert und feiern jetzt den Bundesligaaufstieg.

Louis Beyer, Linkshänder mit enormen Zug zum Tor: Das Gefühl nach dem Aufstieg in die Bundesliga ist unbeschreiblich. Unser Vorteil war, dass wir ohne Druck ins Spiel gingen und alles Besprochene umgesetzt haben. bjl

HSG Verden-Aller: Niklas Kriegel (17 Paraden), Thorben Holle; Malte Emigholz (1), Jonas Bohnet, Nick Jäger, Thorge Wischmann, Conrad Meierhans (4), Luca Riechelmann, Paul Seliger (3), Niklas Nowak, Lasse Metzing (1, bis 17.), Kevin Bröcker (4), Tom Lasse Blatt (3/3), Louis Beyer (5).

Siebenmeter: 3/3 - 3/3

Zeitstrafen: 2 - 1

Spielfilm: 0:1 (2.), 4:2 (9.), 10:6 (19.), 13:11 (27.), 17:13 (41.), 18:18 (49.), 18:20 (58.).

Aus Hannover Berichtet Björn Lakemann

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