Vampires haben Primus Badenstedt am Rand der Pleite – bis Kokot raus muss

TV Oyten: Großer Kampf wird nicht belohnt – 29:33

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Kraftvoll durchgesetzt: Jana Kokot, die bei Oytens 29:33 gegen Badenstedt vier Minuten vor Schluss Rot sah.

Oyten - Von Ulf von der Eltz. Es war nur eine winzige Enttäuschung nach einem großen Fight: Handball-Drittligist TV Oyten Vampires hatte die HSG Hannover-Badenstedt am Sonntag an den Rand der Niederlage gezerrt – am Ende sollte es jedoch nicht reichen. Vier Minuten dauerte die packende Partie praktisch zu lange für die Heimsieben, denn der Primus sicherte sich nach einem 28:28 in den letzten 240 Sekunden noch den glücklichen 33:29 (19:15)-Erfolg.

Wie sehr die Landeshauptstädterinnen um die eingeplanten Punkte zittern mussten, bewiesen die Reaktionen auf der Bank, wo jeder Treffer in der Schlussphase frenetisch bejubelt wurde. Und eine ehemalige Oytenerin atmete tief durch, spendete den Vampires ein dickes Lob. Denise Friebe: „Ein Unentschieden wäre dem Spielverlauf wohl gerecht geworden. Wir wussten, dass Oyten noch eine Rechnung offen hatte – und so hat das Team dann auch grandios gekämpft.“

Das freute Sebastian Kohls nur bedingt: „Sicher bin ich etwas niedergeschlagen, weil wir es heute wirklich auf der Pfanne hatten. Aber ich kann auch stolz auf meine Mädels sein, die nach zu vielen Fehlern in der ersten Halbzeit einen tollen zweiten Durchgang geboten haben.“ Wobei sich der TVO-Coach über die Leistung von Carsten Bohmbach und Marco Meyer ärgerte: „Wir haben letztlich gegen neun gespielt. Die Schiris leisteten sich zu viele Fehlentscheidungen, allein die Verteilung der Zeitstrafen war nicht gerechtfertigt.“

Wurden Fouls an den Gastgeberinnen meist nur mit Freiwürfen bestraft, hagelte auf der anderen Seite regelmäßig Siebenmeter und Hinausstellungen. Und auch die entscheidende gegen Jana Kokot vier Minuten vor Ultimo – ihre dritte hatte Rot zur Folge – fand Kohls unmöglich. Badenstedt nutzte die Freiräume aus und zurrte mit vier Treffern von Bogna Alicja Dybul vom 29:28 zum 33:29 den Sieg fest. Beeindruckend war für die über 200 Zuschauer, dass sich der Außenseiter von dieser Benachteiligung nicht zurückwerfen ließ und einen „Superspirit“, wie ihn Kohls nannte, aufs Feld zauberte.

Die Vampires erwischten einen starken Start, führten 6:3 (6.) und zwangen somit HSG-Trainer Florian Marotzke zur ungewohnt frühen Auszeit. Mit Wirkung: Badenstedt drehte den Spieß zum 12:10 (18.) um, nutzte dabei Abstimmungsfehler in Oytens Deckung zu leichten Toren. „Vielleicht haben wir nach dem tollen Auftakt auch ein wenig überpaced“, mutmaßte Kohls.

Nach dem 15:19-Pausenstand fasste sich das Team um Jacqueline Reinhold, die trotz schmerzhafter Fehlversuche in der Schlussphase auf neun Treffer kam, ein Herz und ging bei ihrem 25:24 (47.) erstmals wieder in Führung. Das Match kippte hin und her – bis zum 28:28 durch die in Hälfte zwei starke Lena Schulz (56.). Dann riss Kokots dritte Zeitstrafe den Underdog aus allen Träumen, die flinkeren Badenstedterinnen nutzten die Überzahl konsequent aus. So kam der Aufstiegsanwärter mit blauem Auge davon.

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