Uphusens sportlicher Leiter spricht von Flächenbrand / „Faktisch keine Beweise“

Martin Puls: „Wir hatten es nicht mehr in der Hand“

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Auch bei Martin Puls, sportlicher Leiter des Fußball-Oberligisten TB Uphusen, stand das Telefon nicht mehr still.

Uphusen - Die Handys bei den Verantwortlichen des TB Uphusen – sie stehen seit Tagen nicht mehr still. Grund dafür ist die Partie des Fußball-Oberligisten gegen den SSV Jeddeloh. Direkt nach dem 2:4 (1:1) machten die ersten Gerüchte der Spielmanipulation seitens zweier Spieler des TBU am Arenkamp die Runde. Im folgenden Interview nimmt Uphusens sportlicher Leiter Martin Puls Stellung zu den Mutmaßungen.

Herr Puls, wann haben Sie das erste Mal von den Gerüchten gehört?

Martin Puls: Zunächst einmal möchte ich sagen, dass es im Augenblick viele Anschuldigungen und Gerüchte gibt, aber faktisch keine Beweise. Aber Aufmerksamkeit wurde bei uns dadurch erregt, dass es auf der Gegenseite auf dem Deich relativ laute und deutliche Gespräche gegeben haben soll. In denen soll es darum gegangen sein, dass es einen Spieler in unserer Mannschaft geben soll, der monetär beeinflusst wurde, das Spiel in eine Richtung zu lenken, die uns schadet. Und das hat jemand akustisch aufgenommen, der unserem Verein wohlgesonnen ist. Darüber sind die Informationen geflossen. Und das war der erste Hinweis, den wir konkret hatten und wo es personifiziert war.

Wie war dann Ihre weitere Vorgehensweise?

Puls: Da einige Entscheidungsträger des TBU Sonntag noch im Urlaub waren, wurden alle erst Montagmorgen um acht Uhr informiert. Um elf Uhr gab es die erste Sitzung und abends die Zweite. Dabei haben wir den betreffenden Spieler dazugenommen, wobei wir im Vorwege über Kontakte der Mannschaft, die ja auch gut vernetzt ist, Informationen gesammelt haben. Das Ergebnis daraus war, dass sich die Gerüchte zwar verstärken, aber alles ist Hörensagen. Jeder hat irgendwo was gehört. Aber keiner ist dabei, der gesagt hat: Ich/wir haben jemandem Geld gegeben, damit er das macht. Und der Spieler selbst, den wir gestern Abend gesprochen haben, beteuert seine Unschuld. Und solange es keinen Beweis dafür gibt, gehen wir auch davon aus, dass es stimmt.

Dennoch haben Sie dem NFV angezeigt, dass es gegen Jeddeloh eine mögliche Manipulation gegeben haben könnte. Warum?

Puls: Ja klar. Dazu sind wir als Verein verpflichtet. Das sehen die Statuten des NFV so vor. Auch wenn es sich dabei bislang nur um Gerüchte handelt. Wir haben es auch so formuliert, dass der Verdacht besteht, dass unter Umständen zwei Spieler das Spiel manipuliert haben könnten.

Ist der Verein TB Uphusen damit erst einmal raus aus der Verantwortung?

Puls: Für einen Amateurverein, wo ja alle berufstätig sind, haben wir relativ flott reagiert. Nach drei Sitzungen, Gesprächen mit der Mannschaft und der klaren Ansage, dass es keinerlei Wetten in Sachen Fußball mehr geben darf sowie der Info an den NFV – sehr viel schneller kann man nicht reagieren.

Aber kontrollieren können Sie Ihre Spieler nicht, oder?

Puls: Ich wüsste zumindest nicht wie. Zumal ich mich damit nicht auskenne.

Wie geht es denn jetzt weiter? Denn der NFV wird ja sicherlich Maßnahmen einleiten müssen.

Puls: Die Situation ist total beschissen. Zum einen ist da ein Spieler, der, wenn er nicht mehr für den TBU auflaufen sollte, eine große Lücke reißt. Das andere ist, dass wir eine Mannschaft haben, wo nach den ersten Gedanken eine gewisse Aufruhr passierte. Danach ging es dann so schnell weiter, dass wir es nicht mehr in der Hand hatten. Das ist ein Flächenbrand. Zumal keiner unserer Spieler mit einem Verein in Verbindung gebracht werden will, bei dem sich Spieler kaufen lassen. Aber das will keiner. Außerdem ist ja auch nicht bewiesen, dass es stimmt. Hinzu kommt, dass Reiner Kreie und Horst Hofmann über die letzten Jahre hinweg einen Verein, der nicht immer den besten Ruf genossen hat, in ein ansehnliches Fahrwasser gebracht haben. Daher müssen wir den Verein sauber halten sowie Ruhe in die Mannschaft bringen. Und solange nichts bewiesen ist, müssen wir aufpassen, dass wir dem betreffenden Spieler nicht etwas ans Bein flicken, was unter Umständen nicht stimmt.

Sollten sich die Gerüchte bewahrheiten, welche Konsequenzen kann das für den TBU bedeuten?

Puls: Wenn sich die Fakten bestätigen, wäre ja nun erstmal der TBU geschädigt. Denn wir haben ja niemanden die Punkte genommen. Von daher sollte es rechtlich keine Nachteile für den Verein geben. Die Frage ist natürlich nach der Außenwirkung. Daher sind wir an einer schnellen Aufklärung interessiert.

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