„Der gehört vergast!“

Unerträgliches auf dem Fußballplatz: Schiedsrichter stellt Strafanzeige

Fischerhude – Pöbeleien, übelste Beschimpfungen, Besserwisserei in jeglicher Form – der Fußballplatz ist längst ein Feld für Aggressionsabbau geworden. Nicht nur in der Anonymität großer Stadien fallen soziale Hemmungen. Auch auf den Dorfplätzen ist der raue Ton längst eingekehrt. Doch was der Fußball-Bezirksligist TSV Fischerhude-Quelkhorn jetzt im Auswärtsspiel in Löhnhorst ertragen musste, fällt längst nicht mehr unter das Motto „im Ton vergriffen“, sondern ging in beschämender Weise völlig unter die Gürtellinie. Es sollen die Worte „Der gehört vergast!“ gefallen sein.

Was war passiert? Mitte des zweiten Durchganges der Partie beider Bezirksliga-Aufsteiger herrschte auf dem Spielfeld keine Spur von Müdigkeit. Es wurde gefightet um jeden Ball – wie sich das in einem Punktspiel nun einmal gehört. Dann unterlief Fischerhudes Niclas Masuch im Mittelfeld ein Foulspiel, wenige Sekunden später hob der Schiedsrichterassistent an der Seitenlinie die Fahne.

Es kam zu einer Unterredung mit Schiedsrichter Niklas Requardt, der daraufhin die Partie unterbrach und den SV Löhnhorst aufforderte, einen Zuschauer des Sportplatzes zu verweisen. „Keiner der anderen Zuschauer hat sich darüber echauffiert, hat den Herren, der den Satz gesagt hat, unterstützt“, erinnert sich Fischerhudes Matthias Warnke noch genau an die Szene, die später noch einen Stein ins Rollen bringen sollte. Denn die Fischerhuder gingen fest davon aus, dass der Löhnhorster Anhänger ihren Spieler mit den Unworten bedacht hatte und kündigten noch am Sonntagabend an, dass der Zwischenfall für sie nicht beendet sei.

Kallhardt: „Nicht einfach zur Tagesordnung übergehen“

Der Unparteiische informierte zudem Staffelleiterin Claudia von Kiedrowski und verfasste einen Sonderbericht. „Wir vom TSV Fischerhude-Quelkhorn sind der Meinung, dass nach solch einem Vorfall nicht einfach zur Tagesordnung übergegangen werden darf. Diese Art und Weise der Wortwahl darf nicht unkommentiert bleiben! Dabei richtet sich unsere Entrüstung in keiner Weise gegen den SV Löhnhorst, sondern einzig und allein gegen den Zuschauer, der im Rentenalter sein soll. Emotionen gehören zum Fußball, keine Frage. Doch als Außenstehender muss man sich zumindest soweit im Griff haben, dass einem nicht solch hässliche Worte über die Lippen kommen. Egal, ob nun unser Spieler oder aber der Schiedsrichter gemeint war“, nahm am Dienstag Fischerhudes Fußball-Vorsitzender Julian Kallhardt offiziell Stellung zu dem Vorfall, der, wie bereits erwähnt, noch ein größeres Nachspiel haben dürfte.

Post des TSV Fischerhude-Quelkhorn nach dem Spiel beim SV Löhnhorst.

So legten die Verantwortlichen des gastgebenden Vereins in einem Gespräch mit Fischerhudes zweiten Trainer Yannick Becker großen Wert auf die Feststellung, dass nicht Fischerhudes Niclas Masuch, sondern der Unparteiische aus dem Heidekreis von der SG Wintermoor gemeint war. „Was für uns die Sache aber deshalb nicht abmildert. Eine Entgleisung in dieser Form darf einfach nicht unter den Teppich gekehrt werden“, weiß Kallhardt, der selbst seit vielen Jahren Fußball spielt, dass im Sport am besten Frust und Energie abgebaut werden kann. „Aber auf keinen Fall so!“

Das dachte sich wohl auch Schiedsrichter Niklas Requardt. Er soll laut Kallhardts Informationen offiziell eine Strafanzeige gegen Unbekannt eingereicht haben.

Rubriklistenbild: © Screenshot: von Staden

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