Volleyball-Zweitligist TV Baden muss Aderlass verkraften und braucht Sponsoren, aber:

Werner Kernebeck bleibt Coach

Will in Zukunft kürzer treten und nur noch in der Oberliga für den TV Baden aufschlagen, pritschen und schmettern: Mittelblocker Artem Tscherwinski.
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Will in Zukunft kürzer treten und nur noch in der Oberliga für den TV Baden aufschlagen, pritschen und schmettern: Mittelblocker Artem Tscherwinski.

Nach der Saison ist vor der Saison heißt es auch für Badens Volleyball-Manager Peter-Michael Sagajewski, der derzeit stark damit beschäftigt ist, das vierte Zweitliga-Jahr zu planen. Doch muss er dabei einige Fragezeichen setzen.

Baden – Es ist im Grunde wie in den drei Jahren zuvor: Die Volleyball-Saison in der 2. Liga ist gerade beendet, da bastelt der TV Baden schon an der nächsten. Nein, bastelt vor allem der sportliche Leiter Peter-Michael Sagajewski an der nächsten. Und der verrät jetzt: „Noch nie war es so schwierig, Corona hat alles verändert und unglaublich erschwert. Dass wir am 15. Mai für unsere vierte Zweitliga-Saison melden, ist derzeit nicht gesichert!“

Gut, im Grunde ist das ein Standardsatz, den Sagajewski vor jeder Spielzeit fallen lässt, denn alles steht und fällt vor allem mit den Sponsoren. Klar, ein Volleyball-Zweitligist kostet Geld. Auch wenn der TV Baden für sich in Anspruch nimmt, eines der wenigen Teams in diesen Sphären zu sein, das nicht einen Cent in die Spieler steckt. Stecken kann. Doch auch so kostet eine Saison viel Geld. „Und nach solch einem langen Lockdown ist mir durchaus bewusst, dass wir einige Sponsoren verlieren werden, die durch diese Maßnahme unglaublich gelitten haben. Es drohen Verluste – und ich weiß derzeit noch nicht, wie wir diese auffangen können“, so Sagajewski und fügt dann auch mit einem Blick auf den Spielerkader an, „dass sich im Moment alles kompliziert wie nie darstellt.“

Tscherwinski und Radeke steigen aus

So teilten Mittelblocker Artem Tscherwinski als auch Libero Jan-Henrik Radeke dem Verein mit, dass sie ihre Zukunft nicht mehr in der 2. Liga sehen. Während Tscherwinski bereits signalisiert hat, dass er in der Reserve weiterspielen möchte, ließ Radeke seine sportlichen Pläne noch offen. Ob dann auch Simon Bischoff noch abspringen wird, bleibt abzuwarten. Sagajewski: „Er ist derzeit einziger Wackelkandidat. Und bei Benedikt Gerken wissen wir zudem noch nicht, ob er einen Studienplatz in der Nähe bekommen wird. Alle anderen Spieler wollen indes weitermachen.“

Der Manager weiß schon deshalb nur zu genau, dass dem Kader eine Gesichtsauffrischung durchaus guttun würde. Doch seit der Sportstudiengang an der Bremer Uni gestrichen wurde, „gibt diese Region nur noch wenig an Spielermaterial her. Nicht nur im Volleyball. Wir sind zu einer toten Ecke geworden. Der Uni-Wegfall hat uns regelrecht kastriert!“ Was aber nicht heißt, dass der TV Baden zukünftig nur mit einem Rumpfteam die Saison bestreiten wird. So hat Sagajewski natürlich schon seine Fühler ausgestreckt, hält sich da aber noch bedeckt, sagt: „Wir haben einen Spieler im Augenwinkel, der uns sofort weiterhelfen könnte. Zudem wollen wir zukünftig aber auch auf sehr junge Spieler bauen, die wir mit einem Doppelspielrecht ausstatten könnten.“ In dieser Hinsicht wird er in den nächsten Tagen gemeinsam mit Coach Werner Kernebeck, der seinen Vertrag nach kurzer Bedenkzeit um ein weiteres Jahr verlängert hat, aktiv werden.

Dass wir am 15. Mai für unsere vierte Zweitliga-Saison melden, ist derzeit nicht gesichert!

Badens Manager Peter-Michael Sagajewski

Zudem wird der TVB ja auch auf seinen Leader und lange verletzten Außenspieler Ole Sagajewski wieder zurückgreifen können. „Mit ihm“, ist da Vater Peter-Michael überzeugt, „hätten wir diese leidige Saison im oberen Tabellendrittel abgeschlossen. Ob Ole aber so schnell oder überhaupt wieder zu alter Form finden wird – oder ob wir ihn in Zukunft aufgrund der Verletzung eine andere Position bekleiden lassen müssen, muss man einfach abwarten.“

Steigt beim Volleyball-Zweitligisten berufsbedingt aus Zeitgründen aus: Libero Jan-Henrik Radeke.

So bringt der Manager dann nochmals zum Ausdruck, dass für die anstehende Serie noch zahlreiche Fragezeichen zu setzen sind. Er gibt sich aber natürlich auch kämpferisch, unkt: „Wir werden alles versuchen, um als reine Amateure den Halb- und Vollprofis in dieser Liga auch weiterhin Paroli bieten zu können. Irgendwie sollten wir das schaffen. Und wenn wir finanzielle Abstriche machen müssen, fahren wir eben mit dem Fahrrad zu den Auswärtsspielen!“  vst

Ein Abschied hätte sich für Badens Trainer Werner Kernebeck nicht richtig angefühlt

Direkt nach dem abschließenden Saisonauftritt gegen den PSV Neustrelitz (0:3) wollte Werner Kernebeck noch keine Aussage bezüglich seiner sportlichen Zukunft treffen. „Ich habe mir eine Bedenkzeit von einer Woche zugestanden. Aber jetzt habe ich eine Entscheidung getroffen und meinen Vertrag um eine weitere Saison verlängert“, bestätigte der Trainer des Volleyball-Zweitligisten TV Baden auf Nachfrage. Ausschlaggebend für die Zusage des A-Lizenzinhabers waren gleich mehrere Gründe. „Natürlich ist der Posten mit einem gewissen Aufwand verbunden. Daher musste ich es schon mit der Familie abklären. Aber die steht weiterhin dahinter“, ist sich Kernebeck der Unterstützung weiterhin sicher. „Außerdem war die vergangene Saison aufgrund der aktuellen Situation rund um die Corona-Pandemie natürlich alles andere als schön, um es mal freundlich auszudrücken. Daher hoffen wir alle, dass es in Kürze wieder besser wird und wir dann endlich wieder vor einer vollen Halle spielen können“, waren die „Geisterspiele“ auch für Kernebeck alles andere als schön. „Das war persönlich schon sehr anstrengend. Daher haben einige meiner Trainerkollegen auch ihre Konsequenzen gezogen und stehen nicht mehr zur Verfügung. Aber das kam für mich nicht infrage. Denn die Mannschaft in diesen Zeiten zu verlassen – das hätte sich nicht richtig angefühlt!“ Somit freut sich der A-Lizenzinhaber dann auch jetzt schon auf eine hoffentlich ganz „normale“ Saison. Bezüglich der Ziele wollte sich Kernebeck noch nicht äußern. „Das wäre noch zu früh. Zumal wir jetzt erst einmal klären müssen, wer uns in der nächsten Saison noch alles zur Verfügung steht. Aber auch da sind bereits die ersten Gespräche geführt, sodass ich ganz zuversichtlich bin, dass wir erneut mit einer wettbewerbsfähigen Mannschaft in die Saison gehen.“ kc

Von Frank Von Staden und Kai Caspers

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