Bei Mallorca 312 fehlgeleitet / Trotzdem wertvolle Vorbereitung auf „Desert Dash“

Katja und Lars Troschka erleben Irrfahrt durchs Schilf

Mit Tempo über die Insel: Katja und Lars Troschka, Radrennfahr-Ehepaar aus Luttum,  bei Mallorca 312.
+
Mit Tempo über die Insel: Katja und Lars Troschka bei Mallorca 312 – noch nicht wissend, dass später eine Irrfahrt durchs Schilf für das Ehepaar aus Luttum folgen sollte.

Das hatten Katja und Lars Troschka auch noch nicht erlebt: Bei Mallorca 312 wurde das Rennrad-Ehepaar fehlgeleitet und musste durchs Schilf. Zuvor hatten die Luttumer ein Radcamp in der Provence absolviert, mit dem Mont Ventoux als Höhepunkt. Alles zur Vorbereitung auf „Desert Dash“ in Namibia.

Luttum – Das 24-Stunden-Rennen in Duisburg erneut abgesagt, die vom Juni auf September verschobene Transalp ebenfalls storniert – die Vorbereitung von Katja und Lars Troschka auf das Mountainbike-Rennen „Desert Dash“ am 10. Dezember in Namibia wurde langsam kompliziert. Das Luttumer Ehepaar überlegte kurzerhand einen Alternativ-Plan, meldete fürs Radcamp in der Provence und für Mallorca 312. „Zwei schöne Events, die von der Belastung her top waren zur Einstimmung“, resümiert Katja Troschka.

Katja und Lars Troschka jetzt im Club der Verrückten

Beim Radcamp in der Provence wurden an acht Tagen 800 Kilometer mit 14.000 Höhenmetern absolviert. In anschließender Abendrot-Laune entschlossen sich die Luttumer, als Ersatz für die Tansalp den Mont Ventoux in Angriff zu nehmen – Ziel einer der legendärsten Etappen der Tour de France. Wer an einem Tag den Berg von drei Seiten mit insgesamt 4.400 Höhenmetern erklimmt, wird in den Club der Verrückten aufgenommen. „Passt ja irgendwie wie die Faust aufs Auge bei uns“, schmunzelt die 41-jährige Troschka.

Findig wie das Duo ist, nahm es mal eben noch Mallorca 312, ein Insel-Rennen über 312 Kilometer, ins Programm. Das war Ende April wegen der Pandemie auf Oktober verschoben worden – Troschkas bekamen ihre Startplätze. „Das schien uns ideal sechs Wochen vor Namibia“, so die Fitness- und Personaltrainerin. Bei optimalem Wetter durften die Luttumer aus der ersten Reihe der 4.500 Teilnehmer ins Rennen gehen.

Am Gipfel: Die Troschkas auf dem Mont Ventoux.

Die 150 Anfangs-Kilometer durch die Berge entpuppten sich für Katja zu einer Qual: „4.000 Höhenmeter ohne Pause, immer nur kurze Stiche. Da gab es keine Erholung für mich. Gut, dass Lars mal wieder die optimale Lokomotive für mich spielte.“ Dann nahm die Irrfahrt ihren Lauf: Bei Kilometer 205 erblickte die Luttumerin ein kleines Schild mit dem Hinweis, auf der 312er-Strecke müssten sie demnächst nach rechts fahren. „Doch mit der Zeit fragten wir uns, wann denn diese Abbiegung kommen würde“, standen die Rennradler vor einem Rätsel.

So ging es in Alcudia durchs Schilf, die Ortschaft war schon zu sehen – und es folgte ein weiterer Hinweis, dass es noch zehn Kilometer bis ins Ziel sei. Toschka: „Und immer noch keine Rechtsabbiegung in Sicht. Niemand wusste mehr, was los ist.“ Die Krönung: Im Anschluss an eine Kurve folgte bereits die Zieldurchfahrt – sie waren die zweitlängste Strecke mit 225 Kilometer gedüst. „Wir haben uns im ersten Moment natürlich nicht gefreut. Ärgerlich, dass die Veranstalter es bei der immerhin zehnten Auflage nicht hinbekommen, ein Schild vernünftig aufzustellen“, so Katja Troschka.

Katja Troschka mit Platz 22 bei den Frauen äußerst zufrieden

Ansonsten sei alles tipp-top geregelt gewesen. Und die „geklauten“ Kilometer sollen nachgeholt werden: „So lass ich das nicht stehen. Das will ich noch mal fahren.“ Die Luttumerin belegt über die 225er-Distanz in 9:48 Stunden den starken 22. Platz unter 78 Frauen. Gatte Lars, zeitgleicher Finisher, wäre sicherlich schneller gewesen, „das ist aber nicht so wichtig, weil ich ja mit Katja zusammen fahren wollte.“

Der Unmut über die erlebte Irrfahrt geriet geringer, als berichtet wurde, dass die richtige Strecke über unbefestigte Landschaftswege führte. „Wenn du das Schild übersiehst, fährst du halt kürzer“, lautete die erste Reaktion des 44-jähriger Lars – in der Hoffnung, die fehlenden 80 Kilometer schlagen in Afrika, wo auch Kollege Marko Preuß wieder startet, nicht zu Buche.

Denn dort haben die Organisatoren die Strecke mittlerweile von 373 auf 393 Kilometer erweitert. Von den verbleibenden sechs Wochen geht es jetzt vier ins Training, das  auch zwei oder drei Einheiten über 150 Kilometer (sieben Stunden) fürs Stählen beinhaltet – alles natürlich mit dem Mountainbike, das auch bei „Desert Dash“ gefahren wird. Dann hoffentlich ohne Umwege.

Von Ulf Von Der Eltz

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Sechs Monate Audible inkl. Gratis-Hörbücher für monatlich 4,95 Euro statt 9,95 Euro

Sechs Monate Audible inkl. Gratis-Hörbücher für monatlich 4,95 Euro statt 9,95 Euro

Das sind die Minister und Ministerinnen der Ampel-Koalition

Das sind die Minister und Ministerinnen der Ampel-Koalition

iPhone 13 jetzt schon sichern – zu diesen Hammer-Konditionen

iPhone 13 jetzt schon sichern – zu diesen Hammer-Konditionen

Angela Merkel: die wichtigsten Momente ihrer Karriere

Angela Merkel: die wichtigsten Momente ihrer Karriere

Meistgelesene Artikel

TV Oyten und Fitschen: Das passt

TV Oyten und Fitschen: Das passt

TV Oyten und Fitschen: Das passt
Mit Ausnahmekönner Appleton Auftakt nach Maß

Mit Ausnahmekönner Appleton Auftakt nach Maß

Mit Ausnahmekönner Appleton Auftakt nach Maß
2G-Plus-Regel: Amateursport vor dem Aus

2G-Plus-Regel: Amateursport vor dem Aus

2G-Plus-Regel: Amateursport vor dem Aus
Alexa Stais holt fulminantes Doppel

Alexa Stais holt fulminantes Doppel

Alexa Stais holt fulminantes Doppel

Kommentare