START IN DIE SAISON Bassens Bezirksliga-Fußballerinnen als Geheimfavorit

Ein Trio mit großen Ambitionen

Jörg Beese (l.) und Michael Brüning wollen mit dem TSV Fischerhude-Quelkhorn noch hoch hinaus. Foto: Woelki

Verden - Von Frank Von Staden. Am Wochenende 23. - 25. August starten auch die Bezirksliga-Fußballerinnender Staffel West offiziell in die Saison 2019/20. Erneut werden drei Teams aus dem Kreis Verden um eine gute Platzierung kämpfen. Ligaerfahren sind dabei der TSV Bassen als auch schon der TSV Fischerhude-Quelkhorn. Neu dabei ist indes der TSV Etelsen, der als Aufsteiger quasi den Platz des abgestiegenen SV Holtebüttel einnimmt.

TSV Bassen

Als Geheimfavorit auf den Titel gilt auch in diesem Jahr wieder einmal der TSV Bassen, der in Nina Kobelt (ATSV Buntentor) eine sehr routinierte Regionalliga-Spielerin zurückbekommt. „Sie war schon vor ihrem Weggang nach Bremen eine Schlüsselspielerin für uns und wird es auch sicher dieses Mal wieder sein“, freut sich Bassens Koordinator Uwe Norden über die offensive Rückkehrerin. Allerdings: In Lena Troschka (TuS Westerholz, Landesliga), Maike Grünhagen (verletzungsbedingt) sowie Christina Meyer (aufgehört) verlieren die Grün-Roten auch wichtiges Stammpersonal. Schon deshalb hält sich Norden mit offensiven Sprüchen zurück, sagt: „In der abgelaufenen Saison haben wir eine sehr starke Hinrunde angeboten und uns die sogenannte Herbstmeisterschaft erspielt. In der Rückrunde mussten wir dann häufiger – vor allem verletzungsbedingt – auf wichtige Spielerinnen verzichten, sodass wir letztlich auf Platz fünf in der Abschlusstabelle gelandet sind. Wir haben also das gesteckte Saisonziel erreicht. Wenn es möglich ist, wollen wir dieses Mal diese Platzierung noch verbessern. Doch erst einmal sollten wir zusehen, so schnell wie möglich genügend Punkte zum frühzeitigen Klassenverbleib zu sichern!“ Urgestein Norden, der bereits in seine 24. Saison beim TSV geht, hofft natürlich, dass seine Damen endlich einmal von Verletzungen verschont bleiben: „Wäre das so, dann ist von unserem Team sicherlich viel Positives zu erwarten. Sollten wir jedoch wiederum viele Ausfälle zu beklagen haben, stehen wir vor keiner leichten Spielzeit!“

TSV Fischerhude-Quelk.

Richtig im Saft steht bereits vor dem Saisonstart der TSV Fischerhude-Quelkhorn, der sich in der abgelaufenen Serie mit Coach Jan Blanken erst in der Schlussphase den Klassenverbleib sichern konnte. Blanken gab das Zepter danach aus zeitlichen Gründen weiter an Jörg Beese, einem sehr erfahrenen Trainer im Herren- als auch Damen-Fußball. So coachte er unter anderem sehr erfolgreich den Frauen-Regionalligisten ATSV Buntentor Bremen, mit dem er zweimal den Bremer Pokal gewann und so in die DFB-Hauptrunde einzog. Beese griff nicht sofort zu, als er die Anfrage von TSV-Chef Julian Kallhardt bekam, verrät: „Ich wollte mir die Mannschaft erst einmal anschauen, wollte wissen, was für ein Potenzial in ihr schlummert. Und das ist wirklich groß! Ich behaupte, dieser Kader könnte schon in der Landesliga mitspielen und würde nichts mit dem Abstieg zutun haben!“

Seit sechs Wochen bereitet der „Schleifer mit Ball“ den 25 Spielerinnen umfassenden Kader nun schon auf die Saison vor, konnte dabei bisher immer 15, 16 Spielerinnen beim Training begrüßen. „Deshalb habe ich auch erst gezögert mit meiner Zusage. Denn zuletzt hatte ich die Kreisliga-Herren des VfL Visselhövede übernommen und konnte dort bei den Einheiten meistens nur sechs bis acht Spieler begrüßen. Da habe ich nach wenigen Wochen resigniert das Handtuch geworfen. So etwas sollte mir nicht noch einmal passieren“, so der 55-Jährige, der in Hoya wohnt. Beeses Fazit kurz vor dem Saisonstart fällt absolut positiv aus: „Dieses doch sehr junge Team entwickelt sich rasant in allen Bereichen. Ich glaube, wir werden in Zukunft noch viel Spaß haben.“

TSV Etelsen

Absolutes Neuland betritt ab dem Wochenende der TSV Etelsen, der natürlich ganz kleine Brötchen als Aufsteiger backen muss. „Das wird eine brutal harte Saison für uns, keine Frage. Das haben schon die Vorbereitungsspiele als auch das Pokalspiel gezeigt, wo wir kaum etwas beschicken konnten. Doch egal. Die Mädels haben sich das absolut verdient und sind sich auch absolut im Klaren, was da auf sie zukommen wird“, sagt da Etelsens Trainer Alexander Coels, der vor zwei Jahren zusammen mit Bastian Reiners und einigen anderen Etelser Strategen quasi als „Kombo“ die Verantwortung bei den Frauen übernommen hatte.

Zum Aufstieg kamen die Etelserinnen allerdings wie die Jungfrau zum Kinde. Denn nachdem der FC Hambergen bereits als Meister und Aufsteiger feststand, verzichtete der Kreisliga-Zweite FC Hansa Schwanewede auf sein Aufstiegsrecht. Und so rückte der TSV als Tabellendritter nach. Coels: „Als wir uns damals entschieden haben, dieses Abenteuer zu wagen, haben mir die Mädels in die Hand versprochen, dass sie nicht den Kopf in den Sand stecken werden, wenn es eine Niederlagenserie hageln sollte. Denn uns ist allen klar, dass schon alles außer der letzte Tabellenplatz ein Riesenerfolg wäre.“

Damit die Etelserinnen nicht nur reines Bezirksliga-Fallobst werden, wurde in der Vorbereitung geackert, dass die Schwarte kracht. Vier Einheiten setzte Coels wöchentlich an – und das 23-köpfige Team, das gerade einmal einen Altersdurchschnitt von 20 Jahren hat, zog beeindruckend mit.

Neben Achtungserfolgen in der anstehenden Saison wünscht sich der Übungsleiter, der mit Leib und Seele dabei ist, allerdings noch Unterstützung. „Momentan stehe ich da allein auf weiter Flur. Wäre schön, wenn wir noch jemanden finden könnten, der mir zur Hand geht – oder mich im besten Fall gar ersetzt“, so Coels, der als Fußball-Boss des TSV Etelsen im Grunde mehr als genug in seiner Freizeit um die Ohren hat.

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