Trainer des Fußball-Bezirksligisten TSV Bassen steigt zum Saison-Ende aus / Sportlicher Leiter?

Holsten: Zehn Jahre sind genug

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Marco Holsten hört am Saisonende als 1. Herren-Trainer des TSV Bassen auf.

Bassen - Der Gedanke schwirrte schon länger bei Marco Holsten im Kopf herum. Doch irgendwie kam immer wieder etwas dazwischen, befand er seine Aufgabe noch nicht für erledigt. „Jetzt aber ist der richtige Zeitpunkt gekommen, um loszulassen. Zehn Jahre als 1. Herren-Trainer am Stück beim TSV Bassen sind erst einmal genug. Es wird Zeit, eine Pause einzulegen, um vielleicht auch mal frischen Wind in die Mannschaft zu bekommen!“ Gestern Abend teilte Marco Holsten dann seinem Bezirksliga-Team mit, dass für ihn am Ende der Saison vorerst Schluss sein wird.

Vorerst. Denn der 50-Jährige kann sich durchaus vorstellen, irgendwann einmal nochmals dieses Amt auszuüben, in dem er viel Freude erlebt hat. In dem aber die Leidenschaft auch Leiden schafft(e).

Holsten, der mit dem TSV Bassen völlig verwachsen ist, der nie für einen anderen Verein Fußball spielte, der später nie einen anderen Club coachte, durch dessen Adern grün-rotes Blut fließt, geht nicht im Groll. „Auch wenn es vielleicht schon vor ein, zwei Jahren richtig gewesen wäre zu gehen, habe ich zu keinem Zeitpunkt so etwas wie Müdigkeit oder ein Ausgebranntsein verspürt. Doch man muss auch loslassen können, um Platz für etwas Neues, vielleicht auch Besseres zu machen. Mehr ist dazu nicht zu sagen.“ Eine Aussage, wie sie anders von Holsten, den fast alle nur „Bauer“ rufen, nicht hätte kommen können. Viele Worte hat der einstige Niedersachsenliga-Fußballer nie gemacht. Er hat lieber Taten sprechen lassen. „Deshalb habe ich ihm auch so lange das Vertrauen geschenkt. Er hat den Verein nie enttäuscht. Im Gegenteil. Bauer hat sehr großen Anteil daran, dass wir nach Jahren der Abstinenz zumindest kurzfristig wieder mal Landesliga-Luft schnuppern durften. Von mir hätte er einen Rentenvertrag bekommen. Letztlich aber akzeptieren und verstehen wir vom Vorstand natürlich seine Entscheidung. Wir werden alles daran setzen, dass er eine andere verantwortungsvolle Aufgabe im Verein übernimmt. Sportlicher Leiter oder so fällt mir da spontan ein“, findet Bassens Fußball-Boss Adrian Liegmann nur lobende Worte für den Mann seines Vertrauens, der den TSV 2006 als Trainer in der Kreisliga übernahm und ihn dann kontinuierlich bis in die Landesliga führte. „Und die hätten wir letzte Saison niemals nach nur einem Jahr wieder verlassen müssen“, ist der Übungsleiter überzeugt. Letztlich war es ein zu großes Lazarett mit zahlreichen Verletzten, das die Grün-Roten zurück in die Bezirksliga warf.

Der Aufstieg in diese Liga war für Holsten damals der emotionalste Moment: „Wir waren als Kreisliga-Zweiter im Relegationsspiel gegen den ATSV Scharmbeckstotel krasser Außenseiter, stiegen dann durch ein hart umkämpftes 1:0, das Jan-Dirk Osmers erzielte, auf. Das war prickelnd – ein geiler Moment. Danach war gefühlt eine Woche Party in Bassen. Ja, so etwas würde ich gern noch einmal erleben. Aber nur mit meinem TSV Bassen!“ Heißt: Andere Clubs können sich Anrufe beim Bassener Urgestein sparen. „Einmal Bassener, immer Bassener. Mehr gibt es nicht zu sagen.“

Kurz und knapp. Typisch Marco Holsten.

vst

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