Neddener Triathlet: Training statt Wettkämpfe

Tietjes Frieden mit dem Sabbatjahr

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Derzeit absolviert er vor allem viel Intervall-Training – ohne großen Druck einer Vorbereitung auf Wettkämpfe: Triathlet Harm Tietje.

Neddenaverbergen – Nein, zu den Menschen, die über die sportliche Situation während der Coronavirus-Krise lauthals klagen, zählt Harm Tietje gewiss nicht. „Ich kann schon sagen, dass mir das Gejammer langsam auf den Sack geht. Man muss es einfach so hinnehmen, wie es ist“, verdeutlicht der Triathlet aus Neddenaverbergen seine Einstellung. Der 51-Jährige sieht es halt pragmatisch: „Wenn alle Wettkämpfe abgesagt sind, ist es nicht zu ändern. Viel schlimmer wäre es doch, wenn ein Veranstalter mir schreiben würde, dass er mich nicht in seiner Starterliste haben will.“

Und so plant der selbstständige Physiotherapeut in diesem Jahr auch kein Event mehr für sich ein. Zwar wäre der Maschsee-Triathlon am 18. Juli in Hannover durchaus interessant gewesen, aber an diesem Tag geht es für Tietje ins Allgäu: „Nicht abhängen, sondern Aktiv-Urlaub. In diese Gegend habe ich mich bei einem Triathlon richtig verliebt.“ Da auch der Ironman von Klagenfurt (5. Juli) längst gestrichen wurde und aus dem als Saisonhöhepunkt gedachten New-York-Marathon (1. November) ebenso nichts werden dürfte, erlegt sich der Neddener ein wettkampftechnisches Sabbat-Jahr auf und schließt Frieden damit.

„Selbst, wenn jetzt einer kurzfristig kommen und für Oktober ein Event anbieten würde, wäre ich nicht dabei“, stellt Tietje klar. Was natürlich nicht heißt, dass der Ausdauersportler auf der faulen Haut liegt. Mit fünfmaligem Training pro Woche, bei einem Klagenfurt-Start wäre es sogar ein sechsmaliges gewesen, hält sich der HSV-Fan fit. Mit einem Programm, das ihm die in der Nähe von Mainz lebende Kathrin Stausberg – gewann im vergangenen Jahr ihre Altersklasse in Barcelona – auf den Leib geschneidert hat. „Es ist strukturiert und abwechslungsreich, belässt mir meine Form. Schön ist, dass der absolute Druck, wie du ihn in der Vorbereitung auf einen Wettkampf hast, einfach nicht vorhanden ist. Es trainiert es so wesentlich lockerer.“

Konzentration liegt auf Laufen und Radfahren

Da sich der Neddener durch seinen Start bei den 100 x 100 Metern in Hamburg Anfang März im Schwimmen fitter den je fühlt, hat er sich bisher beim Trainieren voll aufs Laufen und aufs Rad konzentriert. „Es sind keine ganz langen Einheiten. Klar fahre ich auch mal 150 Kilometer, wenn ich gerade Bock drauf habe. Aber es geht eher um Intervalle, die sehr variabel und hilfreich sind“, lässt sich der Physiotherapeut in die Karten blicken. Am Wochenende stehen nur zwei lockere Stunden an, sodass sich der 51-Jährige jetzt mehr einer weiteren Leidenschaft, dem Jagen, widmen kann. Dazu hat er sich jüngst einen Hund angeschafft.

Nachdem das Verwell in Verden am Montag vor Pfingsten wieder geöffnet hat, geht Tietje auch wieder ins Wasser. Wobei er anmerkt: „Zuletzt war ich als einer der Ersten im Bullensee, im März bei fünf Grad Wassertemperatur. Da habe ich es aber nicht lange ausgehalten.“ Dass er jetzt ins Schwimmtraining zurückkehren kann, rechnet er den Organisatoren im Verdener Bad hoch an: „Sie haben als eine der Ersten geöffnet und machen das richtig gut. Ich treffe dort auch viele aus Achim, dort geht es am 15. Juni erst wieder los.“

Ab Oktober beginnt Vorbereitung auf Kärnten-Ironman 2021

Harm Tietje trainiert also fleißig, obwohl in diesem Jahr keine Kräftemessen mit der Konkurrenz mehr anstehen. Den ganz großen Druck verspürt der Neddener dabei nicht. Und für ihn noch wichtiger: „Da ich 2018 dreimal und 2019 zweimal bei einem Ironman gestartet bin, was ja eigentlich mehr als normal gewesen ist, kann ich nun ruhigen Gewissens sagen ,Tietje, alles richtig gemacht’ und mal ein sportliches Sabbat-Jahr einlegen.“ Ab Oktober wird es dann jedoch wieder ernster für den Physiotherapeuten. Es beginnt die Vorbereitung auf den Ironman Austria-Kärnten, der am 4. Juli 2021 steigt: „Darauf freue ich mich schon riesig.“

Von Ulf Von Der Eltz

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