„Man trainiert wie ferngesteuert“

Tietje träumt von der Zwölf-Stunden-Marke

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Daumen hoch: Harm Tietje aus Neddenaverbergen fühlt sich für die Ironman-EM bestens gerüstet.

Neddenaverbergen - Irgendwann wird er auf der Strecke Patrick Lange, in den vergangenen beiden Jahren Hawaii-Gewinner, begegnen. Sebastian Kienle, der 2014 im Ironman-Mekka triumphierte, wird er auch begegnen. Und Jan Frodeno, Olympiasieger von 2008, wird er ebenfalls begegnen. „Das sind natürlich die absoluten Highlights, selbst wenn man von diesen Weltstars überrundet wird.“ Bei Harm Tietje setzt das Kribbeln ein: Am Sonntag, 30. Juni, startet der Physiotherapeut aus Neddenaverbergen bei der Ironman-Europameisterschaft in Frankfurt am Main.

Natürlich befindet sich der Ausdauerathlet nicht im direkten Wettstreit mit den Triathlon-Profis. Vielmehr startet er bei den „Age-Groopern“ – den Altersklassensportlern – in der M50, der er erst seit ein paar Wochen angehört. 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und als Zugabe noch ein Marathon: Harm Tietje geht mit dem Ziel in die kontinentalen Titelkämpfe, seine Bestzeit von 12:35 Stunden zu verbessern: „Wenn es optimal läuft, kann ich sogar unter der Zwölf-Stunden-Marke bleiben. Das ist aber schon eine spezielle Herausforderung.“ Zum Vergleich: Es wäre immer noch zwei Stunden über der Qualifikations-Zeit für Hawaii.

Was ist dann der Ansporn für den 50-Jährigen, bereits zum siebten Male die Torturen eines Ironman auf sich zu nehmen? „Die körperliche Fitness steht an erster Stelle. Mich reizt einfach das Abwechslungsreiche am Triathlon, die Belastungen sind nie einseitig“, zählt auch das Austesten des eigenen Leistungsvermögens. Der Selbstständige sieht aber ebenso die Verbindung zur erfolgreichen Arbeit des Physiotherapeuten: „Ich muss meinen Patienten natürlich einiges vorleben, anstatt sie nur zur Bewegung zu treiben. Viele haben durch mich erst mit Sport angefangen.“

In den letzten beiden Wochen vor der EM kommt für Harm Tietje die Zeit des Durchpustens. Er befindet sich in der Taperingphase, in der nur acht Stunden pro Woche trainiert wird. Und in den Tagen direkt vor der Reise nach Frankfurt zählt dann lediglich die körperliche Erholung. Das war vorher ganz anders: Seit November hielt sich der Neddener strikt an die Pläne von Ralf Ebli. Den ehemaligen Chefcoach der Deutschen Triathlon-Union (DTU) hatte Tietje 2018 im Trainingslager auf Mallorca kennengelernt, seitdem schickt ihm Ebli alle zwei Wochen den Trainingsplan, der auch ständig überwacht wird. In dieser Leistungsdiagnostik werden digital die Werte des Laufens und des Radfahrens übermittelt. „Man trainiert wie ferngesteuert“, schmunzelt Tietje. So zehn bis 15 Stunden pro Woche hat der zeitliche Aufwand betragen.

Dass in Frankfurt über 150.000 Zuschauer den Athleten zujubeln, dürfte dann wieder für die Strapazen entschädigen. „Schön ist, dass die 180 Kilometer auf dem Rad in zwei Runden und die 42,195 Kilometer Laufen am Main entlang vor der Kulisse der Bankhochhäuser in vier Runden absolviert werden. Da sind die Strecken von Fans nur so gesäumt“, setzt nicht nur das Kribbeln bei Harm Tietje ein, sondern schon eine riesige Vorfreude.

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