Verdens NFV-Boss glaubt nicht an raschen Entscheid / Nichtstimmen erstaunen

Thies: „Juristen haben das Wort“

Glaubt nicht an eine rasche Entscheidung des Niedersächsischen Verbandes: Verdens Boss Kurt Thies.

Verden - Von Ulf Von Der Eltz. Nein, dass die Vereine in Niedersachsen in der Umfrage mehrheitlich gegen den Vorschlag des Verbandsvorstandes zur Fortsetzung der Fußballsaison unterhalb der Regionalliga – soweit es die staatlichen Verfügungen erlauben, voraussichtlich erst ab frühestens Mitte August möglich – gestimmt haben, hat Kurt Thies nicht überrascht. Einzig die Deutlichkeit des Votums in dieser Corona-Krise hätte der Vorsitzende des NFV-Kreises Verden in dieser Form kaum erwartet: „Dass sich 1 119 Klubs aus den 33 Kreisverbänden einen Saisonabbruch wünschen und nur 448 weiterspielen wollen, zeigt eine klare Tendenz auf. Diese gilt es, bei jedweder Entscheidung zu berücksichtigen.“ Es gab übrigens 83 Enthaltungen – wir berichteten.

Überraschung hin oder her – so richtig nachdenklich macht Thies eine andere Zahl: Von rund 2 600 Vereinen dieses Bundeslandes haben sich lediglich 1 649 an der Abstimmung beteiligt – also fast 1 000 haben sich gar nicht zurückgemeldet. „Sicherlich war die Zeit von fünf Tagen nicht gerade üppig. Einige Kreisverbände hatten wohl auch nicht die Möglichkeit einer Videokonferenz so wie wir. Vielleicht haben es auch einige gar nicht richtig mitbekommen, was natürlich äußerst schade wäre. Dennoch finde ich die Vielzahl der Nichtmeldungen happig“, schüttelt der Boss der Kicker aus dem Kreis Verden den Kopf. Zur Erinnerung: Im hiesigen Kreisverband fiel die Entscheidung mit 27:3 Stimmen gegen ein Einfrieren und eine Fortsetzung der Saison aus.

Und Thies rechnet nicht mit einer Entscheidung bei der für Dienstagabend erneut anberaumten Videokonferenz der niedersächsischen Führungsetage mit den Kreisvorständen: „Bei den vielen möglichen Szenarien kann es eigentlich nur einen weiteren Austausch gehen. Ein endgültiger Beschluss wird wohl noch einige Wochen auf sich warten lassen.“ Was Verdens Fußball-Boss bei allen Abwägungen am meisten zu dieser Meinung veranlasst: „Alles muss rechtlich untermauert sein. Also haben erst einmal die Juristen das Wort und müssen uns Funktionären die rechtlichen Konsequenzen vor Augen führen. Was passiert zum Beispiel bei einer Annullierung der Saison? Und wie wird bei Abbruch gewertet in Sachen Auf- und Abstieg? Da kann ich keine Tendenz erkennen.“

Wobei auch den Langwedeler eine gewisse Unsicherheit umtreibt. Neben dem offenen Termin für eine eventuelle Wiederaufnahme des Spiebetriebs gebe es viele Dinge zu differenzieren: „Da sind Jugend und Altherren zum Beispiel ganz anders zu bewerten. Und in Weser-Ems gibt es größere geografische Distanzen zwischen den Vereinen. Es ist also eine ganze Menge zu berücksichtigen. Wenn man dann alle Fakten in der Hand hat, kann man zu einer Entscheidung kommen.“ Und letztlich dürfe es seiner Meinung nach trotzdem keinen Flickenteppich geben.

Ein Abbruch der Saison hätte übrigens sowohl bei der Wertung der akteullen Tabelle als auch bei der Quotenregel zur Ermittlung des Meisters und Aufsteigers im Falle des Bezirksligisten TSV Etelsen keine Auswirkung. In beiden Szenarien dürften sich die Schlossparkkicker über den Sprung in die Landesliga freuen. In der Oberliga würde nach der Quotenregelung der VfV 06 Hildesheim, in der Landesliga der Rotenburger SV Titel und Aufstieg einheimsen – wie auch hier bei aktueller Tabelle. Interssantes Beispiel aus der Jugend: In der Niedersachsenliga der B-Junioren profitiert der JFV A/O/Heeslingen im Abbruchsfall nur bei der Quotientenregelung. Dann wäre der derzeitige Dritte plötzlich Erster.

Egal, wie der niedersächsische Verband letztlich auch entscheiden wird – in jedem Fall müsste wohl mit Klagen von Vereinen gerechnet werden, die sich bei der Wertung relevant benachteiligt fühlen. Was Verdens Chef Kurt Thies wiederum äußerst schade finden würde – bei allem Verständnis: „Es wurde den Vereinen die Möglichkeit gegeben, sich zu äußern. Sicherlich sollte das in eine demokratische Entscheidung einfließen. Diese Entscheidung muss dann aber von allen akzeptiert werden. Bei der ganzen Mühe, die sich die Verbände dabei gemacht haben.“ Wobei sich Thies einen anderen Entschluss als Abbruch kaum mehr vorstellen kann.

Will der Niedersächsische Fußballverband die Saison abbrechen, muss dies das höchste Gremium beschließen – der Verbandstag. Die Vollversammlung hätte in diesem Herbst ohnehin tagen müssen – wie immer im Drei-Jahres-Rhythmus. Zurzeit besteht das Problem in der Masse der Menschen: Allein fast 300 Delegierte kamen da 2017 zusammen – Ehrengäste, Mitarbeiter und Medienvertreter noch nicht mit eingerechnet. Angesichts der Coronakrise läuft es zumindest für den außerordentlichen Verbandstag, der „nur“ den Saisonabbruch beschließen müsste, auf eine Videokonferenz hinaus.

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