Verdener Fußball-Kreisboss über Test-Idee und drohenden Abbruch

Thies: „Ein Optimist sieht keine Deadline“

Verdens Fußball-Keis-Vorsitzender Kurt Thies mit Ball im eigenen Garten-
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Den Blick fest auf den Fußball gerichtet: Verdens Keis-Vorsitzender Kurt Thies will sich dem Orakeln über einen Saisonabbruch keinesfalls anschließen.

Den Schwarzmalern in Sachen Saisonabbruch in Niedersachsens Amateurfußball will sich Kurt Thies noch nicht anschließen. Der Idee vom Wiedereinstieg ins Training mit Tests steht der Chef der Kicker im Kreis Verden aufgeschlossen gegenüber.

  • Verdener Fußball-Kreisboss Kurt Thies hält Tests vorm Training für realisierbar
  • Thies wünscht Entscheidung zum gegebenen Zeitpunkt nach Faktenlage
  • Langwedeler sieht noch keine Anzeichen für Fußball-Abwanderer

Achim/Verden – Der Amateurfußball befindet sich in der Coronavirus-Pandemie weiterhin zwischen Hoffen und Bangen. Zum einen schwebt das Damokles-Schwert eines Saisonabbruchs über den Kickern. Zum anderen bleibt mancherorts der Plan bestehen, nach Ostern wieder mit dem Spielbetrieb beginnen zu können – so peilt es auch der Niedersächsische Fußball-Verband noch an.

Während Jugendliche bis 14 Jahre schon wieder üben dürfen, sollen alle Älteren noch vor Ostern mit Testungen ins Training zurückkehren dürfen – wir berichteten. Wie er diese Vorhaben und die Möglichkeiten im Landkreis Verden einschätzt, erläutert Kurt Thies (67) im Gespräch mit dieser Zeitung. Der Langwedeler steht den Kreis-Kickern im dritten Jahr vor.

Der Stufenplan des Niedersächsischen Fußball-Verbandes sieht bei Jugendlichen ab 15 und bei Erwachsenen für den Fall, dass sich die Inzidenzzahlen in Niedersachsen weiter zwischen 50 und 100 bewegen, mögliches Mannschaftstraining ab dem 29. März vor – dann mit tagesaktuellem Test. Und weitere zwei Wochen später könnte bei entsprechender Inzidenzzahl mit Außen-Training ohne Test fortgefahren werden. Wie lautet Ihre Meinung zu diesem Plan?

Die Vereine haben bei der Umsetzung des Hygienekonzeptes hervorragende Arbeit geleistet und ich habe somit großes Vertrauen in unsere Vereine.

Halten Sie die Tests auf Bezirks- und Kreisebene überhaupt für umsetzbar?

Die Leistungsmannschaften werden bestimmt Möglichkeiten finden, die Vorgaben umzusetzen. Die Spieler zieht es auf den Platz zurück.

Der Kreis Verden plant am 25. April den Wiedereinstieg in den Spielbetrieb. Wie viel Vorbereitungszeit im Teamtraining ist aus Ihrer Sicht für die Vereine nötig?

Rechtzeitig werden die spielleitenden Instanzen nach Faktenlage eine Entscheidung treffen, dann zunächst die Vereine per Videokonferenz informieren. Als kleiner Kreis haben wir noch Spielraum.

In der Mitteilung Ihres Spielausschusses war hinsichtlich des Re-Starts lediglich von einer Absicht zu lesen – wann wird der „Fahrplan“ verbindlich?

Wenn alle Parameter stimmen.

Viele Experten warnen vor der dritten Coronawelle oder meinen sogar, wir sind schon mittendrin. Was glauben Sie: Sind die Planungen zu halten?

Wir beteiligen uns nicht an Spekulationen, wir orientieren uns an der Sachlage.

Sollte alles über den Haufen geworfen werden müssen: Wie sieht dann Plan B aus? Und gibt es eventuell schon eine Deadline, ab der über den Saisonabbruch entschieden werden würde?

Ein Optimist sieht keine Deadline. Ein Pessimist hat die Linie längst überschritten. Ein Realist entscheidet zum gegebenen Zeitpunkt nach Faktenlage.

Welche Szenarien spielen in Ihren Gedanken dann eine Rolle? Wie könnte gewertet werden? Gäbe es Auf- und Absteiger?

Da bin ich bei Otto Rehagel: „Die Wahrheit liegt auf dem Platz.“

Jürgen Stebani, der Verbandsspielausschussvorsitzende in Niedersachsen, hat kürzlich betont, dass es am Saisonende „auf jeden Fall Absteiger“ geben wird. Auch im Kreis Verden?

Auch der Kreis Verden zählt zum NFV, es wird demokratische Entscheidungen geben.

Wäre im Worst Case eine eventuelle Annullierung für jede Liga des Kreises Verden denkbar?

Siehe oben.

Kinder und Jugendliche unter 14 Jahren dürfen bereits seit dem 8. März wieder als Mannschaft trainieren. Wann startet im Kreis Verden dort der Spielbetrieb?

Rechtzeitig werden die Spielinstanzen nach Faktenlage eine Entscheidung treffen und dann zunächst die Vereine per Videokonferenz informieren. Als kleiner Kreis haben wir noch Spielraum.

Sie haben im NFV-Kreis Verden nun seit ziemlich genau einem Jahr mit der Corona-Thematik zu tun. Ihr (Zwischen)Fazit?

Wir verzeichnen große Disziplin bei unseren Vereinen und spüren eine Akzeptanz für die Entscheidungen, die wir im Kreis treffen – auch wenn sie nicht immer populär sind. Dafür sind wir sehr dankbar.

Wie groß ist inzwischen die Gefahr, dass viele wegen der Corona-Krise und deren Folgen für den Fußball ihrem Sport den Rücken kehren?

Im Moment sehe ich noch keine Anzeichen, erst nach Ende der Corona-Krise können eine Inventur durchgeführt und eine Bilanz erstellt werden.

Warum war das dritte Jahr im Amt des Fußball-Kreisvorsitzenden Ihr schwierigstes?

Wer in einen Verband oder Verein in geschäftsführenden Vorstand arbeitet, ist ständig im Krisenmodus. An einer Ecke brennt es immer.

Trotz aller Skepsis: Verspüren Sie auch ein wenig Zuversicht mit Blick auf die nahe Zukunft des Amateurfußballs?

Es wird wieder bessere Zeiten geben, wir sehen uns wieder auf den Sportplätzen unserer Region. Und bis dahin heißt es für uns alle: durchhalten und fit und gesund bleiben.

Von Ulf Von Der Eltz

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