Thedinghauser sitzt härteste Motorsport-Rallye immer noch in den Knochen

Jürgen Schröder: „Die Dakar ist wie eine große Familie“

+
Jürgen Schröder braucht noch einige Zeit, um die Dakar vernünftig verarbeiten zu können.

Thedinghausen - Von Jürgen Honebein. Seit gut einer Woche gehört die Dakar Rallye 2015 der Vergangenheit an. Jürgen Schröder und sein Sohn Daniel sind aus Argentinien zurück und versuchen, sich möglichst schnell wieder zu akklimatisieren. Im folgenden Interview mit dem 56-jährigen Senior versucht Jürgen Schröder die Eindrücke, Gefühle und Emotionen von der härtesten Motorsport-Rallye der Welt widerzuspiegeln.

Wie geht es Ihnen nach den riesigen Anstrengungen. Haben Sie die ereignisreichen Tage in Südamerika schon verarbeitet ?

Jürgen Schröder: „Nein, das habe ich noch nicht und das kann auch noch nicht sein. Irgendwie fällt man in ein großes Loch. Über 9000 Kilometer in 13 Tagen quer durch Wüsten und über Berge waren doch eine ganz schöne Strapaze, aber es hat viel Spaß gemacht. Und dann muss berücksichtigt werden, dass in Südamerika Sommer war mit Temperaturen von zum Teil über 40 Grad. Jetzt sind wir zurück und im Winter angekommen. Das sind schon krasse Gegensätze.“

Hat Ihr Sohn Daniel die Anstrengungen besser weggesteckt ?

Jürgen Schröder: „Mit 25 Jahren und einem äußerst gut trainierten Körper ist das einfacher. Er war ja auch schon zweimal mit dem Motorrad bei der Rallye dabei. Als mein Beifahrer oder Co-Pilot hat er seine Sache aber super gemacht. Das hat ganz prima geklappt. Für beide von uns war es ja in dieser Konstellation Neuland“.

Sie waren das insgesamt sechste Mal dabei, aber das erste Mal als Fahrer. Was ist anstrengender, den Nissan Navara selbst zu fahren oder als Beifahrer alle wichtigen Anweisungen zu geben ?

Jürgen Schröder: „Als Fahrer ist es doch noch anstrengender. Du musst bei Wertungsetappen von 500 bis 600 Kilometer am Tag jede Sekunde voll konzentriert sein und jede Sandwüste, jeden Stein und jedes Schlagloch erkennen. Sonst kann es ganz schnell zu Ende sein.“

Was war für Sie das aufregendste und was war das schönste Erlebnis in den zwei Wochen?

Jürgen Schröder: „Das schönste Erlebnis war natürlich nach der 13. Etappe, als wir in Buenos Aires die erhoffte Zielflagge gesehen haben. Die aufregendsten Erlebnisse hatten wir auf der zweiten und vierten Etappe, als wir durch technische Defekte jeweils kurz vor dem Aus standen, es dann aber doch noch mit einigen Stunden Verspätung geschafft haben, ins Etappenziel zu kommen.“

Am Ende war es Platz 37 von 136 gestarteten Autos. Was wäre möglich gewesen, wenn Sie die Defekte nicht gehabt hätten ?

Jürgen Schröder: „Wenn wir ohne größere Defekte und Unfälle durchgekommen wären, wäre vielleicht ein Platz zwischen 20 und 25 drin gewesen. Mehr aber auch nicht, denn die meisten vor uns platzierten Fahrer sind absolute Vollprofis und haben daher auch ganz andere Möglichkeiten. Unser Ziel war es, nach 13 Etappen heil wieder in Buenos Aires anzukommen und das haben wir geschafft.“

Werden Sie 2016 wieder mit ihrem Sohn Daniel die Dakar Rallye fahren ?

Jürgen Schröder: „Ich habe es vor, aber das ist noch lange hin. Es steht auch noch nicht fest, in welcher Konstellation. Daniel möchte eigentlich gern wieder einmal mit dem Motorrad teilnehmen, aber vielleicht sitzen wir auch beide wieder zusammen in einem Auto und teilen uns die Strecke als Fahrer und Beifahrer auf. Alles ist möglich.“

Wie war das Verhältnis in den 14 Tagen zu den anderen Piloten und Co-Piloten ?

Jürgen Schröder: „Das war ausgezeichnet. Es war wie in einer großen Familie. Wir haben abends öfter mit dem zweitplatzierten Südafrikaner Giniel De Villiers und seinem deutschen Beifahrer Dirk von Zitzewitz zusammen gegessen, uns ausgetauscht und Tipps bekommen, aber auch zum souveränen Sieger Nasser Al-Attiyah aus Quatar hatten wir einen sehr guten Kontakt.“

Werden Sie in diesem Jahr noch weitere Rallyes fahren?

Jürgen Schröder: „Ich werde wahrscheinlich, wie auch im vergangenen Jahr, im April mit meinem Sohn nach Südafrika fliegen und dort mit dem Nissan Navara einen Lauf um die südafrikanische Meisterschaft bestreiten. Danach ist aber auf jeden Fall erst einmal Sommerpause.“

Das könnte Sie auch interessieren

Grusellabyrinth und Horror-Fest: Halloween in Deutschland

Grusellabyrinth und Horror-Fest: Halloween in Deutschland

Wie werde ich Winzer/in?

Wie werde ich Winzer/in?

Zu Tisch! - Große Tafeln brauchen Raum zum Wirken

Zu Tisch! - Große Tafeln brauchen Raum zum Wirken

Herbstmarkt in der Syker Innenstadt

Herbstmarkt in der Syker Innenstadt

Meistgelesene Artikel

Squash-Oberligist SC Achim-Baden holt fünf Punkte

Squash-Oberligist SC Achim-Baden holt fünf Punkte

TV Oyten siegt dank Fistik und Ebersbach 6:3 in Ottersberg

TV Oyten siegt dank Fistik und Ebersbach 6:3 in Ottersberg

Radpolo: Etelsens Anika Müller und Viola Waschwill Favorit

Radpolo: Etelsens Anika Müller und Viola Waschwill Favorit

Verdener Kreisauswahl kassiert beim Sichtungsturnier drei Niederlagen

Verdener Kreisauswahl kassiert beim Sichtungsturnier drei Niederlagen

Kommentare