1. Startseite
  2. Sport
  3. Lokalsport
  4. Kreis Verden

TSV Thedinghausen: Die Ausfahrt heißt Kreisliga

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Frank von Staden

Kommentare

Lutz Schröder
Lutz Schröder © von Staden

Fußball-Bezirksligist TSV Thedinghausen kann die „Mission Klassenerhalt“ nicht mehr erfüllen. Seit dem vergangenen Wochenende ist das Team von der Eyter definitiv abgestiegen.

Thedinghausen – Seit Sonntag steht fest: Der TSV Thedinghausen kann die „Mission Klassenerhalt“ in der Fußball-Bezirksliga nicht mehr erfüllen. Nach dem Sieg des TV Oyten beim TSV Achim sind die Eyter-Kicker wie auch der SV Löhnhorst definitiv abgestiegen. „Zu Recht“, urteilt dann auch Thedinghausens Coach Lutz Schröder knallhart. „Die Tabelle lügt nun einmal nicht. Sie spiegelt eiskalt die Realität wider!“

Basteln in der Innenverteidigung

Warum der TSV das Klassenziel verfehlt hat, hat sicher vielfältige Gründe. Zum einen raubte Corona der Mannschaft wichtige Leistungsträger. Wie zum Beispiel Merlin Sassenberg, der laut Schröder immer noch an den Spätfolgen der Krankheit leidet. „Er war einer der Führungsspieler, für uns in der Innenverteidigung unverzichtbar“, so der Coach, der generell in der Defensive unglaublich oft umstellen und experimentieren musste. Denn auch David Niebuhr (Examensvorbereitung) als auch Rafael Möller (Kreuzbandriss) standen als Defensivspezialisten nicht zur Verfügung. Schröder: „Im Grunde mussten wir da immer basteln.“

Chancenwucher betrieben

Des Weiteren betrieb der TSV Thedinghausen gerade seit Beginn der Abstiegsrunde einen enormen Chancenwucher. Das will Schröder auch gar nicht abstreiten, sagt: „Das kann ich leider so unterschreiben. Bezeichnend ist da als Beispiel das 1:1 zuletzt gegen Schwanewede. Wir haben uns beste Möglichkeiten erspielt – die Betonung liegt da vor allem auf erspielt, doch der Ertrag war letztlich kläglich.“ Derzeit führt Jannik Blischke die interne Torjägerliste mit drei Treffern an, danach folgen mit Nils Boldt, Jannik Gudegast, Soeren Hantke, Jan-Dirk Ölfke und auch Luca Bormann fünf Akteure, die es auf einen Treffer bringen. Zum Vergleich: Nach der Hinrunde dieser Saison landete Bormann noch auf Platz vier mit elf erzielten Buden der gesamten Bezirksliga 3.

Als ich im vergangenen November das Team übernommen habe, war ich überzeugt, dass wir das Ruder noch würden herumreißen können. Doch ich musste bereits nach wenigen Wochen erkennen, dass die meisten Spieler physisch nicht mithalten und auch das Tempo in der Bezirksliga nicht mitgehen konnten. Jetzt können sie es in jeder Hinsicht – doch jetzt ist es zu spät.

Lutz Schröder

Zudem war auffällig, dass die Blau-Gelben zu viele Zweikämpfe und vor allem entscheidende Laufduelle verloren. Auch in dieser Hinsicht will der TSV-Trainer nichts beschönigen: „Als ich im vergangenen November das Team übernommen habe, war ich überzeugt, dass wir das Ruder noch würden herumreißen können. Doch ich musste bereits nach wenigen Wochen erkennen, dass die meisten Spieler physisch nicht mithalten und auch das Tempo in der Bezirksliga nicht mitgehen konnten. Jetzt können sie es in jeder Hinsicht – doch jetzt ist es zu spät.“

Thedinghausens Luca Bormann (24) war in der Hinrunde noch der Top-Torjäger bei den Blau-Gelben.
Thedinghausens Luca Bormann (24) war in der Hinrunde noch der Top-Torjäger bei den Blau-Gelben. © von Staden

Für den Coach sind das die wichtigsten Gründe, warum für den TSV Thedinghausen jetzt die Ausfahrt Kreisliga heißt. Doch er ist überzeugt, dass die Bezirksliga seine Mannschaft schon sehr bald wiedersehen könnte. „Vielleicht nicht sofort. Den Druck sollten wir uns nicht machen. Wir haben aber ein junges, hungriges, entwicklungsfähiges Team, das zu zwei Dritteln aus Spielern unter 25 Jahren besteht. Die Jungs müssen verinnerlichen, dass eine Rückkehr kein Selbstläufer sein wird. Wichtig ist aber, dass wir uns so entwickeln, dass wir in den nächsten ein, zwei, drei Jahren immer zu den Spitzenklubs in der Kreisliga gehören werden. Und dann werden wir da sein, wenn der Moment gekommen ist.“

Dafür wurden bereits einige Spieler neu dazugeholt. Wen, will Schröder noch nicht verraten. „Wir suchen noch einen Scorer, der es pro Saison auf 30, 40 Punkte bringt. Leider wachsen gerade solche Spieler nicht auf Bäumen!“

Auch interessant

Kommentare