Sportlicher Leiter will von Ausverkauf nichts wissen / Marvin Osei bleibt dem Schmitz-Team erhalten

TBU: Puls blickt positiv in die Zukunft

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Auf Uphusens sportlichen Leiter Martin Puls wartet aktuell jede Menge Arbeit für die neue Saison in der Oberliga. ·

Von Kai CaspersUPHUSEN · Zwei Spieltage vor Saisonende ist einiges los beim TB Uphusen. Mit Saimir Dikollari, Mirco Temp, Sebastian Koltonowski, Mustafa Aza- dzoy und Mirco Duhn haben gleich fünf Spieler ihren Abschied beim Fußball-Oberligisten angekündigt und werden heute Nachmittag ab 16 Uhr ihr letztes Heimspiel für den Turnerbund gegen Germania Egestorf bestreiten. War das erst der Anfang, oder drohen demnächst sogar noch weitere Abgänge? Im folgenden Interview nimmt Martin Puls, sportlicher Leiter des TBU, Stellung zu den überraschenden Entwicklungen und gibt darüber hinaus einen Ausblick auf die nächste Saison.

Heute war in Anbetracht der personellen Entwicklung sogar von einem Ausverkauf in Uphusen die Rede. Hat sich der TBU mit dem Abenteuer Oberliga eventuell finanziell übernommen?

Puls:Das kann ich auf jeden Fall verneinen. Auch wenn es auf den ersten Blick danach aussehen mag. Zumal wir ja ohnehin als der Verein gelten, bei dem es das ganz große Geld zu verdienen gibt. Aber das stimmt nicht. Richtig ist, dass wir auch für die kommende Saison gut aufgestellt sind. Allerdings haben sich die Prioritäten etwas verschoben.

Was meinen Sie damit? Soll das etwa heißen, dass beim TBU künftig der Spaßfaktor an erster Stelle steht?

Puls:Klar, das wäre der Idealfall. Aber nein, Spaß beiseite. Natürlich wird auch bei uns nicht nur für ein Butterbrot gespielt. Ansonsten wäre wir nicht wettbewerbsfähig. Doch wir haben uns nach dem ersten Jahr Gedanken gemacht, wie wir das Zusammengehörigkeitsgefühl noch weiter stärken können und haben in dem Zusammenhang ein Anforderungsprofil für die Spieler entwickelt.

Was ist darunter zu verstehen und wie sieht das aus?

Puls:Ab sofort gucken wir nicht nur auf die Leistungsfähigkeit, sondern auch auf die wirtschaftlichen Möglichkeiten sowie den Charakter des Einzelnen. Dabei muss alles passen. Von daher gibt es bei uns auch keine fixen Gehälter mehr. Ab sofort stellen wir alle Spieler auf eine Stufe. Was sie dann daraus machen, liegt einzig und allein an ihnen.

Also richtet sich das Salär künftig nach Einsätzen und Erfolgen? War das auch der Grund für die Absagen des Quintetts?

Puls:Das müssen sie die jeweiligen Spieler schon selber fragen. Fakt ist, dass wir Dikollari und Temp sehr gerne behalten hätten. Dass die Spieler für sich natürlich versuchen das beste rauszuholen, ist auch legitim. Wir haben ihnen dann im Gespräch unseren neuen Weg aufgezeigt. Da sie den nicht mit uns gehen wollen, muss man sich eben trennen. Im Fall von Azadzoy sieht es so aus, dass wir ihm ein Probetraining beim Regionalligisten TV Cloppenburg ermöglicht haben und er dort einen Vertrag unterschrieben hat.

Apropos Cloppenburg: Auch Marvin Osei soll bereits auf dem Sprung zum TV stehen.

Puls:Neben Mirco Temp war auch Marvin dort zum Probetraining. Aber er hat uns nun die feste Zusage für die nächste Saison gegeben. Darüber sind wir sehr froh, da er über jede Menge Potenzial verfügt.

Dennoch gibt es aktuell bereits fünf Abgänge. Sind da noch mehr zu erwarten?

Puls:Eine Garantie haben wir natürlich nicht. Dennoch kann von einem Ausverkauf sicher nicht die Rede sein. Aus dem aktuellen Kader haben wir bereits 15 feste Zusagen. Dazu kommen noch sechs externe Neuzugänge, die wir in Kürze vorstellen werden. Somit sind wir auch weiterhin gut aufgestellt. Außerdem hat es auch eine klare Vorgabe an Trainer Andre Schmitz gegeben, dass er den Kader auf 23 Spieler verkleinern muss. Damit sollen nicht nur Kosten reduziert, sondern auch der Konkurrenzkampf erhöht werden.

Auch wenn Sie in Sachen Neuzugänge noch keine Namen nennen wollen, haben Sie doch durchblicken lassen, dass es sich überwiegend um sehr junge Spieler handelt. Ist das der neue Weg beim TBU?

Puls:Wir haben schon in dieser Saison gute Erfahrungen mit jungen Spielern gemacht. Das zeigen doch die Leistungen von Azadzoy, Bastian Helms, Thomas Celik und Osei. Die sind alle heiß und wollen noch etwas erreichen. Eventuell haben wir dann ja mal die Möglichkeit, über einen längeren Zeitraum gemeinsam etwas aufzubauen.

Bedeutet das, dass Sie im Zuge der sportlichen Entwicklung auch einen Abstieg in Kauf nehmen würden?

Puls:Unseren Schwerpunkt legen wir auf den Erhalt der Liga. Schließlich wollen wir uns nach dem ersten Jahr mit Höhen und Tiefen nun langfristig in der Oberliga etablieren. Gelingt uns das mit jungen Spielern, wäre das sicher der Idealfall. Und sollte dann, wie aktuell im Fall von Mustafa Azadzoy mal jemand zu einem höherklassigen Verein wechseln, ist das doch nur eine Bestätigung unserer guten Arbeit. Zumal wir die Spieler ja besser und nicht schlechter machen wollen und bei einem Wechsel ja auch davon profitieren.

Wie sehr trauern Sie noch dem verpassten Einzug in den DFB-Pokal hinterher? Hätte man dann den Weggang der Leistungsträger verhindern können?

Puls:Ich glaube, dass es erst gar nicht zu diesen Gesprächen gekommen wäre. Wie bereits gesagt: Temp hätten wir sehr gerne behalten und Dikollari dann an der Seite von Alex Neumann gesehen. Aber auch dann hätten wir uns, nicht zuletzt wegen der Reduzierung des Kaders, von dem einen oder anderen trennen müssen.

Sportlich gesehen verliert der TBU zweifelsohne einiges an Qualität. Was lässt Sie dennoch zuversichtlich in die Zukunft blicken?

Puls:Die Mannschaft hat im schwierigen ersten Jahr in der Oberliga bewiesen, dass sie arbeiten kann. Gleiches gilt für das gesamte Uphuser Umfeld. Hinzu kommt, dass Reiner Kreie zwar heute beim Punktspiel gegen Egestorf offiziell verabschiedet wird, er uns aber auch für die Zukunft unterstützend zur Seite steht. Außerdem bin ich fest davon überzeugt, dass wir auch die Vakanz, die Goalgetter Saimir Dikollari im Sturm hinterlässt, über kurz oder lang füllen können.

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