Oberligist stellt die Weichen für nächste Saison und hofft auf NFV-Signal

TBU: Alles klar mit Ahlers-Ceglarek

Bleibt auch kommende Saison Trainer des Fußball-Oberligisten TB Uphusen: Christian Ahlers-Ceglarek. Archiv
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Bleibt auch kommende Saison Trainer des Fußball-Oberligisten TB Uphusen: Christian Ahlers-Ceglarek. Archiv

Nach etlichen Wochen der Ruhe stellten sich Florian Warmer und Christian Ahlers-Ceglarek zu einem Interview. Dabei sprachen der Sportliche Leiter des Fußball-Oberligisten TB Uphusen und sein Trainer über die aktuelle Saison, die weitere Zusammenarbeit sowie mögliche Szenarien bezüglich eines Re-Starts.

  • Christian Ahlers-Ceglarek wird den TBU auch in der nächsten Saison trainieren. Darüber hinaus haben schon fast alle Trainer zugesagt
  • Florian Warmer wünscht sich eine schnelle Entscheidung des Niedersächsischen Fußballverbandes
  • Saisonabbruch erscheint für Warmer und Ahlers-Ceglarek nahezu unvermeidlich

Uphusen – Der letzte Auftritt des TB Uphusen – er datiert vom 31. Oktober des vergangenen Jahres. Auf eigenem Platz trennte sich der Fußball-Oberligist seinerzeit mit einem torlosen Remis vom Tabellenzweiten TuS BW Lohne. Seitdem ist es ruhig geworden um den TBU. Sehr ruhig sogar. Damit ist jetzt Schluss. Im folgenden Interview blicken Teammanager Florian Warmer und Trainer Christian Ahlers-Ceglarek unter anderem auf die bisherige Saison zurück, nehmen Stellung zur weiteren Zusammenarbeit und wagen einen Ausblick auf die kommenden Wochen.

Im Gegensatz zu anderen Sportarten ist ein Saisonabbruch im Fußball noch kein Thema. Geht es nach dem Verband, soll Ostern wieder gespielt werden. Ist das für Sie ein realistisches Ziel?

Ahlers-Ceglarek: Nein. Für mich ist das nur ein Aufschieben. Denn keiner der betreffenden Leute möchte eine Entscheidung treffen, da sie definitiv unangenehm wird. Einfach ist das sicher nicht. Aber dafür sitzen die Leute in den Positionen. Und irgendwann muss einfach Klarheit her. Dass es dabei Absteiger geben muss, ist völlig in Ordnung. Wir können ja auch nicht mit 26 Teams in die Saison gehen, von denen dann 16 absteigen. Daher muss eine Entscheidung her. Und die werden wir auch tragen. Egal, wie sie ausfällt. Denn das müssen wir ja auch. Zumal alle Vereine es am Anfang der Saison auch abgesegnet haben.

Warmer: Dem kann ich nur zustimmen. Um Ostern wieder spielen zu können, müssten wir spätestens Mitte März ins Training einsteigen. Das ist in meinen Augen völlig unrealistisch. Daher bin ich auch der Meinung, dass der Verband nun eine klare Kante zeigen muss. Dabei meine ich, dass er weiß, dass er um einen Abbruch nicht herumkommt. Aber er will auch keine Annullierung. Das finde ich auch richtig. Denn letztes Jahr hat uns der NFV die Hand gereicht mit dem Thema Verlängerung. Und jetzt müssen dann eben die Konsequenzen getragen werden, was auch völlig richtig ist.

Heißt das, dass Sie sich in der vergangenen Saison eine andere Entscheidung gewünscht hätten?

Daher war ich damals dafür, dass die Saison eingefroren wird und wir dann weiterspielen. Dann würden wir uns jetzt vielleicht noch über drei Spieltage unterhalten und sagen, dass wir mal ein Jahr in die Tonne gekloppt haben.

Florian Warmer, Sportlicher Leiter des TBU

Warmer: Vor einem Jahr haben wir mit dem Rücken zur Wand gestanden. Dennoch habe ich damals nicht nach Abbruch gerufen. Unser Bestreben ist schon, dass wir alles sportlich fair austragen wollen. Daher war ich damals dafür, dass die Saison eingefroren wird und wir dann weiterspielen. Dann würden wir uns jetzt vielleicht noch über drei Spieltage unterhalten und sagen, dass wir mal ein Jahr in die Tonne gekloppt haben. Jetzt sind es quasi zwei. Die acht Spiele, die wir bis dato absolviert haben, die ziehen wir sonst in der Vorbereitung durch.

Ahlers-Ceglarek: Das ist immer schwer. Aber wie schon gesagt. Wir tragen jede Entscheidung. Und das sage ich jetzt nicht nur, weil wir auch im Falle einer Quotientenregelung bezüglich des Abstiegs in der Liga bleiben, da wir scheinbar unsere Hausaufgaben etwas besser als andere gemacht haben. Wäre es anders, würden auch wir vielleicht etwas anders darüber denken. Dennoch hätten wir die Entscheidung genauso zu tragen.

Apropos Hausaufgaben. Wie sieht es mit der Planung für die kommende Saison aus? Denn im Gegensatz zu den Ligarivalen herrschte in dieser Hinsicht beim TBU zuletzt Funkstille. Ist da noch nichts passiert?

Warmer: Klar haben wir uns unterhalten und wissen, was los ist. Aber ich glaube, dass Christian weiß, dass ich mit ihm sprechen würde, wenn ich etwas vor hätte. Anders herum sieht das genauso aus. Und mit welcher Intention sollte ich als Verantwortlicher sagen, dass ich mir für die nächste Saison einen neuen Trainer suchen soll. Zumal ich im Sommer einen Coach installiert habe, der viel bewegt hat. Er hat die Mannschaft extrem verjüngt und steht mit ihr, sofern man das nach acht Spieltagen bewerten kann, relativ erfolgreich da. Wir haben Ruhe im Verein und es läuft so, wie wir uns das in etwa vorstellen. Daher wissen beide Seiten auch, ohne dafür bereits ein Papier unterschrieben zu haben, dass sie über den Sommer hinaus in Uphusen weiter zusammenarbeiten. Somit gehe ich fest davon aus, dass der Trainer am 1. Juli auch weiterhin Christian Ahlers-Ceglarek heißt.

Und mit welcher Intention sollte ich als Verantwortlicher sagen, dass ich mir für die nächste Saison einen neuen Trainer suchen soll. Zumal ich im Sommer einen Coach installiert habe, der viel bewegt hat. 

Florian Warmer

Ahlers-Ceglarek: Ich sehe das genauso. Da wir beide ähnlich ticken, sind wir schnell auf einen Nenner gekommen. Und sind wir doch mal ehrlich. Ob die Arbeit letztlich erfolgreich war, lässt sich bei nur acht Spielen nicht wirklich bewerten. Dennoch haben wir beide eine gewisse Entwicklung gesehen, die es nun fortzusetzen gilt.

Der wichtigste Posten ist damit geklärt. Wie sieht es in Sachen Spielermaterial aus? Gibt es da schon Zusagen oder Neuzugänge?

Warmer: Auch da sind wir auf einem guten Weg. Im Gegensatz zu sonst sind die Gespräche nahezu alle über den Trainer gelaufen, ohne das ich dabei sein musste. Das zeigt doch, dass die Jungs Bock auf die Nummer haben.

Ahlers-Ceglarek: Auch da waren wir nicht untätig. Mit Ausnahme der wenigen Kandidaten, die auch im Sommer schon wackelig waren, da sie in der Regionalliga unterkommen wollen, haben nahezu alle schon zugesagt. Für uns natürlich super, da wir nicht bei Null anfangen müssen und schon jetzt wissen, wie wir was machen wollen. Daher haben wir die Hausaufgaben zunächst intern gemacht und gucken dann, wo wir noch nachbessern müssen. Hinsichtlich möglicher Neuzugänge ist es in Anbetracht der aktuellen Situation natürlich sehr schwer. Wir haben zwar schon die Fühler ausgestreckt und den einen oder anderen zum Probetraining eingeladen. Doch wann es dazu kommt, steht noch in den Sternen. Und mit Bakary Bojang, der aufgrund seiner Verletzung bis dato für uns ja noch gar nicht gespielt hat, haben wir ja quasi schon einen Neuzugang.

Welche Spieler sind denn noch fraglich?

Für Mathis, Elario und Pedro ist die Situation besonders brutal, da sie sich nicht präsentieren und den nächsten Schritt in ihrer Entwicklung machen können. Aufholen können sie das natürlich nicht ohne Praxis. Denn der Lernprozess ist nicht zu simulieren.

Christian Ahlers-Ceglarek, Trainer TBU

Ahlers-Ceglarek: Es handelt sich um Mathis Wellmann, Elario Ghassan und Pedro Güthermann. Alle drei liebäugeln noch mit der Regionalliga. Daher ist die aktuelle Situation für sie auch besonders brutal, da sie sich nicht präsentieren und den nächsten Schritt in ihrer Entwicklung machen können. Aufholen können sie das natürlich nicht ohne Praxis. Denn der Lernprozess ist nicht zu simulieren. Für sie ist es somit bitter und definitiv ein verlorenes und verschenktes Jahr. Sollten sie uns dennoch verlassen, ist das sicher blöd. Allerdings ist es auch eine Bestätigung für unsere Arbeit.

Warmer: Mit Elario und Mathis war von Beginn an offen kommuniziert, dass sie sich bei uns über regelmäßige Einsätze für ihre Heimatvereine empfehlen sollen. Somit sind wir auf einen möglichen Wechsel vorbereitet. Aber sie wissen auch, was sie an uns haben. Daher kann ich mir schon vorstellen, dass sie eine weitere Saison für uns spielen werden.

Noch ist nicht auszuschließen, dass Ostern wieder gespielt wird. Wäre die Mannschaft darauf vorbereitet?

Einzige Vorgabe an die Spieler: Fit halten

Ahlers-Ceglarek: So gut es geht. Ich habe allen mit auf den Weg gegeben, dass sie sich fit halten müssen. Natürlich kann ich es ein Stück weit nachvollziehen, wenn sie nicht immer Bock darauf haben. Aber andere Möglichkeiten haben wir derzeit ja nicht.

Warmer: Die Jungs wissen alle, in welcher Liga sie spielen. Somit dürfte ihnen klar sein, was Phase ist, wenn es wieder losgeht. Daher machen wir uns auch nicht unnötig Kopfschmerzen, um sie zu kontrollieren. Außerdem bin ich davon überzeugt, dass alle genügend Eigendisziplin an den Tag legen. Sollte das nicht so sein, werden wir es relativ schnell an den Klamotten sehen. Denn die sollten nach Möglichkeit nicht überall zwicken und zwacken. Und Ausreden, dass gewisse Klamotten nicht mehr da sind, lassen wir ohnehin nicht gelten. Denn vor dem Lockdown war bei jedem noch alles vorhanden.

Irgendwie klingt es aber eher so, als würden Sie den Abbruch bevorzugen?

Warmer: Wenn die Inzidenz es in den Kreisen zulässt, wäre es super, wenn wir wieder trainieren dürften. Oder mal ein Testspiel absolvieren. Es darf nämlich auch nicht vergessen werden, dass bei Fortführung der Saison alles ohne Zuschauer ausgetragen werden muss. Einnahmen, die fehlen und für die Vereine nicht tragbar sind. Was die Rückkehr in die Wettkämpfe angeht, ist für mich das Ziel des Landessportbundes, der Mitte Juli anpeilt, realistisch. Denn solange wir unsere Kinder nicht in der Schule haben, ein Fitnessstudio nicht öffnen darf und die Wirtschaft nicht wieder angelaufen ist, können wir doch den Sportbetrieb nicht wieder hochfahren. Eventuell behält man den Pokal, der in drei oder vier Runden zu bewerkstelligen ist, im Hinterkopf. Oder er wird in die Vorbereitung auf die neue Saison gepackt, die auch schon im Juli beginnen könnte. Denn Pause hatte jetzt ja alle genug. Damit würde man sich auch Luft für Winter schaffen.

Auch wenn die Entscheidung des Verbandes noch aussteht. Sehen Sie sich schon jetzt gut gerüstet für die neue Saison?

Hausaufgaben für die neue Saison sind gemacht

Ahlers-Ceglarek: Auf jeden Fall. Unsere bisherigen Hausaufgaben haben wir erledigt und wissen genau, wo wir noch nachbessern müssen.

Warmer: Ich denke auch. Der Mix in der Mannschaft ist einfach gut. Das gilt auch für das Team drumherum. Da greift ein Rad ins andere. Warum sollte ich also etwas verändern wollen. Und wenn ich ehrlich bin, habe ich im Vorfeld nicht daran geglaubt, dass wir an der Grenze zur Aufstiegsrunde stehen. Für mich stand fest, dass wir mit der jungen Mannschaft unten mitspielen. Klar, es gab auch Tage, an denen nichts lief. Aber wenn die Jungs wollen, können sie auch. Zudem haben sie gezeigt, dass sie aus ihren Fehlern lernen. Daher muss lediglich an Feinheiten gearbeitet und die eine oder andere Stellschraube gedreht werden. Was die Stimmung angeht, könnte sie besser kaum sein. Und wenn dann doch mal etwas ist, wird es auch angesprochen von den Jungs. Das ist super!

Von Kai Caspers

Uphusens Sportlicher Leiter Florian Warmer

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