Verdens Fußball-Boss Höttler kann über anonyme Denunzierung nur lachen

„Steuerhinterziehung bei uns? Was für ein Quatsch“

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Kann über den Vorwurf der Steuerhinterziehung nur lachen: Andreas Höttler. ·

Verden - Von Frank von StadenEin schuldbewusster Vorsitzender sieht irgendwie anders aus. So kann Verdens Fußball-Boss Andreas Höttler über die anonym in Umlauf gebrachten Vorwürfe der Steuerhinterziehung beim FC Verden 04 nur herzhaft lachen. Im folgenden Interview nimmt der 54-jährige Geschäftsführer eines großen Verdener Bauunternehmens zu den Anschuldigungen ebenso Stellung wie zu der geplanten Gründung eines Jugendfördervereins mit dem TSV Ottersberg oder auch zum Thema Landesliga.

Das ist schon starker Tobak, der Ihnen da vorgeworfen wird. So heißt es in einem uns zugespielten anonymen Brief, dass Sie seit 2008 einen Hausmeister in der Wohnung Ihres Vereinsheimes kostenfrei wohnen lassen würden, dieser dafür unentgeltlich die Sportanlage des FC pflegt.

Andreas Höttler:Ich wüsste nicht, was es daran auszusetzen gibt. Unser Hausmeister hat sich das Gebäude, das der Stadt gehört und das wir verwalten, auf eigene Kosten so hergerichtet, dass es bewohnbar ist. Er hat den Wert sogar gesteigert. Zudem sind die Einbrüche, die zuvor ja fast an der Tagesordnung waren, auf Null zurückgegangen. Falsch ist, dass er dafür ohne Entlohnung die Plätze pflegt. Er ist bei uns als Mini-Jobber angestellt, der Verein zahlt dafür ordnungsgemäß in die Rentenkasse. Was das mit Steuerhinterziehung zu tun haben soll, ist mir schleierhaft!

Desweiteren wird behauptet, dass Ihr Hausmeister den Ausschank während der Punktspiele für den Verein betrieben haben soll, ohne dass die eingenommenen Summen korrekt abgerechnet wurden.

Andreas Höttler:Auch das ist eine haltlose Behauptung. Fakt ist, dass er in Eigenregie den Ausschank betrieben und auch abgerechnet hat. Der Verein profitiert in dieser Hinsicht also in keinster Weise.

Dann scheint es ja fast so, als wolle da jemand den FC Verden 04 böswillig in Misskredit bringen, indem er solche Behauptungen in der Stadt verstreut.

Andreas Höttler:Das Schlimme ist, dass davon auch immer etwas hängen bleibt. Doch wer nicht den Mut hat, offen zu agieren, wer sich hinter der Anonymität verbirgt, den kann ich gar nicht ernst nehmen. Ich weiß nur eines: Wir haben uns, seit ich das Amt vor sieben Jahren übernommen habe, nichts zuschulden kommen lassen, haben hier im Verein immer seriös und akribisch gearbeitet. Wir geben nur Gelder aus, die wir auch einnehmen. Zudem haben wir in Oliver Klose einen arrivierten Rechtsanwalt und Steuerberater, der darauf achtet, dass es in keinster Form zu irgendwelchen Ungereimtheiten kommen kann. Steuerhinterziehung also bei uns? Was für ein Quatsch! Übrigens steht schon in den nächsten Wochen wieder eine offizielle Prüfung des Vereins an.

Wie sehr schmerzen solche unangenehmen Gerüchte?

Andreas Höttler:Natürlich ärgern mich solche Geschichten maßlos. Wir versuchen hier vor allem im Jugendbereich dem Nachwuchs Anstand, Ehrlichkeit und ein vernünftiges Miteinander beizubringen – und dann gibt es da immer welche, die einem Knüppel zwischen die Beine werfen.

Um das Unangenehme abzuschließen: Stimmt es denn, dass Sie mit Ihrem ehemaligen B-Junioren-Trainer Boris Jeromin eine gerichtliche Auseinandersetzung haben?

Andreas Höttler:Das hat sich ja wohl schon überall herumgesprochen. Ich möchte diesbezüglich aber nicht ins Detail gehen. Ich bitte dafür um Verständnis.

Dann wenden wir uns auch lieber positiven Dingen zu. Es scheint, dass die Gründung eines Jugendfördervereins gemeinsam mit dem TSV Ottersberg kurz bevorsteht. Wer kam eigentlich auf diese Idee?

Andreas Höttler:Nun, wir haben seit langem eine gute Beziehung zum TSV Ottersberg. Beide Vereine spüren seit Jahren, dass es immer weniger Jugendliche gibt, die bereit sind, leistungsmäßig Fußball zu spielen. Nehmen wir da unsere A-Jugend in der Niedersachsenliga. Wir sind gezwungen, den Kreis für die Suche nach adäquaten Spielern immer weiter zu vergrößern. Generell verzeichnen wir einen Rückgang im Jugendbereich. So wurde die Idee geboren, gemeinsam dem entgegen zu wirken.

Wie weit sind Sie denn schon in den Verhandlungen fortgeschritten?

Andreas Höttler:Wir sind auf einem guten Wege. Von unseren Mitgliedern haben wir jetzt das Okay erhalten, die Sache voran zu treiben. Wollen wir weiterhin Jugend-Leistungsfußball im Landkreis haben, dann geht an diesem JFV kein Weg vorbei. Vielleicht kann dieser schon für die kommende, spätestens aber für die übernächste Saison gegründet werden.

Einem Niedersachsenliga-A-Jugendlichen geben Sie mit der Bezirksliga aber wenige Argumente in die Hand, auch im Herrenbereich für den FC Verden 04 zu spielen. Also würde dieser JFV nur dem TSV Ottersberg nutzen, der in der Oberliga aktiv ist. Muss es für Ihren Verein nicht das absolute Ziel sein, so schnell wie möglich in die Landesliga aufzusteigen?

Andreas Höttler:Das ist so eine Sache. Zum einen würden wir dann wieder an unsere finanziellen Grenzen stoßen. Zum anderen ist diese Liga sportlich eine Todesliga bei nur 16 Teams und satten fünf Absteigern. Wir sind damals mit 40 Punkten abgestiegen – unfassbar. Die Mehrheit der Clubs in dieser Liga hat aufgrund dieser hohen Zahl an Absteigern bis zum Saisonende keine Planungssicherheit. Eigentlich ist die Landesliga die unattraktivste aller Ligen!

Dann machen Sie es wie der TSV Ottersberg, nehmen etwas Geld in die Hand und starten in die Oberliga durch.

Andreas Höttler: Mit Sicherheit nicht! Wir haben aus der Vergangenheit gelernt. Deshalb werden wir auch keine Spieler holen, die Geld kosten. Außerdem würde das nur böses Blut schüren. Gibst du einem, musst du allen geben. Doch so lange ich Vorsitzender bin, wird es beim FC Verden 04 kein Geld geben!

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