Auch an diesem Wochenende geht fast nichts

NFV: Kein Plan B für Spielabsagen

Ein Bild, wie es sich derzeit auf fast allen Sportplätzen präsentiert.

Verden - Von Frank von Staden und Matthias Freese. Langwedels Bezirksliga-Coach Dariusz Sztorc sieht sich derzeit als vieles – nur nicht als Fußball-Trainer. Denn seit Beginn der Winterpause geht auf den Plätzen des Burgbad-Stadions nichts mehr.

Doch natürlich ist das kein Einzelfall, ist die „sztorcsche Situation“ exemplarisch für fast alle Fußball-Übungsleiter auf Bezirksebene. Das gleiche Lied singen bis auf die des FC Verden 04 und des TV Oyten – beide Klubs verfügen bekanntlich über Kunstrasenplätze – alle Trainer. Von Jan Fitschen (TSV Ottersberg) über Stephan Hotzan (MTV Riede) bishin auch zu Fabrizio Muzzicato, der mit dem Oberligisten TB Uphusen dasselbe Problem hat. Und alle wissen auch: Es wird gewaltig eng mit Nachholterminen. Denn ein Ende der abwechslungsreichen Regen- und Frostzeit ist noch längst nicht in Sicht.

Auf Wasserspiele folgte Eislaufshow

„Von Weitem betrachtet sehen die Plätze ja gut aus. Setzt man aber einen Fuß darauf, drückt gleich zwei Zentimeter Wasser raus. Es ist wie ein vollgesogener Schwamm“, erklärte erst kürzlich Langwedels Olaf Haase – bevor der Wintereinbruch kam. Momentan nämlich präsentiert sich der Boden knüppelhart. Heißt: Auf Wasserspiele folgte die Eislauf-Show.

Beides für Fußball völlig ungeeignet.

Dass am Wochenende irgendwo auf den Naturrasenplätzen der Landesliga und Bezirksliga gespielt wird, ist schwer vorstellbar. Bereits am Freitag teilten die Fußball-Verantwortlichen des TSV Etelsen, TSV Ottersberg, MTV Riede als auch TSV Bassen mit: „Auf unseren Plätzen geht nichts!“

„2012/13 war es doch viel schlimmer“

So viel Nachholspiele wie in dieser Saison gab es schon lange nicht mehr. Landesligist Blau-Weiß Bornreihe hat seit Saisonbeginn gerade mal zwölf Punktspiele absolviert, die meisten Kontrahenten 13 oder 14. Von 136 Spielen wurden bis zum Winter nur 112 ausgetragen, in der Bezirksliga waren es 118 von 144. Allein fünf Teams aus dem Kreis Osterholz hinken mit erst 13 ausgetragenen Punktspielen hinterher, während die Kunstrasen-Besitzer FC Verden 04 und TV Oyten schon satte 17 auf der Habenseite verbuchen können.

Während so mancher Vereinsverantwortlicher schon leicht nervös ob des Nachholmarathons wird, strahlt Jürgen Stebani noch absolute Gelassenheit aus. Der erfahrene Spielausschussvorsitzende des Niedersächsischen Fußball-Verbandes (NFV) sieht die Sache „noch ganz entspannt. Mich kann nach 30 Jahren nicht mehr so viel aufregen. Außerdem war es 2012/2013 doch viel schlimmer“, meint er. Damals ging von Januar bis Ende März wegen der frostigen Temperaturen fast nichts. Allerdings: damals waren alle Teams auch fast auf Stand. Noch so eine Periode mit Frost bis in den März könnte diese Saison zum Super-GAU führen.

Verlängerung der Saison eine Option

Eine Verlängerung der Serie als Plan B? Stebani lehnt ab: „Das wäre der absolute Notfall. Aber den wollen die Vereine eigentlich nicht. Die planen doch auch ihre Abschlussfahrten.“ Bassens Uwe Bischoff ist da anderer Meinung: „Schön wäre es nicht. Aber das ist eine Möglichkeit, da hätte ich kein Problem mit.“ Ohnehin fällt auf, dass die Saison bereits am 27. Mai, also vier Wochen vor den Sommerferien und zwei vor der WM, endet. Die eingeplanten Relegationstermine betreffen zumindest die Landesliga und die Bezirksliga 3 nicht.

Generell fordern viele Trainer nicht mehr nur hinter vorgehaltener Hand ein Umdenken bei den NFV-Verantwortlichen. Verdens Sascha Lindhorst ist da einer von ihnen: „Ich denke, die Saison könnte schon früher losgehen. Und warum nicht in den warmen Monaten auch schon mal offizielle Englische Wochen legen? Wir wissen doch alle, dass diese jetzt eher wenig Sinn machen!“

Kunstrasenplatz könnte Probleme lösen

Die ständige Ungewissheit, das ständige Umschmeißen der Trainingsinhalte – Dariusz Sztorc findet es „langsam nur noch nervig. Wir quälen uns durch Fitness-Studios, Hallen und über die Straßen, während da Teams wie Verden und Oyten auf rosa Wolken fliegen.“

Der Pole spricht aus, was viele seiner Kollegen denken: Ein Kunstrasenplatz würde die ewig wiederkehrenden Probleme der Fußball-Vereine zu dieser Jahreszeit mit einem Schlag gewaltig lindern. Dann bräuchte niemand über eine eventuelle Saisonverlängerung reden.

Doch wie gesagt, Jürgen Stebani sieht alles (noch) ganz gelassen: „Wir haben ja auch noch Pfingsten.“

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