Wettskandal: NFV spricht Spieler des TB Uphusen frei

Peek: „Bin durch die Hölle gegangen“

+
Mateusz Peek

Uphusen - Von Frank von Staden. Es war der 1. November 2014, als sich der Boden unter den Uphuser Oberliga-Fußballern Mateusz Peek und Marciej Gawronski öffnete und beide in den folgenden Wochen und Monaten in einem Sumpf von Anschuldigungen, Vermutungen und auch Untersuchungen zu versinken drohen.

Nach der Punktspielpleite des Turnerbundes gegen den SSV Jeddeloh (2:4) macht zügig das Wort „Spielmanipulation“ die Runde – der Landkreis Verden hat seinen ersten Wettskandal im Fußball. Der ruft nicht nur Kripo als auch Staatsanwaltschaft auf den Plan, sondern beschäftigt auch über Monate einen eigens gegründeten Untersuchungsausschuss des Niedersächsischen Fußballverbandes (wir berichteten). „Und der Vorsitzende dieses Ausschusses hat mir bestätigt, dass zumindest ich von allen Anschuldigungen freigesprochen bin“, erklärt Mateusz Peek gestern erleichtert.

Der 31-Jährige geht in seiner Aussage sogar noch weiter: „Der Leiter des Verbandssportgerichtes erklärte mir weiter, dass das Verfahren seitens des Fußballverbandes eingestellt wird und die Staatsanwaltschaft sämtliche Unterlagen des NFV erhalten hätte. Er geht davon aus, dass auch das Amtsgericht Achim keine Anklage gegen mich erheben wird!“ Die Staatsanwaltschaft Verden war gestern zu keiner Stellungnahme bereit, verwies auf die kommende Woche. Gut möglich aber, dass sie zu einem ganz anderen Urteil als der NFV gekommen sein könnte und das zuständige Gericht sich doch zu einer Anklage entscheiden wird. „Sollte das so sein, gehe ich fest davon aus, dass es zu einem Freispruch für Herrn Peek kommen wird! Denn die Staatsanwaltschaft dürfte genauso wenig in der Hand haben wie wir. Der Fußballer Peek ist unserer Meinung nach absolut zu Unrecht verdächtigt worden“, untermauert da der Rechtsanwalt und ehrenamtliche Vorsitzende des Verbandssportgerichtes, Jörg Firus. Und stellt gleichzeitig klar: „Bei Herrn Gawronski sind wir aber schon der Meinung, dass er in diesen Fall verstrickt ist!“

Insgesamt fünf Vernehmungstage setzte das NFV-Sportgericht in Achim an, am letzten (12. Juni 2015) konnte der Defensivspieler erstmals etwas durchatmen. „Jetzt hoffe ich schnell was Schriftliches in der Hand halten zu können, damit die Geschichte endlich ein Ende hat. Denn ich bin in den letzten Monaten durch die Hölle gegangen! Für mich ist eine Fußballwelt zusammengebrochen, weil ich unschuldig vorverurteilt worden bin. Es wurde viel Dreck über mich ausgeschüttet, hinter meinem Rücken Gerüchte verbreitet und unglaublich viel dummes Zeug erzählt. Und jedem, den ich kenne, musste ich Rede und Antwort stehen. Das einzig Positive, das ich aus dieser ganzen Sache ziehen kann, ist, dass ich jetzt weiß, wer meine wahren Freunde sind und wem ich vertrauen kann“, so der Bremer. In diesen Sätzen schwingt dabei eine ganze Menge Enttäuschung und auch Müdigkeit mit.

Ates-Aussage lässt Sportgericht stutzen

Vier der fünf NFV-Verhandlungstage hat Peek, der sich eine Anwältin genommen hat, persönlich besucht. Zu dem anhaltenden Gerücht, dass neben ihm und Gawronski auch der damalige TBU-Keeper Ercan Ates ins Visier des Sportgerichtes sowie der Staatsanwaltschaft gerückt sein könnte, will der Innenverteidiger nichts sagen – fügt dann aber nach einer kleinen Denkpause vielsagend an: „Ich weiß, dass er vernommen wurde. Da wäre ich gerne dabei gewesen. Seine Aussage hätte ich zu gern gehört!“ Und Firus vom NFV gibt zu: „Es haben uns einige Sätze von Herrn Ates nachdenklich gestimmt. Das haben wir auch der Staatsanwaltschaft mitgeteilt. Wir haben gegen ihn aber nicht ermittelt.“

Fußballerisch will Mateusz Peek in der anstehenden Saison wieder voll durchstarten. Allerdings nicht beim TB Uphusen, „obwohl ich damit eigentlich bis vor wenigen Wochen noch geliebäugelt habe. Denn ich wollte allen zeigen, dass ich mich nicht verdrücke. Und die Verantwortlichen beim TB Uphusen haben auch immer signalisiert, dass sie mich halten wollen, wenn meine Unschuld bewiesen ist. Doch dann hat sich der Wind plötzlich gedreht, soll sich auch ein Teil der Mannschaft gegen meine Rückkehr ausgesprochen haben“, verrät der einstige Kapitän des Oberligisten. Dann wird Peek noch deutlicher, motzt: „Sie haben mich damals freigestellt – und gleichzeitig die Zahlungen eingestellt, mir meine Bezüge gestrichen. Ich werde schuldlos vom Fußball ausgeschlossen und dann noch zusätzlich bestraft, bekomme einen Arschtritt! Was ist das denn für ein Stil?“ Der Spieler zeigt sich dabei vor allem vom TBU-Vorstand enttäuscht.

So nimmt Peek nun das Angebot seines damaligen Trainers Andre Schmitz an, der bekanntlich beim Landesligisten TSV Oldenburg angeheuert hat: „Ich hoffe, dass ich da alles hinter mir lassen kann. Ich will einen Neustart!“ Firus schließt ab: „Zumindest wir vom NFV werden ihm da keine Steine in den Weg legen!“

Honey als Känguru, Kakerlakenregen und viele Tränen: Tag elf im Dschungelcamp

Honey als Känguru, Kakerlakenregen und viele Tränen: Tag elf im Dschungelcamp

Drei Hundewelpen aus verschüttetem Berghotel geborgen

Drei Hundewelpen aus verschüttetem Berghotel geborgen

Die Staatskarossen der US-Präsidenten

Die Staatskarossen der US-Präsidenten

Wie werde ich Fitnesskaufmann/-frau?

Wie werde ich Fitnesskaufmann/-frau?

Meistgelesene Artikel

Krenz lässt Fischerhude jubeln

Krenz lässt Fischerhude jubeln

Naumanns Rumpfkader ohne Chance – 21:30

Naumanns Rumpfkader ohne Chance – 21:30

Hallenkreismeisterschaft 2017: Wer beerbt TSV Fischerhude-Quelkhorn?

Hallenkreismeisterschaft 2017: Wer beerbt TSV Fischerhude-Quelkhorn?

Rippe sichert Siege ab

Rippe sichert Siege ab

Kommentare