Ein Thema, zwei Meinungen

Sportlicher Lockdown im Kreis Verden: Ja oder Nein?

Ein Handball mit einer Corona-Mund-Nasen-Bedeckung.
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Sport in Corona-Zeiten ist nicht immer einfach.

Immer mehr Vereine entschließen sich derzeit dazu, aufgrund des stetig steigenden Coronavirus-Inzidenzwertes im Landkreis ihre Hallen und Sportplätze zu schließen. Droht uns da ein neuer sportlicher Lockdown?

Verden – Der TV Oyten machte bereits zu Beginn der vergangenen Woche den Anfang, schloss seine Tore für eine komplette Nutzung seiner Umkleiden als auch Duschen. Am Sonntag teilten dann Verantwortliche des MTV Riede und des TSV Thedinghausen mit, „dass wir unsere gesamten Sportanlagen für alle Junioren- als auch Senioren-Teams schließen werden. Nur für die Erste-Herren-Fußballer wird der Trainingsbetrieb weitergehen – solange sie noch im Punktspielbetrieb stehen“, erklärte da Riedes Fußball-Boss Frank Lindenberg.

Eine ähnliche Verfügung erließ jetzt auch der TSV Fischerhude-Quelkhorn. Allerdings noch drastischer. Dort darf ab sofort kein Einzelsportler, kein Team und keine Gruppe in den jeweiligen Sparten mehr den Spiel- und Trainingsbetrieb aufnehmen – auch die Bezirksliga-Fußballer nicht. Trainer Matthias Warnke, dessen Mannschaft noch voll in der Punktspielrunde steht, zuckt da nur mit den Schultern: „Wir warten ab, was bis Mitte der Woche passiert. Dann schauen wir weiter.“ Gut möglich, dass die Fischerhuder dann bei einem ihrer Nachbarvereine um Trainingszeiten „betteln“ müssen.

Amateursport ja oder nein: da gibt es mehrere Meinungen.

Beim TV Oyten zum Beispiel. Denn der lässt bis auf Weiteres die Spielflächen offen. „Auch die Umkleiden lassen wir noch für maximal sechs Personen geöffnet. Und so lange es keine gegenteilige Anordnung von der Gemeinde oder den Behörden gibt, wird bei uns auch noch normal weitertrainiert – wenn es in den Teams gewünscht wird. Das gilt auch für den Hallenbetrieb“, informiert Oytens Fußball-Vorsitzender Detlef Meyer. Er selbst ist zum Thema Lockdown im Landkreis Verden übrigens zwiegespalten, sagt: „Man kann es so oder so sehen. Aber egal, wie entschieden wird. Besser eine falsche als keine Entscheidung!“  vst

Kommentar von Frank von Staden pro Fortführung der Saison

Sport hält gesund - für ein sicheres Weitermachen

Dass wir eines gleich klarstellen: Gesundheit geht über alles. Deshalb sind die Maßnahmen, die die Regierung und die Gesundheitsämter festgelegt haben, absolut richtig. Der Inzidenzwert steigt, okay. Doch dass sich jemand während der Ausübung seines Sports angesteckt hat, ist mir bisher nicht bekannt. Während des Duschens, gut. Beim Bierchen danach – sehe ich auch ein. Doch direkt im Fitnessstudio, während der 90 Minuten im Fußball?

Der wichtigste Punkt für mich: Sport stärkt definitiv das Immunsystem, fördert ergo in großem Maße unsere Gesundheit. Deshalb wäre es unsinnig, ihn wieder völlig herunterzufahren. Zudem haben die Vereine zuletzt einen Riesenaufwand betrieben, um ihren Mannschaftssport so sicher wie möglich durchzuführen. Diese Maßnahmen sollten eventuell noch verschärft werden. Gänzlicher Verbot von Alkohol während einer Partie wäre da sicher nur ein Punkt.

Außerdem: Was würde ein genereller Lockdown oder gar ein erneuter Saisonabbruch für Auswirkungen für die Vereine haben? Wie würde die kommende aussehen? Wieder aufgeblähte Staffeln?

Und vor allem hieße es: Außer Spesen nichts gewesen. Denn gerade die höherklassigen Klubs hatten bereits enorme Ausgaben an Meldegebühren, Fahrtkosten und, und, und. Den Verbänden würde eine Klageflut entgegenrollen. Deshalb meine Meinung: Weitermachen unter bestmöglichen Sicherheitsvorkehrungen.

Kommentar von Kai Caspers contra Fortführung der Saison:

Nur ein Hobby - die Vernunft walten lassen

Die Zwickmühle, in der ich mich befinde – sie könnte größer wohl kaum sein. Natürlich habe ich als Sportredakteur ein großes Interesse daran, dass die Saison nach Möglichkeit zu Ende gespielt werden kann. Denn das würde meine tägliche Arbeit um einiges erleichtern.

In der aktuellen Situation gilt es, die persönlichen Interessen jedoch ganz klar zurückzustellen. Zumal die Inzidenzzahlen immer weiter in die Höhe schnellen. Daher kann ich es auch nicht mehr nachvollziehen, dass ich im täglichen Leben Abstand halten muss und mich maximal mit zehn Personen aus zwei Haushalten treffen darf, während in den jeweiligen Sportarten bei Punktspielen deutlich mehr Menschen aufeinandertreffen. Abstand? Natürlich Fehlanzeige.

Schon jetzt ziehen die ersten Vereine die Reißleine und stoppen den Trainings- und Spielbetrieb. Eine Maßnahme, die definitiv konsequent und auch verantwortungsbewusst ist. Gleichzeitig wird damit aber bereits das nächste Fass geöffnet. Denn ein fairer Wettbewerb ist damit ab sofort nicht mehr gewährleistet. Hinzu kommt, dass die Saison über kurz oder lang einem großen Flickenteppich gleicht. Denn schon jetzt ist es schwer vorstellbar, wann die ausgefallenen Spiele nachgeholt werden sollen.

Für mich gibt es somit keine zwei Meinungen. Vernünftig sein und die Saison abbrechen. Denn besser wird es auf keinen Fall. Und letztlich sollte allen die Gesundheit wichtiger als ein Hobby sein!

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