Verdener Triathlet zieht es zurück in seine Heimat Österreich

Siedlitzki: „It’s time to say goodbye“

Zahlreiche Highlights pflastern den sportlichen Weg des gebürtigen österreichischen Triathleten Christian Siedlitzki.
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Zahlreiche Highlights pflastern den sportlichen Weg des gebürtigen österreichischen Triathleten Christian Siedlitzki.

Verden – Zum Abschied gab es noch einmal ein feudales Festessen bei seinem Lieblingsitaliener Davide in Verden. Für die engsten Wegbegleiter. Für die, die ihn viele Jahre dabei unterstützt haben, dass er seiner großen Leidenschaft, dem professionell betriebenen Du- und Triathlon, nachgehen konnte. Denn für Christian Siedlitzki heißt es „Time to say goodbye“. Am Montag wird der Österreicher nach 25 Jahren seine Wahlheimat Verden wieder verlassen und zurück in die Alpenrepublik kehren. Für immer.

Ein Vierteljahrhundert war der Mustersportler quasi schon ein fester Bestandteil bei den unzähligen Ausdauerveranstaltungen in Norddeutschland und weit darüber hinaus. Damals, nach seinem Umzug aus dem Alpenort Gmunden ins beschauliche Armsen der Liebe wegen, waren seine sportlichen Anfänge beim SV Werder Bremen, Sektion Triathlon. Kurz darauf startete er nach Auflösung der Abteilung für die SG Bremen Findorff und den TVdB Bremen, bevor er 2016 dann zum LAV Verden wechselte.

Ehrung bei Sport & Schau das Highlight

Für seine Vereine von der Weser wurde er zigfacher Bremer Landesmeister im Triathlon sowie im Duathlon. Aber auch bei anderen Wettbewerben konnte der heute 56-Jährige immer seine Ausdauerqualität unter Beweis stellen und stieg oft als Gesamt- sowie Altersklassensieger vom Podest.

Seine größten Erfolge feierte er aber für sein Heimatland Österreich. 2011 startete Siedlitzki das erste Mal bei der Duathlon-WM in Gijon (Spanien) und wurde auf Anhieb Weltmeister in seiner Altersklasse. „Da packte mich gänzlich die Sucht und der Ehrgeiz nach mehr. Dabei konnten mich auch die vier Operationen an der Achillessehne nicht bremsen“, verrät der Weinliebhaber und fügt noch schnell an: „Und auch Corona wird es nicht schaffen, mich in meinem immer noch unbändigen Ehrgeiz auszubremsen. Mich nicht!“ So machte Siedlitzki in diesem Jahr seine Medaillensammlung komplett und wurde Europameister im Duathlon. „Mein insgesamt zwölftes Edelmetall bei Welt- und Europameisterschaften. Kann sich durchaus sehen lassen, oder?“

Absolut.

25 Jahre erfolgreich als Verdener gestartet

Überschattet wurde 2021 dann allerdings auch von einem schweren Radsturz bei hohem Tempo im Rahmen der der Österreichischen Meisterschaft im Triathlon. „Ich kann im Nachhinein von Glück sprechen, dass nicht mehr passiert ist“, erinnert sich der Noch--Verdener nur ungern an diesen Horror-Crash, der ihn völlig aus der Bahn hätte werfen können. Ein Schlüsselbeinbruch, ein Trümmerbruch des kleinen Fingers und Schürfwunden am ganzen Körper zeigten ihm mit voller Brutalität auch das Risiko auf, das dieser Sport mit sich bringen kann.

Aber Siedlitzki wär nicht Siedlitzki, wenn er nicht wider allen Rates schon nach zwei Wochen mit einem leichten Training wieder begonnen hätte. Sein großes Ziel war doch die Duathlon-WM Anfang November in Aviles (Spanien). „Aber 14 Tage vor dem Wettkampf noch sehr zuversichtlich, dass es klappt, erlitt ich bei einem Trainingslauf einen Muskelfaserriss in der Wade und musste absagen. Das war ein Zeichen des Körpers, dass ich überreizt hatte“, gesteht der ausgebildete Ski-Lehrer unumwunden ein. Er fährt fort: „So ist 2021 nun sportlich Geschichte für mich. Der Körper bekommt endlich die nötige Ruhe, die er eingefordert hat, bevor ich dann 2022 wieder ins Wettkampfgeschehen eingreifen möchte.“

Nach dem absoluten sportlichen Highlight in den abgelaufenen 25 Jahren gefragt, hält Siedlitzki kurz inne, fängt dann leicht an zu grinsen und sagt: „Sicherlich eines meiner schönsten Momente war die Ehrung bei eurer Sport und Schau 2020. Vor 8000 Zuschauern für seine Leistung geehrt zu werden, ist schon ein unglaubliches Gefühl. Dann weißt du wieder, wofür die ganze Schinderei gut war! Das wird mir ewig in Erinnerung bleiben.“

Zahlreiche Gäste hatte Christian Siedlitzki zum Abschied geladen, letztlich erlaubte ihm Corona dann nur deren vier.

Nun ist dieser Lebensabschnitt vorbei, das lange Abenteuer Verden beendet. Eigentlich hatte Christian Siedlitzki zahlreiche Wegbegleiter zum zünftigen Abschiedstrunk eingeladen. Er wollte sich bedanken bei lieb gewonnen Freunden, Bekannten und natürlich bei seinen Sponsoren, „ohne die mein Sport in dieser Form gar nicht auszuüben gewesen wäre. Aber es hat nicht sollen sein. Corona hat das verhindert. Doch egal. Letztlich war ich froh, wenigstens einigen noch einmal meinen großen Dank aussprechen zu können. Ich gehe mit einem stark weinenden, aber auch einem lachenden Auge. Ich bin gespannt, was das Leben, vor allem auch das sportliche, noch für mich bereit hält!“

Viel Erfolg und alles Gute für die Zukunft, alter, freundlicher, sympathisch vorlauter Alpensportler.

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