1. Startseite
  2. Sport
  3. Lokalsport
  4. Kreis Verden

SG Achim/Baden: Florian Schacht beerbt Tobias Naumann

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Ulf Horst von der Eltz

Kommentare

In vertrauensvolle Hände: Florian Schacht (r.) wird in der nächsten Saison Trainer des Handball-Oberligisten SG Achim/Baden und beerbt Tobias Naumann. Auf die Zusammenarbeit freut sich Teammanager Cord Katz (l.).
In vertrauensvolle Hände: Florian Schacht (r.) wird in der nächsten Saison Trainer des Handball-Oberligisten SG Achim/Baden und beerbt Tobias Naumann. Auf die Zusammenarbeit freut sich Teammanager Cord Katz (l.). © Hägermann

Der SG Achim/Baden steht eine große Trainer-Rotation in Haus – es ist eine interne: Tobias Naumann hört am Saisonende nach fünfeinhalb Jahren beim Handball-Oberligisten auf, der bisherige Reserve-Coach Florian Schacht übernimmt das Aushängeschild des Kreises Verden. Thorben Schmidt-Bonheur, noch Co-Trainer der Ersten, steht dafür künftig bei der Landesliga-Truppe in der Verantwortung.

Achim/Baden - „Es ist eine ehrenvolle Aufgabe. Ich bin dem Vorstand dankbar, dass er mir diese Möglichkeit gibt“, zeigte sich Florian Schacht am Mittwoch auf Nachfrage dieser Zeitung hoch erfreut über seine „Beförderung“ zum Trainer des Handball-Oberligisten SG Achim/Baden zur neuen Saison.

Dabei räumt der 44-Jährige gleichzeitig ein, dass keine kleine Herausforderung auf ihn warte: „Schließlich trete ich in große Fußstapfen aller Trainer, die bei der SG in der Vergangenheit tolle Arbeit abgeliefert haben.“ Daher habe sich der Polizeibeamte nach dem Angebot eine kurze Bedenkzeit genommen: „Die Frage war ja, ob ich dem gerecht werden kann. Ich sehe aber eher die Chance und traue mir das auch zu.“

Sehr zur Freude von Cord Katz, der sich nach Naumanns Ankündigung in den eigenen Reihen umgeschaut hat: „Unsere zweite Mannschaft hat sich gut entwickelt. Da war schnell klar, dass wir da hinschauen und bei Florian die Bereitschaft abklopfen.“ Was dann rasch für Schacht sprach: „Wir haben bereits beim zweiten Date das Leuchten in seinen Augen gesehen. Er kam mit eigenen Ideen, war gleich Feuer und Flamme.“ Schnellstmöglich soll auch ein Assistent gefunden werden.

Cord Katz dankt Tobias Naumann für Klasse-Job

Katz sei indes schon traurig gewesen, als er bei den anfänglichen Gesprächen über eine Verlängerung Naumanns Signal zum Aufhören vernommen hatte. „Tobi hat hier einen Klasse-Job gemacht. Dafür sind wir ihm sehr, sehr dankbar. Er musste die schwerste Zeit durchmachen, die es für einen Coach geben kann, als die Corona-Pandemie fast alles über den Haufen geworfen hat. Allerhöchsten Respekt, wie er es hingekriegt hat, die Leute bei Laune zu halten. Und allerhöchsten Respekt für seine Entscheidung, den Weg jetzt frei zu machen, wo doch eine gewisse Abnutzung zu merken ist. Wir können seine Entscheidung nachvollziehen, so sehr wie sie auch bedauern.“

Naumann selbst hatte die Corona-Zeit ins Grübeln über seine eigene Situation gebracht. „Die letzten beiden Spielzeiten waren anspruchsvoll mit den vielen Unterbrechungen. Das hat schon Spuren hinterlassen, mein Akku ist mittlerweile leer“, erläuterte der 46-Jährige auf Nachfrage. Er habe dem Aufwand die Familie und den Beruf entgegengesetzt, kam letztlich zu dem Schluss, „dass es jetzt soweit ist, eine Pause einzulegen, um den Akku wieder aufzuladen.“ Eine bewusste Entscheidung sei es gewesen. Dass er mit der Mannschaft nicht weiter nach oben kommen könne, habe ihn durchaus in diesem Schritt bekräftigt: „Ich hätte mir gewünscht, mal einen Spitzenplatz in der Oberliga zu belegen. Das hat erklärbar aus verschiedenen Gründen nicht geklappt.“

In der ganzen Zeit war herausfordernd wie spannend zu sehen, wie sich die Mannschaft und einzelne Spieler entwickeln. Wir haben mit attraktivem Handball gezeigt, dass Achim/Baden sich in der Oberliga nicht verstecken muss. Alles Super-Erfahrungen.

Tobias Naumann über seine fünfeinhalb Jahre als SG-Coach

Was indes nichts daran ändert, dass Naumann mit Stolz und Freude auf seine im Winter 2016 als Nachfolger von Steffen Aevermann begonnene Arbeit zurückdenkt. Ein Highlight und „ziemlich cool“ war sicher die Qualifikation für den deutschen Amateurpokal. Auch nach einem Start mit neun Niederlagen in der Serie 2019/20 noch die Kurve gekriegt und das Team unten rausgezogen zu haben, bleibt in schillernder Erinnerung.

„In der ganzen Zeit war herausfordernd wie spannend zu sehen, wie sich die Mannschaft und einzelne Spieler entwickeln. Wir haben mit attraktivem Handball gezeigt, dass Achim/Baden sich in der Oberliga nicht verstecken muss. Alles Super-Erfahrungen“, nimmt der Sparkassen-Betriebswirt viel mit aus seinem Engagement. Weil über den Jahreswechsel die Überlegungen zum Aufhören konkreter wurden, „habe ich so schnell wie möglich den Entschluss getroffen, damit der Verein klare Verhältnisse hat und weiterplanen kann. Schließlich brauchen Spieler sowie potenzielle Neuzugänge die Info, wer künftig hier Trainer sein wird.“ Für die intensiven Rest-Wochen der Saison möchte Naumann gerne einen einstelligen Platz behaupten.

Florian Schacht: „Ziel kann nur Klassenerhalt lauten“

Dass dieses Unterfangen für die nächste Saison dann noch schwieriger werden wird – dessen ist sich Florian Schacht bewusst: „Es werden bärenstarke Absteiger aus der 3. Liga dazukommen. Da kann unser Ziel nur Klassenerhalt lauten, wir müssen einen guten Start hinlegen.“ Dabei peilt der neue Coach an, weiterhin den erfolgreichen Tempo-Handball wie unter Naumann anzubieten und den Spaß in der Truppe beizubehalten.

Nicht zu vergessen die Sehnsucht, hinter die Katastrophen-Jahre einen Haken machen zu können: „Hoffentlich ist Corona bald kein Thema mehr, sodass wir eine vernünftige Saison spielen und dadurch wieder mehr Begeisterung in der Halle entfachen zu können.“ Zwar ist das Engagement erst mal für eine Punktrunde verabredet, aber Schacht kann sich durchaus vorstellen, länger im Amt zu verweilen. „Ich glaube schon, dass es dazu kommen kann. Vorteil ist, dass ich die meisten Spieler persönlich kenne und es von daher passen müsste. Obwohl man das ja nie weiß“, zeigt sich der Verdener Polizeibeamte zuversichtlich.

Auf Zeit gesehen sei der Plan, junge Talente aus dem Kreis Verden zur SG Achim/Baden in die Oberliga zu ziehen: „Es wäre schade, wenn die dann vermehrt in Bremer Vereine abwandern.“ Unabhängig von seinem Engagement bei der Ersten bastelt Schacht an der C-Lizenz, stehen die ersten Module an.

Thorben Schmidt-Bonheur freut sich auf die Arbeit als Coach der SG-Zweiten

Thorben Schmidt-Bonheur als Nachfolger von Florian Schacht Trainer der zweiten Mannschaft – für Achim/Badens Teammanager Cord Katz eine logische Personalie: „Thorben hat als Co-Trainer der Ersten bestens mit Tobi Naumann harmoniert und gute Arbeit geleistet. Wir wollten ihn gerne im Verein behalten, da lag die Lösung natürlich nahe, dass er in die erste Reihe tritt. Die Landesliga-Truppe ist gut zu führen.“

Schmidt-Bonheur (30) freut sich schon auf seine erste Station als verantwortlicher Trainer im Seniorenbereich: „Nachdem klar war, dass es einen internen Wechsel geben wird, hat Cord mich gefragt, ob ich die zweite Mannschaft übernehmen will. Ich musste nicht lange überlegen, da es eine spannende Aufgabe ist. Und sie ist nicht so zeitintensiv wie in der Oberliga. Somit kann ich sie auch ganz gut bewältigen.“ Vereinfacht werde die Sache dadurch, „dass ich fast alle Spieler bereits in der Jugend mal unter meinen Fittichen hatte. Daher betrete ich kein absolutes Neuland.“ vde/kc

Auch interessant

Kommentare